DKW – Rennwagen Sonderausstellung 2. Teil, Sächsisches Fahrzeugmuseum Chemnitz…

Hier im zweiten Bericht wird die Zeit der Vierziger Jahre und später mit den DKW  Rennwagen beleuchtet.  Aber zuerst nochmal die Einladung ins Sächsische Fahrzeugmuseum in Chemnitz zur Sonderausstellung für DKW-Rennwagen:

In diesem Bericht werden sehr viele Bilder gezeigt, die dem wahren Leben entsprechen, da die Personen, welche die Rennwagen noch aktiv fahren, unter uns weilen…

Aber jetzt zum Anfang, Auszug aus der Broschüre der Sonderausstellung des Museums:

Hier war die Endstufe der Karosserieentwicklung fast erreicht, wie man auf dem folgenden Bild erkennen kann:

Die Geschichte:

Der Kraftfahrzeug- und Elektromeister Jacob Lauer (1912) eröffnete 1944 in Eppelborn eine KFZ-Werkstatt. Als 1947 in seiner heimatlichen Umgebung der Motoren-Rennsport widerbelebt wurde, sah er hier seine Chance mit einem zum Rennwagen umgebauten DKW. Aufgrund seiner Ausbildung war es für ihn kein Problem,  die DKW-Technik rennfähig zu machen und mit einer Eigenbaukarosserie zu versehen. 1948 fuhr Jacob in Köln sein erstes Rennen und landete auf dem dritten Platz. Auch auf dem Schottenring war er 1948 schon mit dabei. Wegen des knappen Budgets für seinen Rennsport war die Anschaffung eines Transportfahrzeuges für seinen Rennwagen Utopie. Er versuchte, das Fahrzeug für den Straßenverkehr zuzulassen, was auch gelang. Der Wagen wurde immer wieder verbessert und bis 1958 im aktiven Rennsport eingesetzt. Ab 1976 war Lauer wieder bei den aufflammenden historischen Rennen dabei. Frieder Bach hatte Gelegenheit im Jahr 1989 Jacob Lauer und dessen Sohn Willi auf dem Nürburg-Ring kennen zu lernen. Bei den letzten Einsätzen des Rennwagens konnten mit den 40 PS stolze 164 Km/h gemessen werden, das war im Jahr 1997. Das letzte Rennen von Jacob Lauer war 1998, sein persönliches Lebensrennen ging 2004 zu Ende. Sein Sohn Willi führt das Unternehmen weiter und hält auch den Rennwagen in Ehren und in Schuss !

Jacob Lauer im Jahr 1947/1948.

Das Fahrzeug ist natürlich in der Sonderausstellung zu bewundern:

Technische Daten:

Das folgende Bild zeigt wie Jacob Lauer bereits nach dem Krieg mit einem DKW-Chassis und einem Opel Kühlergrill das Werk anging:

Die vier Ringe symbolisierten für die Auto-Union.

DKW F 8 MSG:

Nach dem Krieg war der Rennsport erst mal am Boden. Zaghafte Versuche wieder mit dem Rennsport gelangen dann im Jahr 1949 unter der technischen Leitung von Walter Stritzl, einem erfahrenen Meister aus der Versuchsabteilung DKW.  Aus dem Mangel heraus konnten natürlich keine Vorkriegs-Silberpfeile entstehen. So musste man sich mit dem begnügen, was vorhanden war. So entstanden vier fas identische Flitzer aus DKW F 8 Fahrgestellen in den Farben – Rot, Gelb, Blau und Grün als zweisitzige Rennwagen, wohl geschuldet, dem Umstand, dass es vorher PkW`s ware. Sie fuhren in der Klasse G bis 1100 ccm. Der erste Rennwagen (Gelb), der hergestellt wurde bestand noch aus einzelnen Blechteilen, die mit Sicken ineinander geschraubt wurden. So konnte man an der Formgebung noch Änderungen vornehmen. Die Motoren hatten keine Serienkurbelwelle, sondern eine Vollwangen-Rennwelle sowie eine geänderte Primärübersetzung, das sie noch mit einem Dreiganggetriebe auskommen mussten. Die Zylinder stammten aus der Serie. Um eine für den Rennsport akzeptable Leistung zu erreichen, wurden die Kanäle geändert und poliert, so dass ca. 29-30 PS möglich waren. Die Verdichtung wurde auch erhöht.

Im folgenden Bild wurden zwei Rennwagen auf dem Sachsenring festgehalten, wobei der erste der rote vor dem gelben den Queckenberg hinauf stürmt:

Alle vier Rennwagen am Vorstart – Sachsenring.

Technische Daten:

Der rote und der gelbe Rennwagen stehen in der Sonderausstellung:

Noch einige Bilder der beiden Rennwagen:

Die Aktivitäten:

Teilnehmer beim Wanderer-Treffen 2015 in Bad Brambach.

Auch bei schlechtesten Wetter…

Der rote Rennwagen war zum letzten Rennen auf der AVUS im Jahr 1999 mit am Start:

Im Jahr darauf wurde der Lausitz-Ring eröffnet, da war er auch wieder dabei:

Ein besonderes Highlight war die Rallye „Gran Premio – Tazio Nuvolari“ vom 17.-19. September 1999 in Italien:

Diese zweitgrößte Rallye nach der Mille Miglia wird jedes Jahr zu Ehren des großen italienischen Rennfahrers Tazio Nuvolari veranstaltet.

Wir sind damals im „Team – Audi“ mitgefahren, hier ein Bild der Teilnehmer mit ihren Rennwagen, links der Blaue Rennwagen:

Die Route:

Einige Bilder von der Fahrt durch die Toskana und viele Orte wie Mantova, Pisa, Florenz und Rimini:

Noch Fotos von Tazio Nuvolari:

Hier im Alfa Romeo Rennwagen.

Eines der letzten Bilder, bevor Tazio verstarb…

Es folgen noch einige historische Fotos der F 8 – Rennwagen:

Nach diesem umfangreichen Bericht folgt im 3. Teil der Sonderausstellung die Rennwagengeschichte der nächsten Generation, die F 9 Fahrzeuge bereits mit Dreizylinder-Motoren vom Typ F 9. Bitte noch etwas Zeit, aber dann viel Spaß beim stöbern…

Auszüge und Bilder stammen zum Teil aus der Broschüre des Museums, diese ist dort für 8.- EUR zu erwerben:

 

 

Motorrad – Foto, Victoria oder nicht ?….

Da bekommt man ein Fotografie überreicht als Victoria-Motorrad. Auf den ersten Blick – ja eine Victoria KR I.:

Auf den zweiten Blick kommen schon die ersten Zweifel auf – Die Vordergabel, eine Art Trapez/Springergabel gab es für die Victoria K.R.I. nicht.

Victoria K.R.I.

Nochmal zur Fotografie in anderer Belichtung:

Die weitere Recherche ergab, es ist ein englisches „Douglas-Modell“ mit der Bezeichnung: 4.H.P. Solo, Belt Drive Modell… von 1923:

Katalogbild aus Katalog von 1923.

Hier in ähnlicher Form als Fotografie:

Nochmal die Vorderpartie der Douglas:

Im Vergleich die Victoria K.R.I.:

Werkseigene Victoria K.R.I.-Vordergabel.

Die Heckpartie der Douglas:

Heckrahmen und Werkzeugtaschen – Motorrad „Douglas“.

Den bei Victoria verwendeten „Einschub-Werkzeugkasten“ am Heck:

Nochmals zum Vergleich die Douglas:

Zwar hier mit gebogenen Ansaugrohren eines anderen Modells, aber das Augenmerk liegt hier auf der typisch gelochten Kupplungsscheibe…

Das folgende Foto von Martin Stolle verdeutlicht, woher die Ideen für den Victoria-Längsboxer mit dem ähnlichen Fahrgestell kamen:

Zu sehen ist der Konstrukteur Martin Stolle, der viele Erfahrungen auf seiner eigenen Douglas gesammelt hatte und diese in das damalige Motorenkonzept des ersten Victoria Motors aus BMW-Händen, mit der Bezeichnung „M II B 15“ verwirklicht hat. Jeder Victoria-Begeisterte sollte anerkennen, das die Idee der längs eingebauten Boxermotoren von der Insel stammten.

So begann man in Bristol ab 1907 Motorräder zu bauen:

Zu Zeiten, wie Victoria 1919 auch wieder begann:

Einblicke in die Fertigung:

Es entstanden die tollsten Rennmaschinen, was manche Firma neidlos anerkennen muss:

Bilder – Quelle: The Illustrated History of „Douglas Motorcycles“, Harold Briercliffe & Eric Brockway.

 

 

 

 

 

 

DKW – Rennwagen Sonderausstellung 1. Teil, Sächsisches Fahrzeugmuseum Chemnitz…

Im Sächsischen Fahrzeugmuseum in Chemnitz hat eine sehr interessante Rennwagen-Ausstellung ihre Pforten geöffnet. Wer Zeit und Lust hat sollte sich diese unbedingt mal anschauen. Hier die Einladung:

Wie das Thema schon aussagt, dreht sich diese Sonderausstellung um die DKW-Rennfahrzeuge mit Frontantrieb ab Anfang der „Dreißiger Jahre“. In den „Zwanzigern“ gründete der Unternehmer Jörgen Skafte Rasmussen die Firma DKW, welche zeitenweise die größte Motorrad-Fabrik der Welt war. Die ersten Rennwagen hatten noch Heckantrieb, aber ab 1931 kam bei DKW der Frontantrieb mit Zweitaktmotor als Weltsensation zum Einsatz. Aber erstmal zum Anfang der DKW Sportwagen:

DKW – Sportwagen PS 600:

Fahrzeugschau von Händler Willy Thiele aus Rathenow mit einem Sportwagen PS 600, welcher im Spandauer DKW-Werk gefertigt wurde.

Bild eines originalen Rennwagens…

Einer der ersten Werksrennwagen mit Heckantrieb auf der Basis der PS 600 Sportwagen.

Der restaurierte Sportwagen steht als Leihgabe im Sächsischen Fahrzeugmuseum:

Fahrzeugdaten:

Das nächste Bild zeigt zwei PS 600-Rennwagen mit DKW-Werksangehörigen bei Filmaufnahmen:

Im DKW-Werk in Spandau entstanden Versuchsmotoren, die mit dem einfachen Zweitakter nicht mehr viel zu tun hatten. Das folgende interessante Bild zeigt zwei Doppelkolbenmotore mit einem dazwischen geschalteten Kompessor. Mit dem Zoller-Kompressor brachte es der Motor auf ca. 80 PS. Zwar viel Leistung, aber dementsprechend auch viel technische Probleme…

Die erste Rennteilnahme der DKW-Rennwagen erfolgte 1933 unter den 4 Ringen der Auto-Union. 1934 endete der werksseitige der DKW-Rennwagen…

Der DKW Frontrennwagen F 1 Monoposto:

Im Winter 1932 starteten mehrere DKW-Frontrennwagen auf dem zugefrorenen Eibsee bei Garmisch-Partenkirchen gegen BMW Autos.

Der erste Einsatz dieser berühmten Rennwagen erfolgte 1931 auf dem Nürburgring. Der letzte Rennverlauf diese lautstarken Gefährts erfolgte 1933 am Würgauer Berg…

Selbst Toni Bauhofer, der eigentlich mehr mit zwei Rädern unterwegs war, versuchte sich mit dem DKW auf der AVUS Berlin:

Technische Daten:

 

Die Geschichte des DKW F 1 Weltrekordwagen:

Es war einmal… ein schwäbischer Rennbaron namens Reinhard von König-Fachsenfeld, der anfangs 1930 mit einem heckgetriebenen DKW-Rennwagen bei Montlhéry Weltrekord fuhr. Mit viel Enthusiasmus und Energie zu Neueren entwarf er eine neue Karosserie mit stromliniengünstigen Eigenschaften. Er bezog von DKW ein 500er Aggregat mit Ladepumpe und verpflanzte dieses in den neu konzipierten Rennwagen. Die Rekordversuche am 17. und 18. November 1931 in Linas-Montlhery waren erfolgreich verlaufen. Der „Stromlinienbaron“ experimentierte und entwarf weitere Karosserien, auch für andere Hersteller, wie Mercedes-Rennwagen des Freiherrn Manfred von Brauchitsch. Durch die schlechte Wirtschaftslage fuhr sein Mechaniker mit dem DKW-Rennwagen auf Volksfesten in einem Motodrom Schau-Runden. Der Rennwagen blieb bei dem Schausteller. Dieser benutzte ihn noch viele Jahre um Runden auf der hölzernen Bahn zu drehen. Der Rennwagen wurde in den Achtziger Jahren in einem erbärmlichen Zustand wieder aufgefunden und einer Restauration zugeführt. In den Neunziger Jahren war der Fachsenfeld-Rennwagen dann wieder auf den Rennstrecken zu sehen, bis zum letzten Rennen auf Der AVUS im Jahr 1999:

Wie 1932, so stand der Renner auch wieder 1999 zu letzten Rennen auf der AVUS vor der Tribüne. Fahrer – Frieder Bach.

Hier steht der Rennwagen vor dem Schloss Klaffenbach, wo er einige Jahre im beherbergten „Museum für Sächsische Fahrzeuge“ stand.

Die Stiftung mit der gleichnamigen Bezeichnung übernahm den Weltrekordwagen und kümmert sich um das Erbe rund um das Schloss Fachsenfeld, um dessen Ambiente zu erhalten…

Einige Bilder der nachgebauten Weltrekord-Rennwagen, wie sie jetzt zur Sonderausstellung im Sächsischen Museum stehen:

Das Aggregat, – technische Details nachfolgend…

Unter dem Zweitakt-Motor ist die Ladepumpe angeflanscht.

Technische Daten:

 

Dieser Rennwagen war der einzige in „rot“ lackierte:

Der Sieger ist Fritz Trägner.

DKW F 1 Spezial:

Wie man auf dem vorherigen Bild erkennen kann, handelt es sich um eine Karosse der Ihle aus Bruchsal. Ihle hat für viele Rennwagen-Hersteller die Karossen gefertigt, unter anderen auch für Bugatti. Die langgezogenen Nieren waten sinnbildlich für die Firma Ihle, nicht mit BMW zu verwechseln…

Manche dieser Fahrzeuge fristeten ihr Dasein auch Im Motodrom:

Technische Daten:

Der DKW F 1 Spezial steht in der Sonderausstellung:

DKW F 2 Spezial:

Die DKW F 2 Sportwagen entstanden hauptsächlich aus Privat-Initiativen, also Menschen, die ein sportliches Fahrzeug besitzen wollten zum Teil auch an Rennen teilnahmen. Mit dem 700er Motor war auch eine Leistungsstufe erreicht, wo man schon aufgrund der Leichtigkeit des Fahrzeuges, einiges bewegen konnte

Die Geschichte:

Hans Lehr, Jahrgang 1898, betrieb in Feuchtwangen eine Autowerkstatt, in der auch sein Sohn Georg (geb. 1920) mitarbeitete. Beide fuhren Motorradrennen und hatten sich zum Ziel gesetzt, einen Rennwagen aufzubauen, um den Rennsport auf vier Rädern fortzusetzen. Zu diesem Zweck erwarben sie einen DKW F 2 und begannen 1938, ihn in ihrer Freizeit umzubauen. Zwei Stunden nachdem im Jahr 1939 den letzten Handgriff  an dem Fahrzeug getan hatten, erhielten beide den Einberufungsbefehl zur Wehrmacht, da der Krieg begonnen hatte. Georg, der Sohn, fiel 1942 in Russland; der Vater kehrte allein in die Heimat zurück. Er machte den Wagen fahrbereit und meldete ihn 1950 an. Als Andenken an der Arbeit befestigte er Plaketten an der Seite des Wagens mit der Inschrift: „Sein Werk“ und ließ das Auto stehen. Hans Lehr starb 1986 und den F 2 erbte sein Enkel, der den gleichen Namen trug wie der Erbauer des Autos – Georg ! Nach der Wieder-Fertigstellung erkrankte Georg und meldete das Auto wiederum 2004 ab. Er starb dann im Jahr 2007. Erst 2018 verkaufte die Witwe das Auto an den heutigen Leihgeber des Wagens für das Museum in Chemnitz.

Das Fahrzeug steht in der Sonderausstellung:

„Sein Werk“.

Technische Daten:

Hier Hans Rasmussen, ein Sohn des Firmengründers von DKW, auch in einem Sportwagen mit einem Serienchassis:

Auch im Erzgebirge lief ein Sportwagen von DKW, der schon viele Jahre hier im Museum steht:

DKW F 2 – Eigenbau.

Frieder Bach eröffnete die Sonderausstellung „DKW-Rennwagen“ am 6. Februar 2020 im Kreis von vielen Oldtimerfreunden:

Man sollte auch die vielen Motorräder nicht unerwähnt lassen, die der Ausstellung die Vielfalt der Techniken verleiht:

Einige Bilder ohne Kommentar:

Frieder Bach im Gespräch mit der designierten Bürgermeisterin von Chemnitz.

Liebe Leser, das war der erste Teil einer interessanten Rennwagen-Ausstellung im Sächsischen Fahrzeugmuseum in Chemnitz. Der zweite Teil wird im nächsten Beitrag zu lesen sein. Er beschäftigt sich dann hauptsächlich mit den Nachkriegs – DKW`s.

Auszüge und Bilder stammen zum Teil aus der Broschüre des Museums, diese ist dort für 8.- EUR zu erwerben:

 

 

Victoria – Inhaltsverzeichnis der letzten 150 Beiträge…

Sollten Sie einen bestimmten Beitrag über Victoria Motorräder, Mopeds, Fahrräder oder auch sonstige Beiträge, wie Treffen, Ivents suchen, so entnehmen Sie bitte den betreffenden Beitrag in den folgenden Verzeichnissen. Danach einfach den Monat und das Jahr in der linken Leiste Archivanklicken, dann erscheint der Beitrag in diesem Monat...

Inhaltsverzeichnisse:

Victoria Motorrad – KR 7-Sportmotor, der leistungsfähigste Motor der KR 7-Reihe… Ein Fund nach 40 Jahren Dornrößchenschlaf im Thüringer Land…

Anlässlich des 150. Berichtes der Webseite -www.victoria-rad.de- wird der seltene KR 7 S – Rennmotor/Sportmotor vorgestellt. 

Die KR 7 Serienmotoren und der KR 6 Sportmotor waren von der Bauart, bis auf die Unterschiede im Ölpumpenbereich, von der Bauart fast identisch. Bei beiden Motoren waren die Hubräume ebenfalls wie beim KR 6 Normalmodell gleich mit 596 ccm. Aber es gab Unterschiede zum Serienmodell Victoria KR 6:

Die KR 7 Serienmotoren und der Sportmotor KR 6 haben eine vergrößerte Nockenwelle, welche dadurch einen längeren Hub von etwa 3 mm gegenüber dem Serienmotor KR 6 aufweist:

KR 7/6 Sport – Hub eingefahren auf 0,00 mm.

KR 7/6 Sport –  Hub ausgefahren auf ca. 8,00 mm.

Beim KR 6 Serienmodell beträgt der ausgefahrene Hub etwa 5 mm. Durch das längere Öffnen des Einlassventils wird dadurch eine größere Gasfüllung der Zylinder erreicht. 

Gegenüber dem Serienmotor der KR 6 hat man werksseitig die Ventilkanäle aufgebohrt. Die nächsten zwei Bilder zeigen den Unterschied anhand der originalen Zylinderköpfe vom KR 7 Sportmodell zum Serienmotor KR 6:

KR 7 – Sportmotor, links – vorderer Kopf, mit 2x 36 mm Bohrung, rechts – hinterer Kopf, mit 2x 34 mm Bohrung.

KR 6 – Serienmotor, beide Zylinderköpfe, mit 2x 32 mm Bohrung.

Ein weiters Novum im Unterschied vom Serienmotor KR 6 zum KR 7 Motor bzw. KR 7 Sportmotor ist die Kerzeneinführung in die Zylinderköpfe. Schlaue Köpfe bei Victoria haben hier noch einiges zur höheren Verdichtung des Motors heraus gekitzelt. das nächste Bild zeigt den KR 6 Zylinderkopf:

Das Kerzengewinde ist im oberen Bereich eingeschnitten, so dass die Zündkerze im ziemlich weit oben eingeschraubt ist. Der Einschraubstutzen beträgt beim vorderen und hinteren Zylinder der KR 6 ca. 25 mm. Beim KR 7/ Sport ist die gesamte Stutzen-länge hinten um 5 mm und vorn um 7 mm im Anguss verkürzt.

Im folgenden Bild kann man den verkürzten Anguss und das tiefer sitzende Kerzengewinde recht gut erkennen. Die Verkürzung bringt doch einiges für die höhere Verdichtung. Im Vergleich von der Kompressionsmulde mit ca. 58 ccm bringt die tiefer sitzende Zündkerze immerhin ca. 1,5 ccm weniger Volumen: 

Das Verdichtungsverhältnis beim Victoria KR 6 Motor beträgt 1 : 6,1 Verdichtung. Das Verdichtungsverhältnis beim Victoria KR 7 Motor beträgt 1 : 6,2 Verdichtung. Immerhin 1 Zehntel mehr, nicht viel, aber trägt dennoch zur Leistungserhöhung bei.

Zusammenfassend stellt man fest, dass mehrere Komponenten zur Leistungserhöhung vom KR 6 Serienmodell zum KR 7 Modell mit 24 PS führten.

  • Vergrößerte Nockenwelle – mehr Gasfüllung der Zylinder…
  •  Zwei-Vergaser-Anlage, um die Gasfüllung zu gewährleisten…
  •  Aufgebohrte Ventilkanäle…
  • Verdichtungserhöhung durch Zündkerzen-Einsenkung…

Last but not least, sollte nicht vergessen werden, dass durch die Fülle der Abgase die Auspuffstutzen im Innenmaß auf 33 mm vergrößert wurden, welche bei der KR 6 nur 31 mm betragen.

Jetzt aber zum Victoria KR 7 Sportmotor, (KR 7 S), wohl der einzige der noch existent ist. Das nachfolgende Bild zeigt den KR 7 S – Motor ohne die Zylinderköpfe, da natürlich der Ventil-Klapperatismus überholt werden musste. Die Ventilführungen, die Ventilsitze und das Einschleifen derselben ist für eine ordentliche Funktion des Motors emminend wichtig.

Die neu eingepassten Ventile werden dem Motor einen ordentlichen Lauf bescheren. Die Kompressions- und Verbrennungsmulde ist bis auf die Zündkerzeneinführung baugleich mit dem KR 6 Motor. Brennraumdurchmesser – 73 mm, Muldentiefe 34 mm.

Der Motor selber ist nach Prüfung der Kurbelwelle auf Distanz, sowie der Zylinder-Laufflächen und der Steuerräder im originalen, noch nie geöffneten Zustand verblieben.

Der ungeöffnete KR 7 S – Motor.

Aber wie unterscheidet sich nun der Victoria KR 7 S-Motor zum KR 7-Motor ? Dieser Motor wurde „werksseitig“ von dem bekannten Bohrungsmaß mit exakt 77 mm auf exakt 79 mm vergrößert. der Hub ist natürlich aus konstruktiven Gründen bei 64 mm geblieben. 

Das Bohrungsmaß mit 79 mm am originalen Motor.

Die Zylinderwandung beträgt 3,5 mm.

Die vergrößerte Bohrung bringt aber einiges mehr an Volumen der Zylinder und damit eine höhere Befüllung und dem zu Folge eine weitaus höhere Kompression. Pro Zylinder werden ca. 15 ccm mehr gemessen, was einen Hubraum von ca. 626 ccm  gesamt, entspricht. Umgerechnet auf das Verdichtungsverhältnis ergibt es einen Wert von 1 : 6,5 Verdichtung, somit drei Zehntel mehr als bei der normalen KR 7 (1 : 6,2). Die Leistung dieses Motors dürfte nochmal um 2 – 3 PS auf maximal 27 PS steigen. 

– Victoria – Rennmotor – KR 7 S (Sport) 626 ccm / 27 PS Leistung –

Zusammengehörige Motorteile wurden mit speziellen Rund-Stempel versehen, nächste zwei Bilder:

Die Ölzuführung erfolgt wie beim KR 6 Sportmotor über eine Einweg-Ölpumpe, nächstes Bild eines solchen Motors:

Beim KR 7 Modell wurde eine Zweikreis- Ölpumpe verbaut:

Beim KR 7 Sportmotor ist dieses ganze Ölleitungsgewirr wie hier beim KR 7 Touren-Sport-Modell aus der Serie nicht vorhanden !

Hier die Einführung der Ölleitung in den Motor zur Kurbelwellen-Schmierung eines anderen KR 6 – Sportmotors.

Über eine Öldüse mit 2 mm Durchmesser spritzt das Öl durch das Kurbelwellen-Steuerrad über eine weitere Öffnung zur Kurbelwelle und wird verschleudert.

Bilder der zerlegten, gereinigten Ölpumpe:

Da der Ölkanal rechtwinklig abbiegt hat man die Bohrstelle einfach weich zugelötet.

Anschluss der Pumpe am unteren Gehäuse mit Ölpumpen-Antrieb über geschlitztes Gestänge.

Der Noris-Magnetzünder wurde natürlich professionell überholt:

Geöffnete Abdeckung mit Kurzschluss-Adapter.

Zündmagnet mit Verstellung für Früh- und Spätzündung inkl. Anschluss für Kabel zum Kursschlussschalter.

Einige Bilder vom überholten Victoria – Rennmotor KR 7 S:

Schwungscheibenseite.

Vergaserseite.

Links – vorderer Zylinder.

Hinterer Zylinder.

Heute ist Polterabend und Morgen wird Hochzeit gefeiert:

 

Irgendwann in den nächsten Beiträgen wird dann Die Hochzeit mit dem bereits überholten Fahrgestell und dem Motor, sowie dessen interessante Geschichte berichtet.


 

 

Motorrad-Messe – Leipzig am ersten WE im Februar 2020…

In der Sachsen-Metropole findet immer Anfang Februar die internationale Motorrad-Messe statt. Rund 50 000 Besucher waren an diesem Wochenende vor Ort und bestaunten die Neuheiten für die Saison 2020. Alles dreht sich rund ums Motorrad –  Zubehör, Bekleidung, Helme und ein fantastisches Rahmenprogramm von ca. 300 Ausstellern, Anbietern und Bikern, die Showeinlagen präsentieren. 

Messe – Leipzig.

Da unsere Webseite mehr Oldtimer lastig ist, schlägt sich das natürlich auch in der Berichterstattung nieder und die Unmengen an den sogenannten PS-Flöten werden hier außen vor gelassen.

Royal-Enfield, Bullet 500.

KTM Moto 3 – Prototyp – Einzylinder mit 55 PS und 230 Km/h, tja auch die PS schwachen können schnell sein…

Sonderausstellung vom Fahrzeugmuseum Staßfurt.

Im Holzrahmen befindet sich ein 250er ETZH von 1980. Das Gefährt wurde für den Rosenmontagsumzug Staßfurt hergerichtet…

Die JAWA Freunde waren auch vor Ort…

Natürlich auf die Simson Fans…

Simson SR 2 – Boardtrack.

Nun aber mal zum „Indian“ Stand, welcher vom hiesigen Händler „INDIAN MOTORCYCLE“ Leipzig/Schkeuditz mit einer ganz besonderen 1200er Indian mit 95 PS ausgerüstet war:

Die „One of Five“, also eine von fünf gebauten Maschinen in Europa in einer eimaligen Sonderlackierung…

Das wärs !!!

Die Bundeswehr hat Werbung für ihren Laden gemacht:

Das Oldtimermuseum Augustusburg hatte auch einen schönen Messestand zu bieten:

DKW Block 200 von 1931 im Originalzustand.

Oh Gott, das gute Stück – einfach zersägt…

Das war mal eine: „Wanderer“, wurde von 1914-1920 gebaut und hatte Vier-Ventil-Technik mit 749 ccm und wurde Opfer für einen „Schnittmotor“.

Die Kleinen hatten auch ihre Freude…

Die Großen auch:

Ein besonderes Ivent – die Motorshow in der Kugel:

Da muss man nicht mehr viel dazu sagen, einfach Toll…

Soweit sollte es nicht kommen…

War wieder mal ein schöner Ausflug…

 

 

 

Victoria – Pechvogel mit FM 38…

Ja manchmal passieren Sachen, die müssen nicht unbedingt sein, aber wenn ein Victoria-Rad im Spiel ist, dann ist das ein Fall für diese Seite:

Hier ist die Unglücksmaschine, das Victoria Rad mit dem FM 38 Hilfsmotor. Unübersehbar das Vorderrad mit einer „8“ wie sie im Bilderbuch steht.

Den Mittelständer, nicht ausgeklappt, übernimmt jetzt das Vorderrad… Die Radnabe ist noch in Ordnung, aber die Felge samt Speichen müssen erneuert werden…

Das Victoria IG-Mitglied Günter Brattke (70 Jahre) ist in Treuen im Vogtland mit einem Auto kollidiert, wobei beim Autofahrer die Schuld lag, obwohl man den Gündi eigentlich nicht übersehen kann…

Gott sei Dank hat er keinen Schaden davon getragen, nur der Schreck musste verarbeitet werden.

Die Mobilität des Drivers ist aber gesichert, da im Keller ein Ersatzrad – ein Phänomen mit dem MAW-Motor bereit steht:

Ist zwar kein „Victoria“, aber für den Alltag, denn Günter fährt täglich – völlig ausreichend der MAW…

Hier nochmal das Dilemma-Bild:

 

Oldtema – Teilemarkt Messe-Erfurt 2020…

Auch in diesem Jahr fand die Oldtema traditionsmäßig am vorletzten Wochenende im Januar im Messegelände Erfurt statt:

Eingang zur Messe…

Ich glaube dieses Jahr wurden Besuchermäßig alle Rekorde gebrochen. Im Gegensatz zu 2002 mit 11 000 Besuchern war es eine Steigerung auf 13 500 Besucher dieses Jahr. Mal von den Flohmarkt-Händlern abgesehen (die gibt es mittlerweile auf jeder Oldtimermesse gibt), war das Angebot recht überzeugend für den Oldie-Fan (380 – Anbieter). Aber seht selbst – einige Bilder und Kommentare dazu:

Selbst das erste zweirädrige Gefährt – die Laufmaschine von Freiherr von Drais aus dem 18. Jahrhundert war dabei.

Simson-Spatz aus dem Stroh gezogen…

Ohne Fichte l& Sachs 98 ccm geht gar kein Markt…

Emailschilder im Nachbau – massig ohne Ende, die originalen sieht man kaum und wenn, dann überteuert…

Umso schöner, die alten originalen Fahrrad-Motive aus längst vergangenen Zeiten und das im Rahmen, hinter Glas…

Die 350er BK – Zweitakt-Boxer-Motor fehlt im Osten nie !!!

Eine Pracht – so ein Zylinderkopf mit seinen oben stehenden Ventilen…

Ein schön restauriertes D-Rad, gebaut in Berlin Charlottenburg bei den D-Rad-Werken, Modell R9.

BMW R 68.

Dieser rostige VW-Transporter hat eine ganz besondere Ladung auf dem Rücken – eine BMW R 62…

Daneben das krasse Gegenteil der ehemaligen DDR-Produktion:

Die Schwalbe sollte man so lassen…

Die DKW 500 Sport von 1929, wassergekühlt, ist eine Rarität…

NSU 201 R.

Standard CT 500.

Im Außengelände waren auch sehr viele Händler vertreten, obwohl es bei Minus 2 Grad über einen längeren Zeitraum doch recht kalt war:

Aber die Arbeitsmotoren heizten ein:

Die Kleinen waren hier recht begeistert – ja wo sich was dreht, zischt und schnauft, da kommt die Neugier auf…

Noch Motorräder im Außengelände:

Gillet und DKW.

Indian als Einzylinder, nicht allemal zu sehen…

und auch – skurriles…

 

Ein Hingucker – die alte Kutschenlampe mit Docht und öl:

Die Fahrradgemeinde ist natürlich auch dabei:

Der Steuerkopf vom OPEL – Rad.

Diese tolle 500er JAWA mit dem OHC gesteuerten Motor sucht hier in Erfurt auch einen neuen Besitzer:

Alles in allem kann man immer wieder sagen, Erfurt im Januar ist für die Oldtimer-Freunde ein Mekka und auf jeden Fall eine Reise wert…

 

 

Victoria – Steher-Rennen, Radrennen von den Dreißigern bis in die Fünfziger Jahre…

In diesem Beitrag werden einige Auszüge aus bekannten Radrennen und Schrittmacher-Steher-Rennen mit berühmten Radrennfahrern von Victoria gezeigt.

Victoria – Siege, hier mit Willi Kutschbach auf Victoria „V101“ dem Jubiläumsmodell von 1936.

Victoria – V 101, 1936.

Die Radrennfahrer fuhren hinter den großvolumigen Stehermaschinen um den Windschatten versuchsweise immer auszunutzen und somit höchste Leistungen in Bezug auf Geschwindigkeit und Zeit zu nutzen. 100 Stundenkilometer über längere Distanzen waren keine Seltenheit.

Der berühmteste Steher-Radrennfahrer der Fünfziger Jahre war Heinz Jacobi:

Siegerehrung durch die Direktoren von Victoria 1956.

Nach Heinz Jacobi hat man die Super-Sport-Modelle in der späteren Zweirad Union AG benannt:

Die Räder wurden mit eigens gefertigten Anhängern zu den Austragungsorten gebracht:

Im Anschluss frühe Steher-Rennen von Austragungsorten weltweit:

Eine Siegerehrung in historischer Tracht:

VICTORIA – Poster von 1956

Symbol – Steher-Rad-Rennen.