Motorrad – Victoria – Videos vom den Motorrad-Tagen am Museum in Sinsheim…

Ja, es war ein tolles Wochenende in Sinsheim, wie schon im voran gegangenen Bericht ausführlich dargelegt. Weil es so schön war, möchte ich es nicht versäumen, noch ein paar Videos zu präsentieren.

Zuerst nochmal die Weiße Mars, eine Legende aus Nürnberg-Doos:

Bericht – Klassik – Motorrad Nr.6 Oktober 2019.

Bei der fachlichen Diskussion, links Mike Kron – der Restaurator. Mitte Andy Schwietzer – Kurator im PS-Speicher Einbeck. Rechts Hermann Layher – Museumsleiter Sinsheim.

Vorführung durch den Restaurator Mike Kron aus Krautheim/Klepsau:

Der unvergleichliche Sound einer eines 1000er Maybach-Motors sorgte für Stimmung unter den Fans…

Originalprospekt der Mars A20 Serienmaschine für Interessierte:

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war das Motodrom mit der senkrechten Steilwand:

Wer es noch nicht erlebt hat, hat den Nervenkitzel einfach verpasst, den die Motorrad-Artisten an der Steilwand vorführen. Im folgenden Video beachte man, wie die junge Frau die artistischen Einlagen – Oberschenkel überm Lenker – meistert:

Der absolute „Kick“ Oder ???

 

Victoria – Serienmaschine K.R.III. Bilder und Video vom Motorrad-Treffen Sinsheim 2019:

Das Video der Vorstellung der K.R.III. Serienmaschine durch Sportfreund Manfred Zieger vom VFV Verband:

Von der Victoria-Kompressor-Maschine ist leider kein Video vom Treffen verfügbar, aber hier noch ein Bild in fachlicher Diskussion mit Mike Kron: 

Im nächsten Beitrag folgt aber ein Film von der „Victoria-Kompressor-Maschine“

 

Motorrad – Fahrrad – Victoria – Blechschilder…

In diesem Beitrag zeigen wir Blechschilder der Firma Victoria, Blechschilder waren immer die günstigere Variante gegenüber den Emailschildern. 

Das als ältestes bekanntes Blechschild zeigt wiederum ein Fahrradmotiv vom Victoria Rennrad Nr. 1 aus dem Jahr 1910:

Trotz vieler Beschädigungen hat der Zeitzeuge immerhin 110 Jahre überstanden und zeigt das man damals Händler und Vertretungen beworben hat. „Vertretung hier“ belegt, dass es allgemein gefasst war und der Händler nicht mit dem Namen beworben wurde…

Im Jahr 1919 stellte Victoria die eigene Fahrrad-Freilaufnabe vor. Hier ein Blechschild mit den Ersatzteilen bzw. Einzelteilen der Freilaufnabe:

Victoria Blechschild ab 1936, 50 Jahre – Victoria mit dem Ehrenkranz:

Sehr selten diese Ausführung !

Victoria – Blechschild mit Fahrradmotiv der Vierziger Jahre:

Victoria – Blechschild mit Motorradmotiv der Vierziger Jahre:

Victoria – Räder – Blechschild Ausführung Schwarz/rot/gelb:

Victoria – Räder – Blechschild Ausführung blau/rot/weiß:

Händlerschilder sind meist Einzelstücke:

Zweirad – Union – Blechschild:

Für spezielle Fahrräder, wie zum Beispiel das Doppelrohr-Sport-Rad der Fünfziger Jahre hat Victoria schon mal Extra Werbeschilder herstellen lassen:

Das Victoria Doppelrohr-Sport-Rad:

Blechschild „Vicky 3“ auf dem Nürnberger Markt:

Motorrad – Victoria – auf der Veterama in Mannheim…

Wie jedes Jahr am zweiten Oktober-Wochenende treffen sich die Freunde des rostigen Materials in Mannheim und frönen ihrem Hobby:

Victorias auf den Maimarktgelände:

Die schön restaurierte „Avanti“.

Es gab sehr wenige Victoria-Fahrräder, hier eins mit dem ersten FM38.

Modell der Zweirad-Union.

Wer Lust hat, diese KR 35 zum restaurieren…

Eine schöne Vicky III im Originalzustand.

Müsste auch was geändert werden, bei der 250er…

Ob die Super-Luxus wohl einen Käufer findet?

Die Victoria-Luxus hat offensichtlich einen gefunden…

Zubehör ohne Ende:

Die hochwertigen Sachen – in Vitrinen…

Bei so einer Hochradlampe muss man schon sehr tief in die Tasche greifen.

Victoria-Hinterrad.

Der FM 38 verteilt in der Plastekiste…

Mein Freund Wolfgang mit seinen Fahrradzeug und sonstigen Raritäten…

Besondere Fahrrad-Antriebstechnik.

Emailschilder aller Art:

Der besondere Geck…

Die Tanksäulen in allen Variationen:

Weiterhin natürlich ganz tolle Motorräder der zahlreichen Hersteller aller Länder:

Die italienische Form der Parilla, in der Victoria war eben dieser 175er Motor verbaut:

Und auch der Douglas-Motor war der Vorreiter der Victoria K.R.I.:

Bei dem Kaiserwetter auch ein kurzer Gang durch die Messehallen. Dort sind die vierrädrigen Gefährte und viel Zubehör zu bekommen:

Adler-Trumpf-Junior Sportcabriolet 30 PS, Vierzylinder.

Zum Schluss trifft man dann auch noch die Eidgenossen aus der Schweiz und alle sind zufrieden und glücklich:

Ob die Dame nächstes Jahr auch wieder da ist ?:

auf dem größten Edel-Schrottplatz Europas:

Auf jeden Fall hat man nach 22 km Tagesmarsch mit über 30 000 Schritten sein Soll erfüllt und kann beruhigt nach Hause fahren…

Inhaltsverzeichnis der ersten hundert Beiträge:

Motorrad – Victoria auf den Motorrad-Tagen am Museum Sinsheim

Vom 4.-6. Oktober fanden die 40. Motorradtage am Museum Sinsheim statt.

Am Ankunftstag am Freitag bei mäßigen Wetter und nachdem wir die Motorräder in einer Halle abgestellt haben, war ein Museumsbesuch natürlich das Beste, was man Machen kann.

Also nix wie rein in den musealen Trubel, aber seht selbst auf den folgenden Bildern:

Dieses Einrad ist wohl das kurioseste Fahrzeug als Motorrad. Bj.1894; Leistung 3,5PS; Hubraum 150ccm.

Bei der Böhmerland können 3 Passagiere Platz nehmen. Langversion: Leistung 24PS; Hubraum 600ccm.

Dieser originale Maybach wurde zum fahrbaren Sägewerk umgebaut.

Hier ist der krasse Gegensatz „Maybach-Zeppelin“ Topmodell M2DS8. Bj. 1938; Leistung 200 PS; Hubraum 7976 ccm; 12 Zylinder.

Ardie-Silberpfeil SS 31; Bj.1932; Leistung 18 PS; Hubraum 493 ccm.

Mabeco, gebaut in Berlin in Anlehnung der amerikanischen Marke „Indian“. Bj. 1926; Hubraum 748 ccm; Leistung 18 PS.

Indian Scout 45, das Gegenstück zur Mabeco. Bj. 1930; Zweizylinder ebenfalls; Hubraum 750 ccm; Leistung 12 PS.

Junkers JU-87 genannt: „STUKA“:

Dieser beschädigte Sturzkampfbomber wurde 1989 im Mittelmeer bei St. Tropez aus 90m Tiefe geborgen. Es gibt noch zwei komplette Stuka, einer in USA und einer in England. Dann gibt es neben diesem Exemplar noch zwei Beschädigte !

Leider war im Museum Sinsheim kaum eine Victoria zu finden, als Trostpflaster stand dann doch noch diese Victoria KR 25:

Victoria-Zweitakt-Einzylinder KR25. Bj. 1950; Hubraum 247ccm; Leistung 8 PS.

Soviel in einem kleinen Ausschnitt zusammengefasst die Eindrücke vom großen Museum aus Sinsheim.

Der Abend, (draußen hat es in Strömen geregnet) verlief mit den Veranstaltern, dem VFV und vielen Motorrad-Freunden natürlich bei guten Essen und feucht fröhlicher Atmosphäre bei vielen Benzin-Gesprächen bis in die Nacht…

Bild von links betrachtet : Manfred Zieger vom VFV, Rolf Hauser mit der Eigenbau „Tse-Tse“, Hermann Layher der Museumsleiter, und Gert Reiher von der Victoria IG.

Der nächste Tag, der Tag der Motorrad-Präsentationen begann mit trüben Wetter, Gott sei Dank ohne wesentlichen Regen. Ab Mittag setzte sich sogar manchmal die Sonne durch.

Museumsleiter Hermann Layher eröffnete die Veranstaltung:

Hermann auf „Indian“.

Die Hauptmoderation übernahm mein Freund Andi Schwietzer (Kurator im Museum „PS-Speicher“ Einbeck und freier Journalist für spezielle Motorrad-Zeitschriften).

Da ich als letzter zum Präsentationsfoto auf die Bühne gefahren bin, war ich halt dann auch gleich als erster dran:

Mit der Victoria-Kompressor-Maschine von 1925.

Dieses Bild zeigt die nachgebaute Mars-Rennmaschine, vorgestellt von Mike Kron, der die Maschine nachgebaut hat:

Mars die Motorradmarke aus Nürnberg-Doos. MA 20 – Rennmaschine Bj. 1921. Viertakt-Zweizylinder Boxermotor, gebläsegekühlt mit ca. 12 PS Leistung bei 2500 U/min. Die Maschine ist seitengesteuert. Hub: 95mm, Bohrung:80mm ergibt einen Hubraum von 955 ccm. Pallasvergaser und Magnetzündung. Antrieb über 2 permanent laufend Hinterradantriebe gesteuert über Zweiganggetriebe. Radstand 1400 mm, Gewicht mit Benzin 111 kg.

Da wird gefachsimpelt…

„Brough Superior“ die Nobelmarke aus England-Nottingham wurde von 1919-1940 gebaut und vorwiegend mit JAP-Motoren versehen.

Die folgenden Bilder zeigen eine kleine Auswahl an Motorrädern, die vor Ort waren:

Tse-Tse Eigenbau von Rolf Hauser.

Schön zu sehen eine Victoria „Super-Luxus“ war auch dabei. Ja auch die „Kleinen“ haben ihre Berechtigung auf so einem Treffen.

Rad an Rad und viel Spaß wir beide:

Victoria Serienmaschine K.R.III.:

Baujahr 1925, Originalzustand…

Victoria Kompressor-Maschine:

Ebenfalls Baujahr 1925…

Die Victoria-Kompressor-Maschine steht nun auf der VFV-Drehbühne im Museum Sinsheim und ist zu besichtigen:

Alles in allem waren die Motorradtage in Sinsheim ein tolles Erlebnis für die Veranstalter, Motorradfreunde und natürlich die vielen Besucher, die alle die Gelegenheit nutzten dem Ereignis beizuwohnen. Der Dank der schönen Veranstaltung gebührt nochmal dem Team vom Museum Sinsheim.

Bis nächstes Jahr zu den Motorradtagen 2020…

Inhaltsverzeichnis der ersten hundert Beiträge:

 

 

Motorrad – Victoria – mit den „Kali“ – Seitenwagen in den Zwanziger Jahren…

Victoria Seitenwagen Teil 2…

Die Firma „Kali“, Hugo Kalinowski & Co. GmbH aus Frankfurt am Main existierte von 1922 – 1969.

Eine außerordentliche Zusammenarbeit von Victoria mit der Firma „Kali“ ist unzweifelhaft zu erkennen. Insbesondere stammt von dort auch der sehr sportliche, rund geformte Seitenwagen, welcher sehr beliebt war:

Der Kali-Rennseitenwagen:

Der Kali-Tourenseitenwagen:

Der Kali-Leicht bzw. Sportseitenwagen:

Victoria eigene Prospekte mit Kali-Seitenwagen:

Originalbilder:

Ähnliche Formen, veränderterte Kotflügel, Rahmen.

Sportseitenwagen beim Rennen:

Der Kali Tourenseitenwagen in Bootsform:

Kali Express – Kasten/Lieferseitenwagen:

Victoria-Prospekt:

Originale Bilder:

Kali-Preisliste:

Die Firma Kali und der bekannte Seitenwagenhersteller Steib aus Nürnberg unterhielten enge Geschäftsbeziehungen. Um die eigenen Produktpaletten zu erweitern tauschte man verschiedene Seitenwagen einfach aus. Auch der Kali Tourenwagen ist in der Ausführung mit oder ohne Einstiegstür unverkennbar auf hauseigenen Prospekten mit Victoria-Motorrädern beworben worden.

Originale Bilder:

Prospekte von Victoria:

Prospekt 1932.

Victoria-Sport-Seitenwagen:

Die modernen Sport-Seitenwagenboote stammen aus der Produktion der „Kali“-Werke und haben den Kunden bestimmt große Freude bereitet. In der Zusammenarbeit mit der Firma Steib gab es später den Halbsport-Seitenwagen. Diese Modelle sind wegen ihrer ähnliche Form und Linienführung leicht verwechselbar. Nochmal aus einem anderen Prospekt von Victoria:

Originale Bilder:

Hier nochmal mit Sonderlackierung:

Bei der nächsten Aufnahme sieht man einen angebauten Propellor:

Und noch Beiwagen-Boot in ungewöhnlicher Form, vielleicht ein Vor -oder Prototyp-Modell:

 

Leichte Beiwagenmodelle, Einsitzer, teilweise aus Sperrholzaufbauten und für hubraumschwächere Motorräder hatte man selbstverständlich auc im Programm:

Im folgenden Teil werden die Seitenwagen an Victoria-Motorrädern gezeigt, welche mit einem klappbaren Verdeck (Regendach) inklusive Windschutzscheibe ausgerüstet waren:

Originale Bilder:

Die Windschutzscheibe aufgesetzt.

Die Windschutzscheibe angekippt.

Das Regendach mit gekippter Scheibe.

Weitere Bilder:

Das Inhaltsverzeichnis der ersten hundert Beiträge:

Motorrad – Victoria – Tank aus Pionierzeit – Suche-Fahrgestell…

Victoria Benzin/Oeltank aus längst vergangenen Zeiten…

Hallo zusammen, möchte heute eine Suchanfrage starten. Es handelt sich um einen Victoria-Tank aus der Zeit 1900-1910. Dieser Tank ist seit längeren in meinem Besitz und verbindet mich mit dem Rätsel wo er vielleicht verbaut war…

In der vollen Größe hat der Tank die folgenden Abmaße:

An der Vorderseite ist der Tank sicherlich original. An der hinteren Abrundung könnte man meinen, dass er später mal abgeändert wurde…

Vorderseite.

Abgerundete Hinterseite.

Oberseite mit den Gewindelöchern (M6) zur Befestigung am oberen Rahmenrohr, sowie Tank- und Öleinfüllstutzen.

Benzinsieb vorhanden.

Tank-Unterseite mit Anschluss für Benzinhahn. Eine Seite ist gefalzt.

Beim teilweisen Nachbau vom Victoria-Vorsteckwagen kann man absolute Gleicherkennungsmerkmale feststellen. Hauptsächlich am vorderen Einschub ist der Tank identisch:

Aus dem Rahmen fällt die hintere Abrundung, welche wie bereits erwähnt auch nachträglich geändert wurde. Mal abgesehen von 1-2 cm, würde der Tank sogar in das Fahrgestell des Vorsteckwagen passen.

Über eventuelle Rückäußerungen von Oldtimerfreunden würde ich mich sehr freuen…

Inhaltsverzeichnis der ersten hundert Beiträge:

Motorrad – Victoria auf Vo-Kri-Ma, Vorkriegsteilemarkt und Victoria-Teile

Man sehe und staune, gestern auf dem einzigen Vorkriegsteilemarkt in Deutschland im schönen Vogtland in Oelsnitz gab es auch seltene Victoria-Teile. Der Markt war gut gefüllt mit der einschlägigen Händlerschafft die so einen ausgefallenen Markt repräsentieren. Mal keine Teile oder Fahrzeuge ab den Fünfziger Jahren oder gar die Übermacht der Simson-Gemeinde. Das soll keine Abwertung sein, aber alles hat eben seinen Platz. Der allgemeine Tenor war, das man doch diesen Markt unterstützen muss, es wäre schade wenn er auch noch wegen geringer Teilnahme nicht mehr stattfindet. Ungeachtet vom Kommerz der großen Märkte geht der Dank an den Veranstalter Kevin Rannacher und wir hoffen auf noch viele Teilemärkte. P.S. ein bisschen Stolz empfinde ich auch dabei, da ich vor fast 20 Jahren diesen Vorkriegsteilemarkt in Treuen/Vogtland ins Leben gerufen habe.

Aber nun genug der vielen Worte, lasst die Bilder sprechen:

Ein Victoria KR VI A Tank im O-Zustand.

In der Kiste Vergaser Bergmeister (30er Jahre) und Zubehör.

Kotflügel der K.R.I., bekommt man auch nicht aller Tage…

Die dazu gehörige Gepäckträgerbrücke mit Werkzeugfach.

Der Rahmen einer 200er Baujahr 1938.

Das Typenschild…

Mein Nachbar-Händler aus Reichenbach.

Der gut beleibte ist auch vielen aus der Victoria/ BMW-Szene bekannt…

Was die beiden wohl aushandeln ?

Unser eher bescheidener Bauchladen mit strenger Bewachung von Günter Brattke…

Huii, der 6A-Tank hat auch schon den Besitzer gewechselt…

Einige Motorräder:

Aus meiner Sicht das schönste Motorrad vom Markt, eine 600er Douglas im Traumzustand.

Der Rudge-Eintopf ist auch nicht von schlechten Eltern, ja wer die Engländer liebt…

Auch deutsche Fabrikate mussten nicht nachstehen. Vorn eine NSU 502T Sport und dahinter eine BMW R42.

Die 350er Diamant mit dem schönen Kühne-Motor aus Dresden.

Glaube, die DKW hat auch den Besitzer gewechselt…

So ein großes Wanderer-Getriebe sieht man auch selten…

Die Freunde aus dem Norden waren auch gekommen…

Die Fahrradleute kamen auch nicht zu kurz…

Auch interessant – nicht Terrot, sondern „Therond“ !

Riesen Stand, alles rund ums Fahrrad mit Ivan Sojc vom „Deutschen Fahrradmuseum“ Bad Brückenau.

Natürlich – Teile, Teile, Teile…

Ich denke die Veranstaltung war absolut gelungen und wir freuen uns schon auf den nächsten Vo-Kri-Ma, ein Jahr ist schnell vorbei. Bis dahin Viele Grüße an Euch, die meine Seite lesen und sich mit unserem rostigen Hobby beschäftigen.

Inhaltsverzeichnis der letzten hundert Berichte:

 

 

 

 

Motorrad – Fahrrad – Victoria – Emailleschilder…

In diesem Beitrag stellen wir die bekanntesten, oder für manchen auch unbekannte Emailschilder der Firma Victoria vor.

Das erste Bild zeigt wohl eines der ältesten bekannten Emailschilder um die Jahrhundertwende des 18. zum 19. Jahrhundert, noch mit „Victoria-Werke A.-G. Nürnberg gelabelt:

Zu dieser Zeit hatte Victoria zu Werbezwecken auch bereits die ersten Anstecknadeln aus Messing, welche den Victoria-Engel zeigten, wie auf dem Emailschild:

Diese frühen Schilder und Anstecknadeln blieben wohl den Radfahrern vorbehalten, da zu dieser Zeit die ersten Motorräder in der Entwicklungsphase waren.

Eines der schönsten Motive im frühen Fahrradbereich war die Dame mit dem Windhund. An Eleganz war dieses Emailschild nicht zu überbieten:

 

Dieses Schild im original ist unter heutigen Maßstab mehrere Tausend Euro wert…

Auch das folgende Schild war den eher schweißtreibenden Radfahrern gewidmet und mit einer Größe von 2,00m x 0,45m das länglichste Emailschild der Victoria-Werke A.G.:

Das Schild eignete sich bei der Illustration einer Victoria KR 8 hervorragend:

Das Emailschild nochmal anders:

Man beachte den Aufdruck auf der Unterseite des gelben Schildes, wird beim nächsten Schild eingehend beschrieben.

Es war in der Form das größte Emailschild mit den Maßen 1,40m x 0,80m ergibt 1,12 qm, und repräsentierte die Victoria-Motorrad-Ära. Dieses wohl bekannteste Emailschild hat Victoria seien Händlern zur Verfügung gestellt, deshalb auch der Aufdruck „Eigentum der VICTORIA-WERKE A.G“.:

Am unteren Rad hat das Schild den Aufdruck: links – „Torpedo-Email“ ; Mitte – „Eigentum der VICTORIA-WERKE A.G. Nürnberg ; rechts – „Frankfurter-Emaillierwerk Neu-Isenburg“. Mit diesem Aufdruck ist die Originalität des Schildes gegeben. Später hat man die linke Seite und die Angabe in der Mitte weg gelassen und nur noch rechts „Eigentum der VICTORIA-WERKE A.G. Nürnberg“ aufgedruckt:

So sieht ein Schild aus, wenn es fast hundert Jahre als Kompostbegrenzung gedient hat:

Meines Wissens nach gab es eventuell noch ein größeres gewölbtes Victoria-Emailschild, kann hiermit aber nicht belegt werden. Vielleicht kann ein etwaiger Besitzer eines solchen Schildes mit mir Verbindung aufnehmen, um unbekanntes öffentlich zu machen. Das gilt natürlich auch für andere Werbeschilder von der Firma Victoria.

Dieses schwarz/gelbe Emailschild von Victoria in den Dreißiger Jahren ist in sofern sehr selten, weil die gelbe Farbe nicht unbedingt Standard  im Hause „Victoria“ war:

Victoria Werbeschilder gab es auch als Ausleger mit beidseitiger Emaillierung um so den „Werbe-Effekt“ deutlich zu erhöhen:

Das Schild war auch als einfaches Blechschild erhältlich (nächster Beitrag).

Auch das nächste Emailschild konnte man als Blechschild erwerben:

In den Fünfziger Jahren kam dann doch noch etwas mehr Farbe ins Spiel und die Emailschilder formte man runder Ausführung:

Das begehrteste Rundschild ist zweifellos das mit dem auf emaillierten Motorradfahrer:

Unten in der Mitte gelabelt Mit „Titan Email – Münchner Emaillierwerk“.

Die Zweirad-Union-AG. übernahm die runden Schilder, welche es in Blech- und Email gab:

Zum Schluss noch ein sehr seltenes, interessantes Emailschild, wo eine Zuordung schwierig ist. Logo – VW (Victoria-Werke?), Victorol – Motoroil ? Vielleicht hat Victoria sogar eine gewisse Zeit ihr eigenes Motorenöl vertrieben. Wer weiß ?

Inhaltsverzeichnis der letzten einhundert Berichte:

Motorrad – Victoria – mit den „ANFA“ – Seitenwagen und den „EFKA“ – Seitenwagen ab 1920…

Victoria-Seitenwagen Teil 1…

Teilweise-Text-Auszüge aus Bericht Victoria IG – Buch, Juni 2016. Buch ist bestellbar: www.victoria-ig.de.

Seitenwagenbericht ab Seite 352, Autor: Gert Reiher.

Es folgt der erste werksseitig angebotene Seitenwagen an einer Victoria KRI von 1920:

 

Ob dieser Seitenwagen von Victoria selbst hergestellt wurde kann nicht 100 % belegt werden. Es ist eher anzunehmen, das Victoria die werksseitig angebotenen Seitenwagen von der Anhaltinischen Fahrzeugfabrik aus Dessau „ANFA“ zugekauft hat und an ihre Motorräder anbaute.

Es folgen frühe Verkaufsunterlagen der Firma „ANFA“ aus Jonitz/Dessau:

Die Motorräder der Zwanziger Jahre begannen bei Victoria mit der K.R.I., ausgerüstet mit einem leistungsstarken Motor von 500 ccm und 3,75 PS. Um drei Personen zu befördern baute man einen Seitenwagen an das Motorrad. Für die Entwicklung eines Seitenwagens wie auch für die Fertigung von Seitenwagenkarosserien waren die Fertigungskapazitäten beschränkt. Bei Victoria bündelte man für die Entwicklung der Motorentechnik, die Anpassung des Fahrgestells und für weitere Neuerungen alle Kräfte. Man kann davon ausgehen, dass Victoria nur in einem beschränkten Maß eigene Karosserien hergestellt hat und auf dem eigenen Fahrgestell montierte. Victoria hat, wie auch viele andere Motorradhersteller, die Angebote von speziellen Seitenwagen-Herstellern genutzt. Wie man aus den Prospekten z.B. von „ANFA“ entnehmen kann, bauten diese Hersteller in Abstimmung mit den Motorradproduzenten die kompletten Fahrgestelle und Karosserien für deren Motorräder. Auch im Transport-Seitenwagen-Bereich war „ANFA“ gut aufgestellt, wie man auf den Prospekten sieht.

Es folgen Bilder eines original aufgefundenen frühen „ANFA“-Seitenwagens:

Das originale Typenschild, Nr.: 4755.

Vormontage inkl. originalem Fahrgestell an eine frühen BMW R 62. An einer frühen Victoria würde aber besser passen.

„ANFA“  (Anhaltinische Fahrzeugwerke-Werke AG) wurde 1901von Robert Krause in Jonitz bei Dessau gegründet. Die Firma war sehr vielfältig tätig und stellte Fahrräder, Motorradmotoren, Kupplungen und sogar von 1906-1910 Automobile mit der Markenbezeichnung „Dessavia“ her. Zu dieser Zeit waren auch Vorsteckwagen für Personen und Transportzwecke im Programm. Ob hier schon eine Zusammenarbeit in frühen Jahren mit Victoria im Vorsteckwagenbereich bestand ist nicht belegt.

Möglich, aber auch nicht:

Die Transport-Seitenwagen, wie der „Reichspostwagen“ in seiner typischen Form, wurden auch von Zulieferern wie ANFA/Dessauer und EFKA bezogen. Diese Gespann-Wagen, wie auch Kranken-Beiwagen, Taxi-Gespanne und weitere Behördenmodelle, wurden von den Motorradherstellern bei den vorgenannten Firmen bezogen. Selbst die Deutsche Industrie Werke AG (D-Rad Motorräder) in Berlin Charlottenburg die solche Gespanne in großer Stückzahl im Großraum Berlin einsetzten, bedienten sich dort.

Folgende Bilder zeigen Transport-Seitenwagen von Victoria:

Dieses Uralt-Foto ist wohl das interessanteste, da die drei auf einer Victoria KRIII von 1924 und einem „ANFA“ Seitenwagen Platz genommen haben:

Weiter folgen originale Aufnahmen von Uralt-Motorrädern mit den verschiedensten Seitenwagen:

Das nächste Bild zeigt einen frühen „EFKA“-Seitenwagen  an einer Victoria KRIII:

Diese als Taxi-Droschken bekannten „EFKA“-Seitenwagen mit geschlossenen Aufbau setzte Victoria bereits Anfang – Mitte der Zwanziger Jahre ein. Der Firmensitz von „EFKA“ befand sich in Berlin-Blankenburg. Begründer der Firma war Fritz Karstens. Auch Lasten-Seitenwagen in verschiedensten Ausführungen wurden dort gefertigt. Neben Victoria hat auch die Nürnberger Firma Triumph bei EFKA geordert.

Folgende Archiv-Aufnahme zeigt die Reichsfahrt von 1924 wo ein Taxi-Gespann mit einem Seitenwagen von EFKA an einer KRI montiert war. Bemerkenswert ist, dass der dritte Fahrer von links, der Victoria Werksrennfahrer Adolf Brudes ist:

Hier nochmal der EFKA-Seitenwagen ohne Taxi-Aufbau:

Bild: Kleine/Vennekate/T. Reinwald.

Inhaltsverzeichnis der ersten hundert Beiträge: