Victoria – mit den „ANFA“ – Seitenwagen und den „EFKA“ – Seitenwagen ab 1920…

Victoria-Seitenwagen Teil 1…

Teilweise-Text-Auszüge aus Bericht Victoria IG – Buch, Juni 2016. Buch ist bestellbar: www.victoria-ig.de.

Seitenwagenbericht ab Seite 352, Autor: Gert Reiher.

Es folgt der erste werksseitig angebotene Seitenwagen an einer Victoria KRI von 1920:

 

Ob dieser Seitenwagen von Victoria selbst hergestellt wurde kann nicht 100 % belegt werden. Es ist eher anzunehmen, das Victoria die werksseitig angebotenen Seitenwagen von der Anhaltinischen Fahrzeugfabrik aus Dessau „ANFA“ zugekauft hat und an ihre Motorräder anbaute.

Es folgen frühe Verkaufsunterlagen der Firma „ANFA“ aus Jonitz/Dessau:

Die Motorräder der Zwanziger Jahre begannen bei Victoria mit der K.R.I., ausgerüstet mit einem leistungsstarken Motor von 500 ccm und 3,75 PS. Um drei Personen zu befördern baute man einen Seitenwagen an das Motorrad. Für die Entwicklung eines Seitenwagens wie auch für die Fertigung von Seitenwagenkarosserien waren die Fertigungskapazitäten beschränkt. Bei Victoria bündelte man für die Entwicklung der Motorentechnik, die Anpassung des Fahrgestells und für weitere Neuerungen alle Kräfte. Man kann davon ausgehen, dass Victoria nur in einem beschränkten Maß eigene Karosserien hergestellt hat und auf dem eigenen Fahrgestell montierte. Victoria hat, wie auch viele andere Motorradhersteller, die Angebote von speziellen Seitenwagen-Herstellern genutzt. Wie man aus den Prospekten z.B. von „ANFA“ entnehmen kann, bauten diese Hersteller in Abstimmung mit den Motorradproduzenten die kompletten Fahrgestelle und Karosserien für deren Motorräder. Auch im Transport-Seitenwagen-Bereich war „ANFA“ gut aufgestellt, wie man auf den Prospekten sieht.

Es folgen Bilder eines original aufgefundenen frühen „ANFA“-Seitenwagens:

Das originale Typenschild, Nr.: 4755.

Vormontage inkl. originalem Fahrgestell an eine frühen BMW R 57. An einer frühen Victoria würde aber besser passen.

„ANFA“  (Anhaltinische Fahrzeugwerke-Werke AG) wurde 1901von Robert Krause in Jonitz bei Dessau gegründet. Die Firma war sehr vielfältig tätig und stellte Fahrräder, Motorradmotoren, Kupplungen und sogar von 1906-1910 Automobile mit der Markenbezeichnung „Dessavia“ her. Zu dieser Zeit waren auch Vorsteckwagen für Personen und Transportzwecke im Programm. Ob hier schon eine Zusammenarbeit in frühen Jahren mit Victoria im Vorsteckwagenbereich bestand ist nicht belegt.

Möglich, aber auch nicht:

Die Transport-Seitenwagen, wie der „Reichspostwagen“ in seiner typischen Form, wurden auch von Zulieferern wie ANFA/Dessauer und EFKA bezogen. Diese Gespann-Wagen, wie auch Kranken-Beiwagen, Taxi-Gespanne und weitere Behördenmodelle, wurden von den Motorradherstellern bei den vorgenannten Firmen bezogen. Selbst die Deutsche Industrie Werke AG (D-Rad Motorräder) in Berlin Charlottenburg die solche Gespanne in großer Stückzahl im Großraum Berlin einsetzten, bedienten sich dort.

Folgende Bilder zeigen Transport-Seitenwagen von Victoria:

Dieses Uralt-Foto ist wohl das interessanteste, da die drei auf einer Victoria KRIII von 1924 und einem „ANFA“ Seitenwagen Platz genommen haben:

Weiter folgen originale Aufnahmen von Uralt-Motorrädern mit den verschiedensten Seitenwagen:

Das nächste Bild zeigt einen frühen „EFKA“-Seitenwagen  an einer Victoria KRIII:

Diese als Taxi-Droschken bekannten „EFKA“-Seitenwagen mit geschlossenen Aufbau setzte Victoria bereits Anfang – Mitte der Zwanziger Jahre ein. Der Firmensitz von „EFKA“ befand sich in Berlin-Blankenburg. Begründer der Firma war Fritz Karstens. Auch Lasten-Seitenwagen in verschiedensten Ausführungen wurden dort gefertigt. Neben Victoria hat auch die Nürnberger Firma Triumph bei EFKA geordert.

Folgende Archiv-Aufnahme zeigt die Reichsfahrt von 1924 wo ein Taxi-Gespann mit einem Seitenwagen von EFKA an einer KRI montiert war. Bemerkenswert ist, dass der dritte Fahrer von links, der Victoria Werksrennfahrer Adolf Brudes ist:

Hier nochmal der EFKA-Seitenwagen ohne Taxi-Aufbau:

Bild: Kleine/Vennekate/T. Reinwald.

Inhaltsverzeichnis der ersten hundert Beiträge:

 

 

 

 

Victoria – Vertretung in Harbin/Mandschurei

Originalprospekt – Victoria im fernen Osten:

Text:  Zum Teil,Victoria IG-Buch.

Die Familie Schander stammt ursprünglich aus dem Bodenseeraum und folgte dem Ruf von Katharina der Großen nach Russland auszusiedeln. Von der Wolga bewegten sich die Nachkommen später weiter nach Osten und fanden eine neue Heimat in der Mandschurei in der Stadt Harbin. In Harbin gelangte die Familie zu wirtschaftlichen Wohlstand. In dem Hotel, das die Familie in Harbin betrieb, wurden im Parterre Verkaufsräume für Zweiräder eingerichtet. Ein Sohn der Familie kam in den Zwanziger Jahren für ein Maschinenbaustudium nach Dresden. Er kam in dieser Zeit zu einem Abschluss mit den Victoria Werken für die Generalvertretung in der Mandschurei. Es wurden Fahrräder und Motorräder , KR20; KR35;- und KRVI-Modelle importiert:

Foto – Archiv O. Friedrich.

Wie das Bild zeigt werden Fahrräder in Einzelteilen ordentlich verpackt und zum Versand nach Harbin vorbereitet.

Herr Schander bewegte diese Fahrzeuge zu Werbezwecken in Harbin und ließ sich dabei fotografieren. Das folgende Bild zeigt eine Aufstellung von Victoria- Fahrzeugen zu Werbezwecken. In der Mitte dominiert das KR35-Gespann mit dem Sportseitenwagen von „KALI“:

Foto Archiv: O.Friedrich.

Diese Fotografien von Victoria-Gespannen wurden an die Victoria Werke geschickt, und dort entschied man sich, die Aufnahmen für einen Prospekt zu verwenden, der ca. 1930/31 publiziert wurde. Die Familie Schander vertrieb neben Victoria auch DKW und Harley Davidson.  In den Dreißiger Jahren ließ  sich die Familie als Reichsdeutsche mit deutschen Pass eingliedern, weil die Mandschurei mittlerweile ein Spielball der Interessen von Russland, Japan und China geworden war. Die Kriegswirren mit unterschiedlichen Besatzungen führten zur Vertreibung der Familie. Über eine zweijährige Zwischenstation im Nachkriegsdeutschland übersiedelte die Familie schließlich in die USA. Ed Schander war im Jahr 2012 auf dem Victoria-Treffen in Helmbrechts. Er wurde durch die Initiative von O. Friedrich zu uns gebracht. Mit einem Vortrag über die Ereignisse hat O. Friedrich die ganze Geschichte belegt.

ED Schander auf der KRVI von O. Friedrich. Ed starb im November 2015.

Shangai – Chinesische Kraftfahrabteilung auf Victoria-Gespannen:

Harbin – Victoria-Fahrer vor dem Tor zum Kloster Ti-Lo-Si:

Shangai – Chinesisches Militär auf Victoria-Gespann:

Harbin – Victoria-Fahrer zum Kloster TI-Lo-Si:

Kanton – Victoria-Fahrer im Straßengewühl:

Harbin – Blick auf das Kloster Ti-Lo-Si:

Die letzten 100 Beiträge:

Sodengetriebe von „ZF Friedrichshafen AG“, gebaut für Victoria KRIII Baujahr 1924

Das ZF- Soden-Getriebe für Victoria, Typ KRIII, 1924-1926:

„ZF Friedrichshafen AG“

Der folgende Bericht befasst sich mit dem Bau eines Sodengtriebes in den Jahren von 1924-1926 welches für schwere Motorräder mit 3 Gängen für die Firma Victoria ausgelegt wurde.

Grundlage dafür ist das Buch von Herrn Dr.-Ing. Werner Beisel : „Das Sodengetriebe“ in Fahrzeugen der Zwanziger Jahre (2018). Für interessierte Leser hier die ISBN-Nummer: 978-3-00-058503-6. Das Soden-Motorrad-Getriebe ist hierbei nur ein kleiner Teil des Umfanges, welches im Buch beschrieben wird. Sehr umfangreich werden diese Getriebe für die gesamte Fahrzeugbranche bis hin zur Militärtechnik, Nutzfahrzeuge und vor allem Personenkraftwagen auf fast 400 Seiten dargestellt…

Mit der freundlichen Unterstützung von „ZF Friedrichshafen AG“ – Historische Kommunikation, wurde Dr. Beisel mit Archivmaterial versorgt, ansonsten wäre wohl ein solches Werk gescheitert.

Für meine Internetseite bekam ich die Freigabe von Dr. Beisel und von ZF“ zur Verwendung deren Unterlagen, wofür ich mich recht herzlich bedanke.

Aber, wie bin ich zu diesen Informationen gekommen ?

Am zweiten Oktober Wochenende findet immer in Mannheim immer die „VETERAMA“, der größte Oldtimermarkt in Europa statt. Von Freunden bekam ich die Info, irgendwo am Eingangsbereich liegt ein altes Getriebe von Victoria herum. Gesagt, getan, nach einiger Zeit bin ich fündig geworden. Das lag es, auf den ersten Blick ein KRIII-Getriebe. Auf den zweiten Blick – ein Anschluss einer drehbaren Welle und ein Ausrückhebel ? Sowas gab es bei einem Standard-Getriebe nicht. Zum Glück musste ich nicht ewig rätseln, da der Verkäufer die Lösung mit hatte, nämlich das frische Werk eines Buches, wie Eingangs beschrieben. Da gab es natürlich kein zögern, das Teil nehme ich mit…

Die folgenden Bilder zeigen das originale Victoria-Soden-Getriebe für ein Motorrad Typ KRIII aus dem Jahr 1924:

oben Ausrückhebel, unten Gangwahl-Anschluss über Welle.

Für den Einsatz im Motorrad konnte dieses kompakte Dreigang-Soden-Getriebe mit nur einer Vorgelegewelle dargestellt werden. Die Getriebewellen lagen quer zur Fahrtrichtung, der Schaltungsmechanismus war in Fahrzeug-Längsrichtung angeordnet. Bei diesem Getriebe führte der Kraftfluss für die ersten beiden Gänge über eine Vorgelegewelle, der dritte Gang wurde als Direktgang ausgeführt. Die Gangvorwahl erfolgte durch einen Drehgriff am Lenker. Mit dem Mechanismus zur Gangvorwahl war eine Anzeige des Ist-Ganges verbunden. Die grundsätzliche Funktion der Schaltung entsprach den PKW- und LKW-Fahrzeuggetrieben. Technisch wurde der Aufbau des Schaltungsteiles jedoch anders gelöst. Die Vorrichtung zum Auslösen der Schaltung und zum Abheben der Schaltgabeln beim Kuppeln nach Gangvorwahl bestand aus einer in Längsrichtung geschlitzten Hohlwelle. Durch Verdrehen dieser Hohlwelle beim Auskuppeln wurden alle drei Schaltgabeln gegen Federkraft in Richtung -Offen- gedrückt. Die Betätigung der Welle erfolgte hinten an der Getriebeunterseite über einen Hebel. Der Mechanismus zur Verriegelung der Schaltgabeln befand sich beim Motorradgetriebe innerhalb der durch die Kupplungsbetätigung zu verdrehenden Hohlwelle. Diese Verriegelung erfolgte durch einen axial verschiebbaren Riegelschieber. Dieser wurde durch den Drehgriff am Lenker gegen Federkraft axial gedrückt. Abhängig von der axialen Stellung des Schiebers wurde die Schaltgabel für den jeweils vorgewählten Gang freigegeben. Über die axiale Stellung des Riegelschiebers war eine Anzeige des Ist-Ganges möglich. Text: Dr.-Ing. W. Beisel.

„ZF Friedrichshafen AG“

Querschnitt im Bereich der An- und Abtriebswelle, Blick von hinten.

Waagerechter Schnitt in der Wellenebene, Blick von oben.

Schnitt im Bereich der Gehäuseteilung durch die Getriebewellen, Blick von links. „ZF Friedrichshafen AG“

Es folgt – Victoria KRIII-Gespann als Prototyp mit ZF Dreigang-Soden-Getriebe. Hinterradantrieb über Kette, Bremse hinten als Keilbremse zwischen Hinterrad und Kette von 1925:

„ZF Friedrichshafen AG“

Daten zum Fahrzeug:

Kennzeichen: III Z-6098 (Zulassung in Tettnang) Prototyp auf ZF-Fotos.

Für die Fahrzeugerprobung hat ZF mindestens ein Motorrad mit Seitenwagen der Firma Victoria Nürnberg vom Typ KRIII erworben. Das Getriebe liegt hinter dem Zweizylinder-Boxermotor und wird von diesem mit einer Kette angetrieben. Die auf den ZF-Bildern sichtbare große Schwungscheibe sitzt auf der Motor-Kurbelwellen-Achse. Die zwei Zylinder des Boxermotors liegen in Fahrzeuglängsrichtung. Die Einbausituation vom Soden-Getriebe und vom Dreigang-Handschaltgetriebe des Serienmodells ist vergleich- bzw. austauschbar. Text: Dr.-Ing. W. Beisel

Einbausituation des Soden-Getriebes hinter dem KRIII Boxer-Motor. Der rote Pfeil markiert den Anschluss der Kupplungsbetätigung, bzw. die Betätigung der Getriebewelle.

Das nächste Bild zeigt den Gangwähler für das Soden-Getriebe am Lenker der Victoria KRIII. Die Gangvorwahl erfolgt über den Drehgriff, der über einen kleinen Hebel mit dem Daumen entriegelt wurde. Der Doppelhebel ist für die  Gas (unten)- bzw. Luftregulierung (oben) zuständig:

Die Ist-Gang-Anzeige befand sich in Verlängerung der Drahtspiralleitung zum Getriebe. Aktuell ist der erste Gang vorgewählt, das Getriebe befindet aber noch im Leerlauf:

Die Einträge im Zeichnungsbuch datieren für die Motorradvariante von März bis November 1924. Unter den Versuchs-Unkosten sind für die Jahre 1924 und 1925 Kosten für Versuche mit dem neuen Motorrad-Soden-Getriebe erfasst. Für diese Versuche wurden drei Motorradgetriebe hergestellt, die Kosten hierfür lagen bei 3.024.- Mark. Für die konstruktive Mitarbeit am Soden-Motorrad-Getriebe wurden an den Oberingenieur Wilhelm eine Vergütung von 5.000.- Mark bezahlt. Die erfassten Versuchskosten waren im Vergleich dazu minimal. Die Relation zwischen Konstruktionskosten und Versuchskosten sieht heute völlig anders aus, der Versuchsaufwand übersteigt den Konstruktionsaufwand beträchtlich. in einem technischen Bericht zum Geschäftsjahr 1924 wurde vermerkt, das im vergangenen Jahr für Motorräder eine Soden-Getriebe-Konstruktion durchgeführt wurde und die Versuche zur Zufriedenheit beendet wurden. Das Victoria Motorrad mit ZF Getriebe wurde im September 1927 an Albert Schrag verkauft, der in diesem Jahr als Prokurist für die Buchhaltung bei ZF verantwortlich war.

Am 01.08.1924 meldet die Zeitschrift MOTOR „Mit einem Soden-Motorrad-Getriebe hat Z.F. ein ganz neues Feld der Absatzmöglichkeit geschaffen.“ In der Zeitschrift MOTOR vom März 1925 auf Seite 86 wird eine Statistik zu Motorrädern auf die Zahnradfabrik Friedrichshafen hingewiesen „Geräuschloser Lauf des Getriebes lässt sich erreichen durch die sogenannte Maag-Verzahnung, welche von der Zahnradfabrik Friedrichshafen hergestellt wird; diese Firma baut auch das Soden-Getriebe für Motorräder, das wegen der Erleichterung des Schaltens größte Beachtung verdient.“ Vom Soden-Motorrad-Getriebe wurden nach bisherigen Erkenntnissen ausschließlich Prototypen hergestellt. Es kam nicht zum Serieneinsatz. Text: Dr.-Ing. W. Beisel.

Fazit: Es wurden wahrscheinlich nur drei Stück dieser seltenen Soden-Motorrad-Getriebe hergestellt. ES sind zwei dieser Getriebe bekannt. Der Nachbau einer Gangvorwahl mit Wellenanschluss, welche ja auch noch nicht auffindbar war, gestaltet sich schwierig, ist aber lösbar.  Wahrscheinlich hat das Getriebe bei der Übernahme von ZF für Victoria in die Serienproduktion zu hohe Kosten verursacht und die Serienmaschine KRIII wäre dann im Endprodukt zu teuer geworden, deshalb wurde diese Neuerung verworfen. Schade, denn mit dieser Art von Schaltung wäre Victoria einen Meilenstein der Konkurrenz voraus gewesen.

Weiterhin hat man die sogenannte Kaffeemaschinen-Schaltung, also als Handschaltung mit einer Durchführung durch den Benzintank und über ein Gestänge zum Getriebe beibehalten. Das war sicherlich die kostengünstigste Variante:

Handschaltung oberhalb Benzintank.

Originale Victoria KRIII mit Seriengetriebe.

Linke Seite der Kupplung (Primärseite).

Schnitt durch das Seriengetriebe.

Rechte Seite der originalen Victoria KRIII:

 

Mit der letzten Victoria KRIII von 1928 hat man dann die Schaltung an die rechte Seite vom Motor verlegt:

Diese Neuerung war von der Handhabung natürlich die bessere Variante, aber mit dem modernen Soden-Getriebe und der damit verbundenen Handschaltung am Lenker, hätte Victoria, wie bereits erwähnt einen ganz großen Durchbruch erreicht.

ZF – Soden-Getriebe mit Gang-Wahl am Lenker.

Inhaltsverzeichnis der letzten hundert Beiträge:

 

 

 

Victoria Avanti – Viertakt – Prototyp M 54…

Ein Prototyp, Viertakt-Motor mit 50 ccm, der gerade mal in zweifacher Stückzahl gebaut wurde und in ein Victoria – Moped passt…

Die folgenden Informationen und Bilder stammen aus den Quellen: Victoria IG-Buch.

Die Hercules-Werke, nachfolgender Besitzer von Victoria hat sämtliches Motoren-Material vernichten lassen. Darunter auch die beiden Prototypen der Viertakt-Moped-Motoren. Trotzdem hat einer es gewagt  Motoren aus dem Schrottcontainer zu retten. Der eine ist in einem demolierten Zustand, der andere ist im lauffähigen Zustand Baujahr 1956. Gesagt getan der Motor wurde in einen Vicky III N – Rahmen eingebaut:

Auf dem Victoria-Treffen in Mahlspüren im Jahr 2000 wurden die Prototypen im Probelauf vorgestellt. Ein Bing-Vergaser versorgt den Motor mit Treibstoff und über die oben liegende Nockenwelle (OHC) werden die Schlepphebel betätigt und die Ventile gesteuert. Die Nockenwelle selber wird über eine Kette angetrieben. Das Auslassventil hat einen Durchmesser von 19 mm und einlassseitig 21 mm. Der Zylinderinhalt von 48 ccm ergibt sich aus einem Zylinderdurchmesser von 38 mm und einem Hub 42 mm. Es ist kein Deko-Ventil vorhanden, auch keine Öffnung vorgesehen. Der Kolben hat zwei Ringe samt einem Abstreifer. Die Ölpumpe wird über ein Getriebezahnrad angetrieben. Das Ansaugen des Öls wird dabei über einen drehenden Kolben, der in einer Auf- und Ab- Bewegung das Öl zu den verschiedenen Schmierstellen fördert, verteilt. Die Kurbelwangen haben für sich einen eigenen kleinen Ölsumpf, der wannenförmig den tiefsten Punkt ausfüllt. Das überschüssige Öl wird durch eine Öffnung in das Getriebegehäuse abgelassen. Durch diesen Trick läuft die Kurbelwelle nicht im Getriebeölsumpf. Sie schlägt dabei das Öl nicht schaumig. Als Prototyp gibt es leider keine offiziellen Leistungsdaten.

Die Einzelteile des Motors:

Der eingebaute Motor in einer Avanti:

 

 

Victoria – Avanti K für Kickstarter…

Das Victoria Avanti K-Modell mit Kickstarter ist heute wie damals ein sehr rares Modell. Dieses beliebte Modell war natürlich auch für den Soziusbetrieb zugelassen. Der Original Victoria Motor ist etwas stärker, wie bei der Avanti Duo, er leistet 2,54 PS und verleiht dem Avanti K eine Geschwindigkeit von 55 km/h, so dass Sie damit damals auch auf der Autobahn fahren durften. Das Fahrzeug ist mit Kickstarter und Fußrasten ausgestattet. Ebenso hat es die neuen Vollnaben mit den breiten Bremsflächen – 120 mm Durchmesser. die Avanti K ist wohl eines der sparsamsten Kleikrafträder, denn nur 1,8 Liter = DM 1,40 pro 100 km, beträgt der Normalverbrauch. Das Kraftrad ist steuerfrei und kann mit dem einfachsten Führerschein (Klasse IV) gefahren werden. Der Breitstrahlscheinwerfer mit eingebauten Tachometer gehört ebenso zur serienmäßigen Ausstattung wie Weißwandreifen und Chromtank. Alle Victoria Fahrzeuge konnten damals mit Zahlungserleichterung erworben werden. Es genügte eine geringe Anzahlung, den Rest zahlte man bequem in Raten.

Originales Avanti K mit Chromtank:


Victoria – Avanti Duo für zwei Personen…

Das Avanti – Duo konzipiert für zwei Personen:

Hier stellen wir Ihnen eine Avanti Zweisitzer vor, der besonders von der Jugend bevorzugt wird – Ein schnittiges, äußerst zuverlässiges Moped ! Der temperamentvolle Motor kann neuerdings auch mit „Gebläse“ ausgestattet werden:

Mit Gebläse.

Normal-Motor-Luftkühlung.

Die Fahrsicherheit wurde, der starken Beanspruchung im Zweisitzverkehr entsprechend, noch mehr erhöht. Wir verweisen nur auf die neue Langschwing-Vorderfedergabel und auf die neuerdings besonders großen Vollnaben – 120 mm Durchmesser, mit verstärkten Bremsen. Dazu kommen noch 23×2,5 Weißwandreifen mit entsprechenden Felgen und Speichen. Zur Serienausrüstung gehört auch der zuverlässige Victoria Breitstrahlscheinwerfer, der nachts eine hervorragende Ausleuchtung der Fahrbahn bewirkt. Das Tachometer ist übersichtlich im Scheinwerfer eingebaut und außerdem besitzt jedes Avanti eine wirksame Sicherung gegen Diebstahl. Lieferbar in den beliebten Farben schwarz-rot.

Auch bei diesem Modell hat Victoria den stilechten Tankverschluss verbaut, wie in der ganzen Avanti-Serie. Der Tankdeckel, diese Bezeichnung wäre angesichts dieses formschönen Teils eher abwertend, fließt regelrecht in die Formgestaltung der Avanti ein:

Besonders schön und rassig bei diesem Modell der Victoria-Breitstrahlscheinwerfer in Fortsetzung mit dem Tankverschluss:


 

 

Inhaltsverzeichnis victoria-rad.de – Beiträge / Berichte

Im Anschluss finden Sie die die letzten einhundert Beiträge und Berichte nach Monat und Jahr sortiert. Sollte Sie ein Beitrag interessieren, einfach auf der Startseite unter – Archive – Monat und Jahr anklicken, dann erscheint der Beitrag mit in diesem Monat:

Vergrößern – auf Bild klicken, oder mit geeignetem Smartfone !!!

Bitte weiterscrollen zum Artikel:

Vorsteckwagen von 1904 !

Victoria – Vorsteckwagen der Pionier von 1904…

Anlässlich des heutigen 100. Beitrages meiner Seite – www.victoria-rad.de – präsentiere ich meinen Besuchern und auch denen die es noch werden wollen ein besonderes Schmakerl in Film und Ton. Wir haben keine Mühen gescheut, auch bei 30 Grad Außentemperatur und verschiedenen Drehorten, im Vogtland und Thüringen für uns und auch für Euch unterwegs zu sein. Den Victoria – Vorsteckwagen haben wir in den neunziger Jahren aus Altteilen, wie die folgenden Bilder belegen wieder hergestellt:

Gert Reiher bei der Anfertigung des kombinierten Öl-und Benzintanks:

Das nächste Bild zeigt den teilweisen Zusammenbau des Vorsteckwagens mit dem Nachbau des äußeren Rahmengestelles. Das dieses Monstrum in dieser Größe – hundert Jahre nicht überlebt hat, dürfte jeden Betrachter klar sein. Zum Glück wurden die anderen Hauptbestandteile wie innerer Rahmen (Nr.: – 200), Motor – Fafnir aus Aachen, Zweigang-Planetengetriebe, Hufeisenmagnet und andere Teile Anfang der neunziger Jahre aufgefunden. Somit konnte das Projekt Victoria – Vorsteckwagen starten:

Auf dem Vorsteckwagen – vorn ist Frieder Bach von der gleichnamigen Restaurationsfirma aus Chemnitz/Sachsen (heute Oldtimerdienst Chemnitz), welcher maßgebend an der Wiederauferstehung des Gefährts beteiligt war. Den Fahrersitz belegt Gert Reiher:

Genug der vielen Worte, seht selbst was vor 25 Jahren begann und jetzt in 2 1/2 Monaten entstanden ist:

Die Drehorte am 1. Juno 2019:

  • Waltersdorf, Thüringen
  • Kirche – Sorge, Schweizer Hoheitsgebiet, Thüringen
  • Windmühle Syrau, Vogtland
  • Göltzschtalbrücke Mylau, Vogland.

Hiermit bedanke ich mich für die tatkräftige Unterstützung bei folgenden Freunden die auch in Liebe zu den Oldtimern mitwirkten:

Denny Pieschel, Amely Pieschel, Matthias Mothes, Reiner Kober, Klaus Mohnberg, Andre Maaske (Routenplaner) und natürlich meine Frau Romy Reiher.

Besonderer Dank gilt meinem Oldtimerfreund Udo Geidel aus Greiz, der über die Jahre hinweg den Vorsteckwagen in technischer Begleitung hatte und mir oft half, wenn die hundertjährige Technik versagte…

Gert Reiher, Treuen/Vogtland…

 

 

Victoria – Treffen in Friedberg 2019 einige Impressionen…

Das Victoria – Treffen 2019 in Friedberg ist Geschichte und nach dem Treffen ist vor dem Treffen ! Das Treffen im nächsten Jahr hat zur Zeit noch keinen offiziellen Ausrichter, aber mit etwas Vorgefühl denke ich, werden wir uns in der Mitte von Deutschland wieder begegnen. Aber an dieser Stelle soll nochmal der Dank an Matthias Jüngling und seinem Veranstalterteam ausgespochen werden. Seht aber nun selbst einige Fotos:

Es dauert so seine Zeit bis das Zelt steht.

Da hat der Stefan auch schon eine kleine Dame an Bord.

Anton betrachtet alles in Ruhe.

Nebenan die Koch´s auch im Aufbaumodus.

Einige Victoria Motorräder auf dem Zeltplatz:

Hier wird gleich mal eine Tour gefahren:

Auf dem Festgelände treffen sich die jüngsten Teilnehmer von Treffen 2019:

Victoria & Emma.

Die Eltern sind natürlich auch dabei…

Früh am Morgen, die Hahn Familie startet am Hotel.

Kurz vor der Ausfahrt am Samstag – die Fahrerbesprechung.

Kurz vorm Start.

Vorn Roman, hinten Rupert.

Neue Mitglieder aus Pirna / Sachsen.

Es folgen einige Bilder vom Zielort, dem Hessenpark, wo man einen Stadtkern errichtet hat, der aus vielen historischen Gebäuden besteht. Diese Häuser wurden an anderen Stellen des Landes abgebaut und hier wieder neu aufgebaut. Diese Anlage ist sehr sehenswert:

Einige Victoria Motorräder vom Marktplatz:

Das KR 6 Gespann von Albert aus der Schweiz.

Das KR 26 Gespann von Stefan Thoman.

Die Pioniere…

Der Vorgänger der Pioniere…

Die originale Preciosa.

Aus meiner Sicht ein besonderes Moped, nämlich die Vicky II aus der ersten Serie mit dem seltenen „Tropfentank“ und das noch in einem fantastischen Originalzustand:

Man sehe und staune…

Natürlich war für das leibliche Wohl bestens gesorgt, wie man sieht…

Vor der Ausfahrt…

Nach der Ausfahrt…

Wieder gut angekommen und auf den Weg nach Hause waren alle zufrieden…

So, jetzt auf zum nächsten: