Victoria – Nähmaschinen Anfang der Fünfziger Jahre…

Victoria – Nähmaschinen, ein neues Standbein ? Oder eher nicht ? 

Wohl eher nicht…

Nach dem Krieg war ja alles etwas chaotisch, das Werk musste wieder aufgebaut werden, die Fahrradproduktion lief langsam wieder an, die Motorrad-Produktion eher nicht. Die Besatzer sprachen hier ein gehöriges Wörtchen mit. Die Hilfsmotoren-Produktion lief gut an. Da brauchte man weitere Standbeine und kam auf die Idee eine Nähmaschinen-Produktion einzurichten, wie es auch Zündapp und die für Nähmaschinen bekanntere Firma Dürkopp bereits machte.

Ab 1948 brachten die Verantwortlichen Herr Constapel und Herr Baar die Nähmaschinen-Produktion in Gang. Es fing aber gleich wieder Pech an, da das Victoria-Zeichen, bzw. der Name bereits für einen anderen Hersteller geschützt war, die Firma Plank – Kindernähmaschinen:

Das nächste Bild zeigt eine Nähmaschine, noch mit „Victoria“ Labelung:

Durfte nicht verwendet werden…

Kurzerhand nahm Victoria das „VW“ – Zeichen:

Prospekt dazu:

Auszug aus Bedienanleitung:

Bei den Nähmaschinen wurde auch die moderne Gusstechnik angewendet, die Victoria bereits bei Fahrzeugen einsetzte. Verantwortlich und Vorreiter dieser Technik war Direktor Bauer:

Die dazu gehörigen Ersatz- und Nähkästchen von Victoria:

in schwarz mit goldener Schrift…

Wie es so oft in den Fünfziger Jahren bei Victoria passierte, musste die Nähmaschinen-Fertigung als unrentabel aufgegeben werden….

Es gab noch zwei bedeutende Firmen, die auch Nähmaschinen herstellten und den Namen „VICTORIA“ verwendeten. Dazu einige Informationen, da von den meisten Leuten diese Maschinen der Marke Victoria aus Nürnberg zugeordnet werden:

„Victoria Nähmaschinenfabrik“ Saalfeld / Thüringen:

Bereits 1863 wurde die Victoria-Nähmaschinenfabrik in Saalfeld von Richard Koch gegründet. 1908 wurde Die Fabrik in eine AG von Karl Knoch umgewandelt und mit weiteren Firmen verschmolzen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Firma enteignet und bis 1959 als „Textima“ in der DDR weitergeführt. Heute ist hier ein Auktionshaus beheimatet mit dem Namen „Alte Nähmaschine“ und vermietet Räume vom ehemaligen Betriebsgelände…

Altes Firmenlogo:

 

Alte Victoria-Nähmaschine aus Saalfeld…

Altes Nähkästchen Victoria-Saalfeld:

Das Nachfolge-Modell:

„Victoria-Mundlos-Nähmaschine“ Magdeburg / Sachsen Anhalt:

Ebenfalls wie in Saalfeld gründete Heinrich Mundlos mit Hermann Schulz eine Nähmaschinenfabrik in Magdeburg. 1892 wurde die erste leichtgängige Victoria-Nähmaschine hergestellt. Zum Kriegsende wurde die Werksanlagen durch die Bombardierung schwer beschädigt. Danach wurde alles abgebaut und als Reparations-Leistung in die Sowjetunion gebracht.

Firmengebäude:

Friedrich Heinrich August Mundlos, Plakette…

5 Gedanken zu „Victoria – Nähmaschinen Anfang der Fünfziger Jahre…“

  1. Guten Tag,

    ich hätte eine Victoria Nähmaschine zu verkaufen, hätten Sie Interesse daran? Ich denke sie ist aus den 50iger, 60iger Jahren.

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