Oldtema – Teilemarkt Messe-Erfurt 2020…

Auch in diesem Jahr fand die Oldtema traditionsmäßig am vorletzten Wochenende im Januar im Messegelände Erfurt statt:

Eingang zur Messe…

Ich glaube dieses Jahr wurden Besuchermäßig alle Rekorde gebrochen. Im Gegensatz zu 2002 mit 11 000 Besuchern war es eine Steigerung auf 13 500 Besucher dieses Jahr. Mal von den Flohmarkt-Händlern abgesehen (die gibt es mittlerweile auf jeder Oldtimermesse gibt), war das Angebot recht überzeugend für den Oldie-Fan (380 – Anbieter). Aber seht selbst – einige Bilder und Kommentare dazu:

Selbst das erste zweirädrige Gefährt – die Laufmaschine von Freiherr von Drais aus dem 18. Jahrhundert war dabei.

Simson-Spatz aus dem Stroh gezogen…

Ohne Fichte l& Sachs 98 ccm geht gar kein Markt…

Emailschilder im Nachbau – massig ohne Ende, die originalen sieht man kaum und wenn, dann überteuert…

Umso schöner, die alten originalen Fahrrad-Motive aus längst vergangenen Zeiten und das im Rahmen, hinter Glas…

Die 350er BK – Zweitakt-Boxer-Motor fehlt im Osten nie !!!

Eine Pracht – so ein Zylinderkopf mit seinen oben stehenden Ventilen…

Ein schön restauriertes D-Rad, gebaut in Berlin Charlottenburg bei den D-Rad-Werken, Modell R9.

BMW R 68.

Dieser rostige VW-Transporter hat eine ganz besondere Ladung auf dem Rücken – eine BMW R 62…

Daneben das krasse Gegenteil der ehemaligen DDR-Produktion:

Die Schwalbe sollte man so lassen…

Die DKW 500 Sport von 1929, wassergekühlt, ist eine Rarität…

NSU 201 R.

Standard CT 500.

Im Außengelände waren auch sehr viele Händler vertreten, obwohl es bei Minus 2 Grad über einen längeren Zeitraum doch recht kalt war:

Aber die Arbeitsmotoren heizten ein:

Die Kleinen waren hier recht begeistert – ja wo sich was dreht, zischt und schnauft, da kommt die Neugier auf…

Noch Motorräder im Außengelände:

Gillet und DKW.

Indian als Einzylinder, nicht allemal zu sehen…

und auch – skurriles…

 

Ein Hingucker – die alte Kutschenlampe mit Docht und öl:

Die Fahrradgemeinde ist natürlich auch dabei:

Der Steuerkopf vom OPEL – Rad.

Diese tolle 500er JAWA mit dem OHC gesteuerten Motor sucht hier in Erfurt auch einen neuen Besitzer:

Alles in allem kann man immer wieder sagen, Erfurt im Januar ist für die Oldtimer-Freunde ein Mekka und auf jeden Fall eine Reise wert…

 

 

Victoria – Steher-Rennen, Radrennen von den Dreißigern bis in die Fünfziger Jahre…

In diesem Beitrag werden einige Auszüge aus bekannten Radrennen und Schrittmacher-Steher-Rennen mit berühmten Radrennfahrern von Victoria gezeigt.

Victoria – Siege, hier mit Willi Kutschbach auf Victoria „V101“ dem Jubiläumsmodell von 1936.

Victoria – V 101, 1936.

Die Radrennfahrer fuhren hinter den großvolumigen Stehermaschinen um den Windschatten versuchsweise immer auszunutzen und somit höchste Leistungen in Bezug auf Geschwindigkeit und Zeit zu nutzen. 100 Stundenkilometer über längere Distanzen waren keine Seltenheit.

Der berühmteste Steher-Radrennfahrer der Fünfziger Jahre war Heinz Jacobi:

Siegerehrung durch die Direktoren von Victoria 1956.

Nach Heinz Jacobi hat man die Super-Sport-Modelle in der späteren Zweirad Union AG benannt:

Die Räder wurden mit eigens gefertigten Anhängern zu den Austragungsorten gebracht:

Im Anschluss frühe Steher-Rennen von Austragungsorten weltweit:

Eine Siegerehrung in historischer Tracht:

VICTORIA – Poster von 1956

Symbol – Steher-Rad-Rennen.

 

Victoria – Nähmaschinen Anfang der Fünfziger Jahre…

Victoria – Nähmaschinen, ein neues Standbein ? Oder eher nicht ? 

Wohl eher nicht…

Nach dem Krieg war ja alles etwas chaotisch, das Werk musste wieder aufgebaut werden, die Fahrradproduktion lief langsam wieder an, die Motorrad-Produktion eher nicht. Die Besatzer sprachen hier ein gehöriges Wörtchen mit. Die Hilfsmotoren-Produktion lief gut an. Da brauchte man weitere Standbeine und kam auf die Idee eine Nähmaschinen-Produktion einzurichten, wie es auch Zündapp und die für Nähmaschinen bekanntere Firma Dürkopp bereits machte.

Ab 1948 brachten die Verantwortlichen Herr Constapel und Herr Baar die Nähmaschinen-Produktion in Gang. Es fing aber gleich wieder Pech an, da das Victoria-Zeichen, bzw. der Name bereits für einen anderen Hersteller geschützt war, die Firma Plank – Kindernähmaschinen:

Das nächste Bild zeigt eine Nähmaschine, noch mit „Victoria“ Labelung:

Durfte nicht verwendet werden…

Kurzerhand nahm Victoria das „VW“ – Zeichen:

Prospekt dazu:

Auszug aus Bedienanleitung:

Bei den Nähmaschinen wurde auch die moderne Gusstechnik angewendet, die Victoria bereits bei Fahrzeugen einsetzte. Verantwortlich und Vorreiter dieser Technik war Direktor Bauer:

Die dazu gehörigen Ersatz- und Nähkästchen von Victoria:

in schwarz mit goldener Schrift…

Wie es so oft in den Fünfziger Jahren bei Victoria passierte, musste die Nähmaschinen-Fertigung als unrentabel aufgegeben werden….

Es gab noch zwei bedeutende Firmen, die auch Nähmaschinen herstellten und den Namen „VICTORIA“ verwendeten. Dazu einige Informationen, da von den meisten Leuten diese Maschinen der Marke Victoria aus Nürnberg zugeordnet werden:

„Victoria Nähmaschinenfabrik“ Saalfeld / Thüringen:

Bereits 1863 wurde die Victoria-Nähmaschinenfabrik in Saalfeld von Richard Koch gegründet. 1908 wurde Die Fabrik in eine AG von Karl Knoch umgewandelt und mit weiteren Firmen verschmolzen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Firma enteignet und bis 1959 als „Textima“ in der DDR weitergeführt. Heute ist hier ein Auktionshaus beheimatet mit dem Namen „Alte Nähmaschine“ und vermietet Räume vom ehemaligen Betriebsgelände…

Altes Firmenlogo:

 

Alte Victoria-Nähmaschine aus Saalfeld…

Altes Nähkästchen Victoria-Saalfeld:

Das Nachfolge-Modell:

„Victoria-Mundlos-Nähmaschine“ Magdeburg / Sachsen Anhalt:

Ebenfalls wie in Saalfeld gründete Heinrich Mundlos mit Hermann Schulz eine Nähmaschinenfabrik in Magdeburg. 1892 wurde die erste leichtgängige Victoria-Nähmaschine hergestellt. Zum Kriegsende wurde die Werksanlagen durch die Bombardierung schwer beschädigt. Danach wurde alles abgebaut und als Reparations-Leistung in die Sowjetunion gebracht.

Firmengebäude:

Friedrich Heinrich August Mundlos, Plakette…

Sachsen-Krad Dresden, letztes Wochenende…

Die Sachsen-Krad in unserer Landeshauptstadt sollte nicht unerwähnt bleiben, deshalb ein Bericht dazu…

Da wir dort sind, wo auf zwei Rädern gefahren wird, ist es immer Wert zu berichten…

Man könnte meinen eine 98er Victoria ? Nein eine Presto aus Chemnitz…

Schön auch die kleinen Renner:

Hoppla die Honda im Victoria Grau/blau (perl/grau):

(Meine tägliche…)

KTM – Stand.

BMW R nine T/5 lupinblau…

Der schöne Motor der Kawa W 800:

Dagegen der Motor der Royal etwas plump und das bei 650 ccm:

Der Hingucker schlechthin, das Extrembike:

Man vermutet kaum, dass sich unter dem Haifischkleid eine Harley/ Davidson mit dem Hubraum von 1130 ccm verbirgt und fast 28 000.- EUR kostet.

Victoria fühlt sich auf den „Großen“ und „Kleinen“ sehr wohl…

Zum Schluss sollte das wohl traurigste Kapitel eines Bikers, der uns für immer verlassen hat, wohl durch einen würdigen Abschluss mit einem besonderen Trauerzug gewürdigt werden:

Victoria – Neuanfang nach dem zweiten Weltkrieg…

Mit gerade mal 28 Menschen begann Victoria nach dem Krieg die Produktion wieder aufzunehmen. Mit Produktion von Zweirädern musste aber noch geraume Zeit gewartet werden, da noch nicht mal klar war ob das Werk überhaupt wieder mal Motorräder produzieren darf. Es stand sogar auf der Kippe, da Victoria als Kriegsproduzent eingestuft war, dass die Maschinen und Geräte als Reparationsleistung den Besatzern zugeführt werden. Durch die vielen Unsicherheiten war aber eines klar, der Betrieb stellt erst mal Wirtschaftsgüter für den Wideraufbau her.

Als erstes Produkt wurden einfache Handkarren für Hand- und Fahrradbetrieb hergestellt. Hier im Bild einer dieser originalen Karren:

Absolut einfach gehalten…

Links – der Victoria Schriftzug am gefederten Wagen…

Aus heutiger Sicht mutet der nächste produzierte Artikel doch etwas seltsam an, war aber für damalige Verhältnisse absolut notwendig, die sogenannte Ziegelputzmaschine:

Damit konnte Putzreste problemlos von Ziegel entfernt werden…

Auch Küchengeräte wurden hergestellt:

Victoria – Mandelmühle.

Oder auch Fleischwölfe:

Kartoffelrode-Maschinen:

Karren mit Mülltonne und Besen:

Etwas später gab es dann auch Nähmaschinen:

Gesonderter Bericht auf dieser Webseite…

Die Zweiradproduktion begann nach dem Krieg mit den Fahrrädern und ab 1946 sogar mit den ersten Hilfsmotoren vom Konstrukteur Albert Roder. Die ersten gefertigten Motorräder baute man dann aus Wehrmachts-Beständen und übrig gebliebenen Ersatzteilen…

Victoria-Fahrrad sehr modern, noch mit dem Steuerkopfzeichen mit Ehrenkranz von 1936…

Victoria-Herrenrad mit FM 38 L, Entwicklung von Albert Roder…

Noch ein Werbe-Prospekt von den Handkarren:

Das war der Anfang nach dem zweiten Weltkrieg. Gerade mal 13 Jahre danach kam die Pleite für Victoria, die in den nächsten Beitragen beleuchtet wird.

 

 

 

49. Wintertreffen – Augustusburg 2. Wochenende Januar 2020…

Das Jagd-und Lustschloss vom sächsischen Kurfürst August des Starken steht auf einem 516 m hohen Quarzporphyrkegel über dem Zschopautal. Das Schloss wurde 1568-1572 über dem Ort Augustusburg errichtet. Genannt auch die „Krone des Erzgebirges“, war ist es eines der schönsten Renaissanceschlösser Mitteleuropas. Für die Motorradfreunde ist es ein jährlicher Anlaufpunkt, da es eine der spektakulärsten Motorradsammlung in seinem Museum birgt. Seit fast 50 Jahren wird hier ein Wintertreffen, immer am zweiten Wochenende im neuen Jahr im Januar veranstaltet. 

Zum diesjährigen Wintertreffen konnte man Rekordzahlen verbuchen. Mehr als 1800 Motorradfahrer und über 10 000 Besucher kamen nach Augustusburg um dem Spektakel beizuwohnen. 

Hier einige Eindrücke vom Geschehen auf der Augustusburg:

Der Burghof war überfüllt, und viele waren außerhalb rund um die Burg…

Die Wintercamper um die Burg, die schon eher angereist waren:

Die Verpflegungsstellen gut gerüstet.

Einige Motorräder vom Burghof:

Steher-Maschine mit 3700 ccm.

Nimbus, mal anders, als original…

Ja mit der Simson SR 2 hat man die letzten Meter am steilen Burgberg so seine Probleme:

Die nächsten Bilder sind dem supertollen Museum gewidmet:

Eingangs – die Uralt-Gefährte…

Das erste DKW-Motorrad: „Reichsfahrt-Modell“. Da ja Zschopau, die Heimat von DKW um die Ecke liegt, sind natürlich dem Heimvorteil folgend, viele heimische Motorräder zu sehen.

An der Wand der sogenannte „Arschwärmer“, weshalb wohl ? und das Golem- und Lomos-Sesselrad ebenfalls von DKW.

Wanderer, OD und…

Seltene Imperia-Rheingold, V-Zweizylinder mit 608 ccm und 24 PS.

Vorn, links DKW Z 500 W, vorn- rechts DKW Luxus 500.

DKW O Re 250; DKW Sport 500; DKW TM 200.

Auto Union DKW SB 500 Luxus; Baujahr 1935 mit 15 PS.

MZ KKM 175 l (Es 250/2); Wankel-Kreiskolbenmotor, Baujahr 1965; 140 Km/h.

Megola-Tourer; Megola-Sport Baujahr 1924 mit 5-Zyl. Sternmotor 14 PS mit 120 Km/h.; Böhmerland-Langtourer.

Im Jahr 1924 gewann Toni Bauhofer die Deutsche Meisterschaft im Straßen-Rennsport.

Der tragende Motor einer 4-Zyl. Windhoff mit 750 ccm, ölgekühlter Motorblock.

Die weiße Mars darf nicht fehlen…

Natürlich dürfen die „Victoria“ auch nicht fehlen:

Victoria KR.I. ehemals Besitzer Otto Koch aus Gera…

Die schön restaurierte Victoria-Fahrmeister KR 9 mit 500 ccm.

Bilder vom Rennsport:

Fast alle Rennsportmodelle der Jahre…

Auto-Union-DKW ULD 500; Baujahr 1938; Zweizylinder-Doppelkolben-Zweitakter mit zwei getrennt stehenden Ladepumpen; Walzen-Drehschieber-Steuerung; 500ccm, 40 PS, 180 Km/h.

Die nächsten zwei Bilder zeigen die legendäre „Singende Säge“:

Dreizylinder-Zweitakt-Luftgekühlt; Außenzylinder stehend – mittlerer liegend; Leistung 38-40 PS, 348 ccm, 200 Km/h.

Das nächste Bild – August Hobl, um nur einen Rennfahrer zu nennen, der die „Singende Säge“ fuhr:

Deutscher Meister 1965 und 1956 auf DKW 350 ccm; Deutscher Meister 1956 auf DKW 125 ccm; 3. Platz bei der Weltmeisterschaft 1955 auf DKW 350 ccm; 2. Platz 1956 auf DKW 350 ccm; 

Werksfahrer der Auto-Union-DKW von 1954 bis 1956; zahlreiche Siege gegen schwerste Konkurrenz…

Alles in allem kann man das Motorradmuseum der Augustusburg jedem Zweiradbegeisterten nur wärmstens empfehlen, es ist auf jeden Fall einen Besuch wert…

Unterhalb der Burg gibt es jedes Jahr natürlich auch noch einen Teilemarkt den man nicht verpassen sollte.

Anschließend noch Bilder ohne Kommentar:

Zum Schluss noch ein Bild von der Augustusburg ins schöne Erzgebirge:

 

 

Motorrad – Wanderer – Werke, was verbindet mit Victoria…

Nun ja, Wanderer wurde ein Jahr früher gegründet, also 1885 und Victoria dann 1886… Die Firmengründer waren die Herren Johann Baptist Winkelhofer und Richard Adolf Jaenicke. Bei Victoria waren auch zwei Herren zu Gange, nämlich Max Frankenburger und Max Ottenstein. Beide Firmen beschäftigten sich mit dem Bau von Hochrädern und dann Fahrrädern und deren Reparaturen. Oftmals werden auch die Firmen-Embleme von nicht so sachkundigen Menschen verwechselt, nämlich das „VW“ und das „WW“…

Das Firmenlogo der „Wanderer-Werke“:

Der Firmensitz des „Chemnitzer Veloziped-Depot Winkelhofer & Jaenicke“ war ab 1894 in Schönau bei Chemnitz. Um die Jahrhundertwende war die Firma bereits eines der führenden Unternehmen der Region heran gewachsen. Ebenso wie Victoria hat Wanderer viele eigene Patente in der Fahrradtechnik zu dieser Zeit erarbeitet und erworben.

Der Firmensitz lässt schon erkennen, dass es sich um ein bedeutendes Unternehmen handelt:

Dazu mehr am Ende des Berichtes…

Der Beginn mit Hochrädern:

Originales Hochrad im Museum „Sächsische Fahrzeuge“ Chemnitz.

Einige Räder aus den verschiedenen Epochen:

Jahr 1882.

Jahr 1899.

Jahr 1914.

Jahr 1928.

Jahr 1935.

Jahr 1944.

Zur Jahrhundertwende hat man die Produktion auf Werkzeugmaschinen ausgeweitet um den eigenen Qualitätsansprüchen zu genügen und natürlich die eigene Produktion zu flexibilisieren. Die Maschinen wurden zu einem festen Standbein der Firma und viele andere Firmen bezogen diese von den Wanderer-Werken.

Einige Bilder von Werkzeugmaschinen:

Um die Jahre 1903/1904 begann Wanderer mit der Herstellung von hochwertigen Schreibmaschinen und später wurden auch Rechenmaschinen hergestellt. Die Schreibmaschinen wurden unter der Marke „Continental“ verkauft:

Victoria baute sein erstes Motorrad bereits im Jahr 1901 und Wanderer begann mit der Motorradproduktion im Jahr 1902:

Heeresmodell 3 PS von 1913.

Modell 708, 8-Ventil Motorrad, wohl eines der begehrtesten heutzutage…

 

Mit der K 500 endete die Motorrad-Produktion um 1930, weil dieses Modell relativ unausgereift auf den Markt kam und im Gegensatz zu den hohen Qualitätsansprüchen von Wanderer eher ein Flop war. Die gesamte Motorradproduktion wurde 1929 nach Tschechien an einen Waffenproduzenten Namens Janecek verkauft. Dieser stellt noch heute Motorräder unter der Marke „JAWA“ (Janecek & Wanderer) her.

Wanderer K 500 Einport-Maschine, gab es auch als Doppelport Ausführung.

Wanderer hat den motorisierten Zweiradmarkt nicht ganz verlassen und hat weiterhin Kleinmotorräder vorwiegend mit 74 und 98 Sachs-Motoren bedient:

Wanderer Modell SP 1, 98 ccm von 1936.

Etwa zur gleichen Zeit, wie Victoria, hat Wanderer mit der der Autoproduktion begonnen, sieht mal man von Prototypen der beiden Firmen ab, welche sicherlich noch nicht dem Stand der Technik entsprachen. Von W1 bis W24 in die Vierziger Jahre begann eine regelrechte Erfolgsserie im Automobilbau von der Firma Wanderer:

Im Vordergrund das „Wanderer-Puppchen“ benannt der im gleichen Jahr 1913 uraufgeführten Operette „Puppchen“ von Jean Gilbert.

Das Zweisitzer Auto gab es wie hier als Vorder und Hintersitzer und mit zwei Sitzen nebeneinander.

Herr Winkelhofer, ansässig in München, ein Nachfahre des Firmengründers beim Fahrradfest am Deutschen Fahrradmuseum in Bad Brückenau:

Hier ein Wanderer W 8:

Ohne Verdeck…

Im folgenden Teil wird die frühe Renngeschichte der Wanderer Rennfahrten gezeigt:

Victoria war in der Mandschurei und Wanderer war in Japan…

Der wirtschaftliche Druck zwang im Jahr 1932 die Firma Wanderer zum Zusammenschluss mit den Firmen Horch, Audi und DKW zur sogenannten „Auto-Union“. Victoria erging es ähnlich im Motorradbereich, da waren auch die Firmen DKW und Express mit im Boot – hier war es die sogenannte „Zweirad-Union“.

Ab 1930 beauftragte Wanderer den Konstrukteur Ferdinand Porsche einen Sechszylinder und zwei Achtzylinder – Motoren zu konstruieren. Es kam aber nur zum Sechszylinder Leichtmetall-Motor für den W14 einer 3 Liter-Variante, Baujahr 1931. Unter der Auto-Union kamen in den folgenden Jahren mehrere Modelle auf den Markt mit sehr erfolgreichen Stückzahlen.

Hier ein Prototyp eines W25 mit Sechszylinder Leichtmetallmotor vom Konstrukteur Ferdinand Porsche:

Ministerpräsident von Sachsen, Georg Milbrad, im Juni 2003 zur Augustusburg-Rallye, Fahrer Gert Reiher…

Frau Krenz, Ehefrau von Paul Krenz – Besitzer des W25 zu DDR-Zeiten.

Wie sehen die „Wanderer-Werke“ heute aus ? Oder wie geht es weiter:

Es sind zwar zum Teil erschreckende Bilder, aber das Werk steht noch, im Gegensatz zu den Victoria-Werken, wo alles dem Erdboden gleich gemacht wurde…

Die Gebäude sind in der Hand eines österreichischen Immobilien-Unternehmens. Am Tag des offenen Denkmals waren die Gemäuer zur Besichtigung freigegeben. Es blutete sicher manchen, auch ehemaligen Mitarbeitern, das Herz den Zustand erleben zu müssen. Aber die Dächer sind gesichert und es laufen vorbereitende Maßnahmen zum Baubeginn. eine Sicherheitsfirma gibt acht, das nicht noch mehr Vandalismus und Metallklau geschieht.

Was wird aus den großen Gebäude in der Zukunft ?

Seht selbst:

Man kann nur hoffen, dass das Vorhaben gelingt !!!

 

 

 

Sächsisches Fahrzeugmuseum in Chemnitz – ein Motorradausflug…

Das Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz e.V. befindet sich auf der Zwickauer Straße 77 in 09112 Chemnitz.

Dieses Museum ist ein wahrliches Kleinod hauptsächlich sächsischer Motorrad- und Autoindustrie, welches man nicht verpassen sollte…

Ich hätte Euch ja gerne auch eine Victoria präsentiert aber die kommt ja aus dem Frankenland und nicht aus dem Sachsenland, leider…

Von außen nicht so sehr ansprechend befindet sich das Museum im Erdgeschoß der ersten Chemnitzer Hochgarage, als Technisches Denkmal, welches heute einen Möbelladen beherbergt.

An der Straße lockt ein Framo (Frankenberger Motorenwerke) LT 200 von 1932 die Besucher an.

Als erstes wird die Firma „Wanderer“ unweit vom Museum waren die Wanderer-Werke präsentiert. Vom ersten Hochrad über Motorrad zum Wanderer „Puppchen“ W3 5/12PS von 1913, eines der ersten Automobile der Firma.

Sehr schönes Ambiente in den einzelnen Räumen…

Wanderer, Diamant, OD Dresden und…

Der gelbe Rennwagen (R8) auf Basis F8 ist einer von vier (rot, blau, grün), welche nach dem Krieg als erste in der DDR Rennen fuhren auf dem Sachsenring und im Westsachsenstadion in Zwickau. Dahinter ein F1 Rennwagen, wurden auch mit Ladepumpe gebaut.

Eine wohl relativ unbekannte Karosserie „HATAZ“ Hans Tautenhahn Zwickau Bj. 1922 mit Vierzylinder Viertaktmotor, sv 1040 ccm der Firma Steudel Kamenz. Fuhr Rennen am Zwickauer Flugplatz.

DKW – Rennmaschinen, Are 175 -1927, PRe 500 – 1929 und vorn Einzylinder Zweitakter 1922.

Von der Auto-Union Chemnitz eine DKW US 250 Bj. 1939, ca. 39 PS bei 7000 U/min. Zweizylinder Doppelkolbenmotor und Flügelzellenkompressor.

Im Hintergrund ein Wanderer W 10/ IV mit einer Holzgasanlage. Ist doch was für dem Klimaschutz – Oder ?

F9 – Prototyp.

Sensation 1979 – erstes Wasserstoff-Auto der DDR:

Wartburg – „Prototyp eines Turbinenantriebs !“ DDR-Modell des ersten Wasserstoff-Autos 1979 mit 120 PS und 16000 U/min. Entwickelt und gebaut von Dr, Glaubrecht, Torgau.

DKW Typ F2 Bj.1933, Karosse-Eigenfertigung von Kurt Pampel Wildenfels. Motor Zweitakt-Zweizylinder 600 ccm, 18 PS.

Fahrräder wie Diamant, Wanderer, Presto …

Die 98er dürfen auch nicht fehlen, links eine Saxonette.

Mehrere Modelle der im Osten bekannten Marke „SCHÜTTOFF“.

Die Werkstatt darf auch nicht fehlen…

Alle „Simson“- Modelle…

Aus den Simson-Prototypen hätte was werden können, aber leider pleite…

Der „Sachsen-3er“ 70ccm mit Trabant-Getriebe.

Zum Schluss trifft man dann auch noch einen Oldie-Freund.

Bis zum nächsten Mal in Chemnitz…

Weil es so schön war, berichte ich im nächsten Beitrag über die wohl berühmteste sächsische Marke mit den hergestellten – Schreibmaschinen, Werkzeugmaschinen, Fahrrädern, Motorrädern und Autos – die Firma „WANDERER“.

Inhaltsverzeichnis der ersten hundert Beiträge:

 

Victoria – Lorenz – Motor, Fahrrad mit dem seltenen „Lorenz-Motor“…

Wir wünschen den Betrachtern unserer Webseite  – www.victoria-rad.de – folgendes:

Weiterhin bedanken wir uns für das Interesse an den mittlerweile ca. 140 Berichten. Gerne werde ich Hinweise aufnehmen, Kritik verarbeiten, aber auch die vielen Anfragen bearbeiten. Besonders bedanke ich mich für Dinge, die ich noch nicht wusste oder auch z.B. Fotos die ich noch nicht kannte, wie die folgende Aufnahme, die mich über die Feiertage erreichte…

Gefunden von einem netten Herrn auf einem Dachboden im Fehlbodenbereich, in München. Victoria KR 35 mit „Kali“-Seitenwagen, frühe Dreißiger Jahre…

Aber nun zum Artikel: Der erste Artikel im Jahr 2020 soll nun doch mal etwas skurriler ausfallen, aber natürlich mit VICTORIA eng verbunden sein:

Es muss ja nicht immer der Hilfsmotor FM 38 sein…

Der „Lorenz – Motor“ – wer ihn sieht, denkt ja wohl gleich an die Boxer-Varianten unserer Marke „VICTORIA“. Das Motörchen ist mit seinen 126 ccm und lediglich einem PS Leistung, ein Fahrrad-Hilfsmotor der besonderen Klasse, und bestimmt vielen überhaupt nicht bekannt. Ein Produkt der Berliner Firma Gebrüder Lorenz, später Wittig & Co aus den Zwanziger Jahren. Da gibt es vielleicht nicht mal mehr als 20 Stück, wie eingefleischte Fahrrad und Hilfsmotoren Fans behaupten…

Die außenliegende Schwungscheibe verleiht dem Motor sein außergewöhnliches Feeling, ebenso wie Victoria beginnend mit seiner K.R.I. Der unten liegende Vergaser ist sicherlich auch ein Novum des Aggregates…

Die Ansaugseite liegt direkt hinter der Auspuffseite – auc eine sehr interessante Konstruktion…

Nun aber zur Geschichte, wie vielleicht einmalig ein solcher Längsboxer-Motor in ein Victoria – Rad eingebaut wurde:

Habe schon immer Ausschau nach einem solchen Lorenz-Motor gehalten, weil dieser vom Wesen her gut mit Victoria harmoniert als Längsboxermotor. Ein sehr guter Oldie-Freund aus dem Süden von unserer Republik hatte in seiner umfangreichen Sammlung diverser Kleinmotoren ein solches Stück. Aber eingefleischte Sammler geben halt ungern so ein seltenes Teil her. Es kam, wie es kommen sollte, eines Tages rief er mich an und sagte in seiner Nachbarschaft wird eine Victoria K.R.III. verkauft. Nach Terminabsprache landete ich bei ihm um das Motorrad zu sehen, eine kleine Enddeckungsreise ist es allemal Wert, um mal raus zu kommen. Der Lorenz- Motor in ein Rad eingebaut hing immer noch an der Decke im Keller.

Hier hängt er noch an der Kellerdecke…

Es war ja um die Weihnachtszeit, da gab es erst mal Plätzchen, Stollen und Kuchen. Das Gespräch dabei auf die K.R.III. lenkend ergab die Überraschung des Tages. Es stellte sich heraus, das die K.R.III. eine KR35 war, und aus einem Längsboxer nun ein Eintopf wurde. Der Günther musste da wohl was verwechselt haben. Sichtlich am Boden zerstört, fragte er mich, wie er das wieder gut machen kann, mich da 700 km durch die Gegend zu schicken, um das falsche Motorrad anzuschauen. Ich sagte natürlich schlagfertig, na indem Du mir den Lorenz-Motor mit gibst, dann war die Fahrt nicht für die Katz, denn wer fährt schon gerne 700 km zum Kaffee-Kränzchen. Die Stirn runzelnd, nach kurzer Überlegung, willigte er ein. Anstatt mit 500 ccm bin ich dann nicht weniger glücklich, mit schlappen 126 ccm und einem PS statt zwölf PS heim gefahren. Auf der Fahrt hab ich mir dann schon überlegt, in welches Fahrrad ich den schönen Motor einbaue. Da gibt es nicht all zu viele Alternativen, denn er muss auch ins Rahmendreieck reinpassen, da geht es wirklich sehr eng zu. Letztendlich blieb mir nur ein Victoria Rad übrig aus den Dreißigern (1932er Halbrenner-Sport-Rad) übrig, wo alle Komponenten passten.

Das bereits restaurierte Rad von Victoria.

Es ist kein Stilbruch einen 10 Jahre älteren Motor in ein Rad ein zu bauen, anders herum würde es nicht gehen. Leider hatte ich kein Rad aus der Zeit und in Ein Damenrad geht das nun mal nicht.

Gesagt, getan – hier das Ergebnis:

Ich denke das Ergebnis kann sich sehen lassen, auf jeden Fall ist es einmalig…

Wie man unschwer erkennen kann, geht es wirklich sehr eng zu und Millimeter-Arbeit steht auf der Tagesordnung. Mit Hilfe von Umlenkrollen wurde eine Gleitkupplung erzeugt, um auch an einer Kreuzung nicht der Verecker zu sein.  Auch den Gliederriemen auf die hintere Antriebsfelge zu bekommen war eine Herausforderung !

Der große Kupplungshebel, nicht mit einem Schalthebel zu verwechseln, übernimmt die Fahreigenschaften, eines stetig laufenden Motors und war der Vorreiter der heutige Kupplung. Wer schon mal ein Motor-Zweirad aus dieser Zeit getriebelos und ohne moderne Kupplung im Straßenverkehr bewegt hat, weiß von was ich rede. Das Abwürgen des vom Motor und wieder Starten im Verkehr, ist für die Betrachter von außen wohl ein Schauspiel der Superlative, aber für den Driver selber, eine Qual allerhöchster Fahrkunst.

Mit einigen zusätzlichen Accessoires, wie Suchscheinwerfer,VDO- Lenkeruhr, Reibrollen-Tacho von Ennwell und der berühmten Kobralampe mit Doppelscheinwerfer ist das Rad perfekt.

Skizze vom Lorenz-Motor.