Victoria – Motorfahrräder – Die neuen Victoria „Fix“ und „Fix Sport“ Modelle ab 1936…

Die neuen Victoria – „Fix“ Motorfahrräder

Die neue Linie der Motorfahrräder begann Ende 1936 mit einem Wettbewerb, heute würde man sagen einer Ausschreibung, um einen neuen Namen für die Motorfahrräder zu finden. Mit vier Preisen und dem Gewinn von 50 RM wurde  dann der Name „Fix“ ermittelt. Das war der Slogan: „Einzigartige Formschönheit und Zweckmäßigkeit sind die Kennzeichen der VICTORIA – FIX – Motorfahrräder“. Von 1937-1938 hatte man die Fix Modelle mit dem bewährten F&S Motor im Programm.

Victoria – Fix – Herrenmodell V 99:

Victoria – Fix – Damenmodell V 109:

Victoria – Fix – Geschäftsrad V 122:

Details der Motorfahrräder:

Kundensessionen:


Mit der neuen Preisliste kamen einige Veränderungen, welche einen geringen Aufpreis rechtfertigten:

  • Bosch Lichtanlage mit 15 Watt
  • Elektrisches Horn
  • Tachometer
  • Die Schwungrad-Zündlichtanalage für 15 Watt war serienmäßig!

Diese Neuerungen erbrachten den neuen Namen: Victoria „Fix Sport“.

Die Preisliste:

 im Originalzustand:

Bei der „Fix Sport“ wurde die Lackierung mit mehr blau unterlegten Farbsegmenten verschönert.

Originalbilder:


Die KR 10 gab es bereits 1932, aber dennoch wurde dieses Modell nochmal im Jahr 1937 mit einem F&S Kickstartermotor ins Programm aufgenommen.

Victoria KR 10 1937:


Victoria – Motorrad KR 15 von 1933-1938

Victoria – KR 15 von 1933-1938

Endlich mal ein richtiges Kleinmotorrad mit tollem Design, dazu noch sparsam im Benzinverbrauch und auch durch die Steuerbefreiung für Fahrzeuge bis 200 ccm. Durch das geringe Gewicht konnte die KR 15 locker mit 200er Maschinen mithalten und erreichte 70 km/h. Wie man in den folgenden Bildern sieht, konnte ein Mann, die KR 15 locker tragen:

Beginnend mit der KR 10, über die KR 12, bekam die KR 15 auch einen ILO- Motor, wieder mit Hurth-Getriebe und Schaltung am Tank, welcher 1936 auch fein lackiert und verchromt als Jubiläumsmodell angepriesen wurde:

ILO-Motor mit Getriebeeinheit:

Die Noris-Zündung:

Technische Daten:


KR 10 – Bedienanleitung:



Das Hurth-Getriebe:

Verschiedene KFZ-Briefe:

Originale Bilder:





 

Victoria – Motorrad KR 12 ab 1932…

Auszug aus dem Buch der Victoria – IG:

Victoria – KR 12

Die neue KR 12, wiederum mit einem ILO-Motor, im Zweitaktprinzip, leistete  4 PS bei 123 ccm Hubraum. Allerdings hatte sie schon ein Dreiganggetriebe. Als grundsolides, kleines Motorrad mit geringen Gewicht, war sie aber sehr lebendig und auch sehr leistungsstark. Sie reagierte auf die geringste Neigung und man konnte mir ihr schnell und unkompliziert im Straßenverkehr zurecht kommen. Die KR 12 gab es nur in schwarzer Emaillierung zu einem Preis von 430 RM, aber auch ohne jeden Schnickschnack. Das Dreiganggetriebe von der Firma „Hurth“ wurde über ein Gestänge an einer Kulisse am Tank bedient. Sehr formschön und auch praktisch war der kleine Leichtmetallkettenschutz mit vorteilhafter Kontrolle und Schmierung der Kette. Der Tank mit dem Victoriaengel wirkte zum Fahrgestell etwas voluminös. Die Vorderradgabel bestand aus Stahlblech Gabelscheiden mit einer straffen Druckfeder. Als Höchstgeschwindigkeit maß man stolze 60 km/h.

Prüfbericht „Motor und Sport“:


Victoria – KLeinmotorrad – V 80 L 1933

Auszug aus dem Buch der Victoria IG:

Victoria – V 80 L

Ab 1933 gab es für  ein Jahr dieses Herrenmodell mit dem 80 ccm ILO-Motor mit 1,75 PS, Zweiganggetriebe , 40 km/h Höchstgeschwindigkeit, zum Preis von 320 RM. Ein, victoriagrau, gut emailliertes, gut ausgestattetes Fahrzeug, noch unter der Bezeichnung Kleimotorrad, allerdings mit Pedalen ausgerüstet. Ein bruchsicherer Rahmen, Schalautomat und verchromte Blankteile waren die Serie, Schwungradmagnet für Licht- und Zündstrom, großer, eleganter und abblendbarer Scheinwerfer, langgestreckter 6 Liter Satteltank, Vorderrad Felgenbremse und Rücktrittsbremsnabe, sehr kräftiger Hinterradständer, Ballonbereifung 26×2″, extrabreite Schutzbleche, hinten mit Nummernschild und Rückstrahler, dazu komplettes Werkzeug waren Ausstattungsmerkmale dieser hübschen Maschine mit einem Gewicht von ca. 40 kg. Angeboten wurde als Sonderausstattung: einfacher Gepäckträger für 7 RM oder extra starker Gepäckträger mit hoher Galerie für 24 RM, eine lautstarke Hupe, sowie eine federnde F&S Vorderradnabe mit Innenbackenbremse für jeweils 12 RM.

Prospekt Victoria V 80 L:

Auszug „Motor und Sport:


 

Victoria – Kleinmotorrad – KR 10 ab 1932

Victoria KR 10

Auszug aus Buch der Victoria IG:

Die erste KR 10 erschien 1932 mit dem identischen Fahrwerk und der Ausstattung der KR 12 mit ILO-Motor, mit dem einzigen Unterschied, dass bei der KR 10 der 98er Fichtel & Sachs Motor eingebaut war, welcher hier aber mit einem Kickstarter ausgerüstet wurde.

Modell KR 10 mit F&S Getriebeblock

Der Zweitaktmotor leistete 2,25 PS, hatte ein Zweiganggetriebe, Kickstarter, die Höchstgeschwindigkeit lag bei ca. 55 – 60 km/h.  Mit der KR 10 kam schon im ersten Baujahr des neuen 98 ccm F&S – Motors ein gut konzipiertes Fahrzeug in den Verkauf. Bei der Victoria KR 10 waren jetzt statt der Pedalkurbel Fußrasten und ein Kickstarter vorhanden. Das Erscheinungsbild der KR 10 hat alle Merkmale eines richtigen Motorrades, nur eben etwas kleiner. Die Lackierung war in schwarz erhältlich. Die Draht-Ballon-Reifen maßen 25 x 2,75″. Die Kr 10 erlebte in ihrer Bauzeit einige Änderungen, sie war durch ihr Äußeres immer näher am Motorrad als ihre Geschwister mit den Tretkurbeln. In der letzten Ausführung von 1937 erhielt die jetzt wie üblich in Victoriagrau emaillierte KR 10 mit dem 98er F&S-Motor den schönen gestreckten, 8 Liter Tank, Bereifung in Standardgröße 26 x 2,25″, Doppelfeder-Schwingsattel und den selbstaufklappenden massiven Mittelbockständer.

Auszug aus KFZ-Brief KR 10:

Der dazugehörige F&S-Motor mit 98 ccm:

Der Victoria Patent-Doppelfeder-Schwingsattel:

ILO-Einbaumotoren:

Vor den Toren Hamburgs, in der Kreisstadt Pinneberg gab es von 1913-1990 die ILO-Motorenwerke. Gründer dieser zunächst als „Norddeutsche Maschinenfabrik GmbH“ bezeichneten Firma war Heinrich Christiansen, er lebte von 1876-1949. Der Name „ILO“ stammt aus der Weltsprache Esperanto und bedeutet „Gutes Werkzeug“. Ab 1930 war es die ILO GmbH. Es wurden Werkzeuge gefertigt, sowie Motoren für Fahrzeuge und Stationärmotoren. Motoren für Leichtkrafträder stellte man ab 1922 her. Bis 1926 baute man eigene Motorräder mit Zweitaktmotoren. Diese Produktion stellte man aber wieder ein, weil der Absatz gering war. Der F 80-Zweitaktmotor für Kleinmotorräder wird ab 1932 in Serie gebaut und wird auch bei Victoria im Modell V 80 L eingebaut (nächster Beitrag). Viele Zweiradhersteller bedienten sich ab 1932 bei ILO mit Motoren. Neben verschiedenen Zweitaktmotoren der abgestuften Hubräume, welche in den nächsten Beiträgen dargestellt werden, baute ILO auch größere Viertaktmotoren beispielsweise für die Victoria KR 8 und KR 9 (500 ccm), sowie für die Victoria KR 35 B/G (350 ccm).

Der bekannteste ILO-Motor bei Victoria ist der 150er mit 5 PS in dem kleinen Modell KR 15:


 

 

Victoria – Kleinmotorräder mit 98er Fichtel & Sachsmotor

Victoria Kleinmotorräder mit 98er Fichtel & Sachs Motor ab 1932 – 1938

Victoria – Kleinmotorrad vom Fahrrad kommend mit 98er Fichtel & Sachs und der Leistung von 2,25 PS Zweitakter als Modell V 98 Herrenmodell und V 108 als Damenmodell ab dem Baujahr 1932. Das erste Modell war noch mit dem hängenden Tank, mit der Verzierung des Victoriaengels. Am Anfang mit schwarzer Emaillierung und vorderer Felgenbremse:

Original – Kleinmotorrad mit dem 98er Motor

Mit Walzengeschwindigkeitsmesser und Kilometerzähler am Vorderrad

Das Handbuch von F&S für die 98er Motoren:

Verkaufsprospekt von 1935:

Wie bereits in diesem Prospekt vorgestellt, kamen dann 1936 die Jubiläumsmodelle (50 Jahre Victoria) auf den Markt. Mit einer exzellenten Tanklackierung, viel Chrom und den im Ehrenkranz eingeschlossenen Victoriaengel, oder als qualitativer Rhombus dargestellt:

Jubiläumsmodell V 98 L als Herrenrad 1936

Man konnte auch eine Pendelgabel bestellen, hier als Damenmodell V 108 L mit niedrigen Durchstieg gezeigt:

Nochmal die Pendelgabel im Herrenmodell:

Die Tanks aus der Ersatzteilliste:

Scheidengabel:

Pendelgabel:

Die Kotflügel mit zus. Spritzschutzblech:

Die Gepäckträger für die Transporträder:

Weitere Auszüge aus der Ersatzteilliste:



Viele Hersteller von Motorzweirädern bedienten sich mit den robusten 98er F&S Motoren, hier noch ein Beispiel von einer, auch in Nürnberg hergestellten Herkules, dafür:

Originale Aufnahmen:



 

Victoria – Kleinmotorräder mit 74er Fichtel & Sachs-Motor

Victoria – die Kleinmotorräder mit dem 74 ccm Fichtel & Sachs – Motor

Die Weltwirtschaftskrise war da und Victoria, sowie auch viele andere Hersteller mussten sich einiges einfallen lassen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten, denn die hubraumstarken Motorräder verkaufte man weniger. Da kamen die Fichtel & Sachs Motoren mit 74 ccm gerade recht, um diese Lücke zu füllen. Das Fahrrad erfuhr natürlich auch seine Berechtigung und seinen Aufschwung, um mit einem verstärkten Rahmen diese Motoren aufzunehmen, bzw. auch die fahrwerkstechnischen Voraussetzungen zu erfüllen.

Fichtel & Sachs die Einbauvariante für das Fahrrad:

Herrenmodell

Damenmodell

Victoria – 74er Fichtel & Sachs -H- Modell V75 1931:

Mit vorgelegten Fußrasten

Victoria – 74er Fichtel & Sachs -D- Modell V85 1931:ebenfalls mi Fußrasten

Restauriertes Victoria -H- Modell mit moderner Vorderradgabel ab 1934:

Restauriertes Victoria -D- Modell mit moderner Vorderradgabel ab 1934:

Das Damenmodell vor der Restaurierung:

Fichtel & Sachs der 74 ccm Motor und seine Bedienung:

Natürlich wurden die F&S Motoren auch in Victoria Transporträdern verbaut:

Modell V122

Modell V95

Prospekt:

Preisliste:

Victoria Damenmodell im Originalzustand V85:

Mit noch angegossener Auspuffbirne am Zylinder !!!

Viele andere Hersteller von solchen Kleimotorrädern bedienten sich auch mit den 74er Motoren, hier ein Beispiel der Firma Adler:

Victoria – V75L März 1933:

Tank mit Victoriaengel in moderner Ausführung

Schema für die Zündeinstellung:

Originale Bilder mit dem 74er:

Das 74er Victoria-Pärchen:


 

 

Victoria – Motorrad – Sensationsfund – Veterama Mannheim 2018 Victoria KR III – Sodengetriebe 1924

SODENGETRIEBE FÜR MOTORRÄDER

GEFUNDEN – VETERAMA MANNHEIM 2018:

Sodengetriebe für Victoria KR III (eines von den drei gefertigten Prototypen):

In den Jahren 1924 – 1926 befasste sich ZF (Zahnradfabrik Friedrichshafen) mit der Entwicklung eines Motorradgetriebes für schwere Motorräder mit 3 Gängen und mit der für das Sodengetriebe typischen Gangvorwahl. Der Name „Soden“ wurde vom technischen Mitbegründer und langjährigen Vorstand von ZF, Alfred Graf von Soden-Fraunhofen, übernommen. Für den Einsatz im Motorrad konnte dieses kompakte Dreigang-Sodengetriebe mit nur einer Vorgelegewelle dargestellt werden. Die Getriebewellen lagen Quer zur Fahrtrichtung, der Schaltmechanismus war in Fahrzeugquerrichtung angeordnet. Bei diesem Dreigang-Getriebe war der Kraftfluss für die ersten beiden Gänge über eine Vorgelegewelle, der dritte Gang wurde als Direktgang geführt. Die Gangvorwahl erfolgte durch einen Drehgriff am Lenker. Mit dem Mechanismus zur Gangvorwahl war die Anzeige des Ist-Ganges verbunden. Die grundsätzliche Schaltung entsprach den PKW- und LKW Fahrzeugtrieben. Technisch wurde der Aufbau des Schaltungsteiles jedoch anders gelöst. Die Vorrichtung zum Auslösen der Schaltung und zum  Abheben der Schaltgabeln beim Kuppeln nach Gangvorwahl bestand aus einer in Längsrichtung geschlitzten Hohlwelle. In diesen Schlitz ragten die Enden der Schaltgabeln. Durch Verdrehen dieser Hohlwelle beim Auskuppeln wurden alle drei Schaltgabeln gegen die Federn in Richtung „Offen“ gedrückt. Die Betätigung der Welle erfolgte hinten an der Getriebeunterseite über einen Hebel. Der Mechanismus zur Verriegelung der Schaltgabeln befand sich beim Motorradgetriebe innerhalb der durch die Kupplungsbetätigung zu verdrehenden Hohlwelle. Diese Verriegelung erfolgte durch einen axial verschiebaren Riegelschalter. Dieser wurde durch den Drehgriff am Lenker gegen Federkraft axial gedrückt. Abhängig von der axialen Stellung des Schiebers wurde die Schaltgabel für den jeweils vorgewählten Gang freigegeben. Über die axiale Stellung des Riegelschiebers war eine Anzeige des Ist-Ganges möglich.

Sodengetriebe komplett mit Gangwelle und Drehgriff am Lenker

Drehgriff am Lenker

Die Firma ZF hat mindestens ein Motorrad von Victoria mit Beiwagen erworben. Das Kennzeichen war: III Z-6098, Zulassung in Tettnang. Auf der Abbildung ist das Motorrad mit eingebauten Sodengetriebe zu sehen:

Im Zeichnungsbuch datieren Informationen für die Motorräder KR III von März bis November 1924. Unter den Kosten für die Jahre 1924 und 1925, für die drei Sodengetriebe, veranschlagte man mit den Versuchen für diese – 3024,- Mark. Für die konstruktive Mitarbeit am Soden-Motorrad-Getriebe wurde für Oberingenieur Wilhelm eine Vergütung von 5000,- Mark bezahlt. Die Relation zwischen Konstruktionskosten und Versuchskosten sieht man heute völlig anders, der Versuchsaufwand übersteigt den Konstruktionsaufwand beträchtlich. Trotz großer Lobeshymnen von der Fachpresse über das „geräuschlose Laufen und die Erleichterung beim Schalten“, wurden nach heutigen Erkenntnissen ausschließlich Prototypen hergestellt. Es kam nicht zum Serieneinsatz.

Beim Auskuppeln, -Hebel zur Betätigung der Welle am hinteren, unteren Teil des Sodengetriebes.

Getriebeschnitte des Sodengetriebes:

Querschnitt im Bereich der An- und Abtriebswelle, Blick von hinten

Waagerechter Schnitt in der Wellenebene, Blick von oben

Schnitt im Bereich der Gehäuseteilung durch die Getriebewellen, Blick von links

Nochmal der Blick von rechts auf das moderne Sodengetriebe, dass natürlich dem normalen KR III Getriebe sehr authentisch ähnelt, nur mit dem gravierenden Unterschied, dass es sich hier um ein halbautomatisches Getriebe handelt, bereits im Jahr 1924:

Diese einmaligen Informationen stammen aus dem Buch „Sodengetriebe der Firma ZF“ (Zahnradfabrik Friedrichshafen).

 

Victoria – Motorrad KR 35 „Pionier“ ab 1938 …

 

Nach der KR 35 S und dann den erfolgreichen Zweitaktern, welche unter Federführung von Richard Küchen hergestellt wurden, sollte nun eine Weiterentwicklung erfolgen – die KR 35 „Pionier“, als Viertaktmodell. Die neue V-Linie mit dem Logo im Ehrenkranz symbolisierte eine Ära, die nach 1936, also dem 50-jährigen Bestehen von Victoria, einen modernen Weg darstellte:


Der Motor, das gemeinsame Projekt von Richard Küchen und Hermann Reeb, war ein moderner, im Stil einer Tropfenform, mit der Vereinigung von Motor und Getriebe ein sogenannter Blockmotor:

Konstrukteure: Richard Küchen/Victoria – Hermann Reeb/Horex

Aufgrund von Überbeständen vom Vorgängermodell KR 35 S wurden die ersten 270 Modelle der „Pionier“ noch mit der „Tiger“ Trapezgabel ausgerüstet. Weitere Teile verwendete man vom letzten Modell:

  • Rahmen – Lenkkopflager
  • Vorderradnabe mit 190 mm Bremstrommeldurchmesser
  • Lampenhalterung
  • Innenzughebel am Lenker
  • Drehgriffe Gas (rechts) – Zündverstellung (links)
  • Zuführung der Züge zur Zündanlage

Die neue Pioniergabel:

Technische Daten:

Originale KR 35 SN mit Militär – Auspuffanlage:

Die Victoria „Pionier“ KR 35 SN war auch als „SS“ lieferbar, wobei meist angenommen wird, das die „SS“ die Sportversion mit 20PS ist, wie auf folgendem Prospekt:

Die Leistungssteigerung wurde durch bearbeitete Einlasskanäle, Nockenwelle und anderen Kolben erreicht.

Weitere Änderungen:

  • Zukauf der Tigergabel, später aus eigener Herstellung
  • Anfangs Luft- und Zündverstellung mit Hebel am Lenker, später Zündhebel links und Lufthebel rechts
  • zusätzliche Strebe für Hinterradständer
  • 3x verschiedener Werkzeugkastenverschluss (Riemen, 2x Drehverschluss
  • verschieden)
  • Einsparung von Chromteilen durch staatliche Verordnung

Fließbandfertigung:

In den Jahren 1938/1939 hat Victoria ca. 2000 Stück „Pionier“ hergestellt.

Ersatzteilliste Victoria KR 35 SN, KR 35 SS:

Originale Bilder von Privatmaschinen:

Nächste Bilder – Restaurierte Victoria KR 35 SS „Pionier“, man beachte den eigens von Victoria gelieferten Verkaufsständer (hauptsächlich für die Schaufenster der Händler):

Für die Privatkunden hat man wenige „Pionier“ gefertigt. Die große Anzahl von etwa 8000 Motorrädern verschlang die Rüstungsproduktion in den Jahren von 1939 bis 1942. Nach dem Krieg konnte man aus den Restbeständen noch ca. 500 Motorräder zusammenschrauben, somit entstanden rund 10500 KR 35 „Pionier“.

Militäraufnahmen:


Victoria – Motorrad – Sportmodell KR 35 S mit Columbusmotor

Nach der Ära der englischen Importe von Stuemey-Archer Motoren und der nicht sehr erfolgreichen Victoria KR 8/9 hatte man die Verpflichtung seiner Kunden gegenüber eine neue gefragte Sport- und Geländemaschine zu präsentieren. Die Horex Fahrzeugbau AG mit ihrer Columbus Motorenbau AG aus Bad Homburg schienen der richtige Partner für Victoria zu sein. Für das neue Modell nahm Victoria den 14 PS leistungsstarken OHV-Motor als Einportvariante mit einem Hubraum von 349 ccm, bei einer Bohrung von 69 mm und dem Hub von 92 mm.

Technische Daten:

Neuerungen:

  • Motor völlig gekapselt
  • Trockensumpf-Umlaufschmierung
  • Kolbenölpumpe innenliegend
  • Vierganggetriebe mit Fußschaltung, rechtsgeschaltet
  • Am Lenker Drehgriffe und verstellbarer Steuerungsdämpfer
  • Große Innenbacken Bremsnaben
  • hochgezogene Auspuffanlage
  • Amal-Vergaser Typ 75/011
  • Rollkippständer
  • Rahmenhöhe 20 mm niedriger als KR 35 B/G

Rein äußerlich glich das Modell der Victoria KR35 B/G, was auch mit der Einsparung der Kosten natürlich zu tun hatte.

Baugleiche Teile Victoria KR 35S – KR 35 B/G:

  • Tigergabel
  • Verchromter Tank mit Linierung und Emblem
  • Kotflügel, Werkzeugkästen
  • Lenker mit Bedienungselementen (Drehgriffe, links als Zündverstellung
  • Sättel, Öltank, Tachoanlage

Weitere Änderungen im Baujahr 1936-1937:

  • Radachsen auf von 14 mm (B/G) auf 12 mm, dadurch geänderte Gabelenden
  • geänderte Befestigungsstreben am Batteriehalter
  • Bremspedal der Hinterradbremse von Ballenbremse zu Zehenbremse
  • der linke Werkzeugkasten wurde eingespart

Restaurierte KR 35 S

In der folgenden Darstellung sieht man die Horrx S 35 (S steht vor der Bezeichnung) mit dem werkseigenen Motor:

Auch andere Hersteller, wie zum Beispiel die Firma Standard, vom Begründer Wilhelm Gutbrod, stellten in dieser Zeit Sport- und Geländesportmaschinen her. Ein Highlite war die 350er Sport-Rex mit „Königswellenmotor“:

Gemeinsamkeiten sind unschwer zu erkennen.

Weitere Bilder von der KR 35 S: