Victoria – Saxonetten der Dreißiger Jahre

Die Firma Fichtel & Sachs entwickelte den Radnabenmotor „Saxonette“ neben den bekannten Einbaumotoren der 74er und 98er Reihe und stellten diesen im Jahr 1937 auf der Berliner Automobilausstellung vor:

„Die motorisierte Torpedo-Freilaufnabe, als Einbaumotor für Fahrräder“ 
Der Saxonette – Konfektionsmotor wurde im 26″ Zoll Hinterrad geliefert, einbaufertig für ein Fahrrad.

Technische Daten:

Für die Hersteller, wie auch „Victoria“, wurden Vorschläge von „F&S“ gemacht, wie ein Komplettfahrzeug mit der Linie der integrierten Einbaumotoren aussehen konnte:

Diese Vorlage kam bei Victoria als „Herrenmodell“ zur Anwendung, passend zur V-Linie.
Hier, der Tank über dem Hinterrad, war bei Victoria die „Damenversion“.
Das Kreuzrahmenmodell ist eher ein Unikat und wurde selten verwendet.

An die 30 Hersteller von Fahrrädern und Kleikrafträdern bezogen die Einbaumotoren von „F&S“, so dass bei den Schweinfurter Hersteller ein überragender Marktanteil von ca. 75 % erreicht wurde. Allerdings endete die Herstellung dieser Einbaumotoren bereits 1940 wieder, weil die Motorradindustrie und die Fahrradhersteller, sowie die Motorenhersteller ein 6-Punkte Programm beschlossen. Es wurde eine strikte Trennung der verschiedenen Industrien fixiert, wobei der Einbaumotor auf der Strecke blieb.

Der 38er Saxonette – Einbaumotor hatte durch seine kompakte Bauweise auch einige Nachteile. Da alles gut und formschön verkleidet war, traten bei Dauerbelastung und höheren Geschwindigkeiten die üblichen Wärmeprobleme auf, welche zu Motorausfällen und Zündspulenproblemen führten. Hier heraus begründet sich, dass man am Gasgriff einen Druckpunkt nachrüstete, welcher dem Fahrer signalisierte das Motörchen nicht zu überfordern. Die formschönen Abdeckungen hat mancher Pilot wohl entfernt, deshalb sind die Bleche auch heute sehr begehrt und kaum noch zu bekommen. Bei Fahren im Teillastbereich verölte die 175er Zündkerze und man tauschte sie gegen eine 95er mit dem entsprechen geringeren Wärmewert. Um den Motor zu starten, musste eine Kolbenpumpe mehrmals betätigt werden, anstelle eines üblichen Tupfers. Dies stellte sich auch als Problem heraus und wurde in die Händlerhinweise aufgenommen.

Der Prüfungsbericht:

Die Preise von 1938 waren noch sehr moderat. Heute bekommt man nicht mal mehr das Motorabdeckblech dafür !

Die Victoria „Saxonetten“:

In Anlehnung an die „F&S“ Vorgabe Endstand dieses formschöne V-Linien Modell.
Originales Victoria V38 Modell mit dem Radnabenmotor, als „Herrenmodell“

Originales Victoria V48 Modell mit dem Radnabenmotor, als „Damenmodell“.
Damenmodelle wurden werksseitig immer mit roten Ballonreifen ausgeliefert.

Die Pendelgabel von Victoria:

Die spezielle Federung der Vordergabel unterhalb des Steuerkopfes bewirkt einen Schwingeffekt, welcher sehr wirkungsvoll ist.

Pendelgabel am Originalrad.
Radnabenmotor Komplett mit dem Abdeckblech, oben links die Kolbenpumpe.
Herrenmodell linke Seite, mit der üblichen Ausstattung.
Herrenmodell rechte Seite, vorn Innenbackenbremse (90mm), hinten die Freilaufnabe.
Die große Abdeckscheibe sorgt für Frischluft – Motorkühlung über die 18 Schlitze.

Das seltene Damenmodell (nur noch ein Fragment bekannt) wurde in Österreich von einem Hilfsmotoren Sammler aufgefunden. Die Damemodelle hat man im Verhältnis 40 zu 1 hergestellt:

Damenmodell – Originalzustand mit den Erstreifen, kaum gefahren.
Die eher unspektakuläre rechte Seite.
Der elegante Kraftstofftank über dem hinteren Schutzblech, mit Linierung.

Victoria – Jahrestreffen Vorschau und Einladung für das Jahr 2019…

Auszug aus unserem zweiten Victoria Jahresheft – Einladung:

Ich, Romy und klein Victoria, freuen uns schon mächtig auf das Treffen nächstes Jahr und wünschen Matthias gutes Gelingen und natürlich bestes Treffen Wetter!!!

2019 – 2019 – 2019 – 2019 – 2019 – 2019

Allen Besuchern meiner Victoria-Webseite „victoria-rad.de“ wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Schaffenskraft und natürlich Gesundheit. Im neuen Jahr starten wir die Webseite mit neuen tollen Themen: „Victoria – Saxonetten“ Ende der Dreißiger Jahre. Euer Gert Reiher…


Victoria – Jahresrückblick das Victoria – Jahrestreffen 2018 in Pfaffengrün/Treuen

Auszug aus unserem zweiten Victoria IG Jahresheft 2018:

Nach 30 Jahren „VICTORIA TREFFEN“ gab es die erste Plakette, welche den Siegern des Wettbewerbs verliehen wurde. Bild vorher.

Bilder, Bilder, Bilder:

Romy auf SR 1.

Albert Frick und sein Schweizer Victoria Rad.
Gerd Schneider und Gert Reiher vor dem Victoria KR 8 Gespann.
Matthias & Reiner, unsere umsichtige Motorradbegleitung hatten jede Situation im Griff.
Die Victoria KR.III. war das anführende und älteste Motorrad bei der Ausfahrt.
Die Truppe mit den kleinen Fahrzeugen bei der Rast am „Schwarzen Bär“.
Ein einsames Victoria „Tory“ vor der monumentalen Göltzschtalbrücke.

Victoria – Jahresrückblick 2018 Retro-Klassik

Hier ein Auszug aus unserem zweiten Jahresheft der Victoria IG von 2018:

Unser Victoria Messestand
Jochen Mass an unserem Victoria-Messestand
Das obere Bild ist noch Messe-PUR, unten war bereits abgebaut…

Bilder, Bilder, Bilder:

Hans, Uwe, Anton, Helmut, nochmal Helmut, Edgar, Günter, und Gert.
Oh, der Hunger plagt den Werner…
Hans der Zapfer…
Die Kompressor und Gert…
KR 9 und KR 6 Bergmeister… dahinter KR I und KR 50 sv.
Gert und Helmut beim fachsimpeln an Victoria Jubiläumsrennrad V 101 von 1936…
Hans mit Tochter…
Der Messestand…
Die Triumpf Fraktion…
Hochrad, Safety, Fahrräder…
VIKTORIA ???
Das Rad von 1899 mit Kerzenlicht…
Wer ist denn hier der Engel ???
Gert Reiher, Marek Schramm und Helmut Hahn bei einer fachlichen Diskussion.
Die BMW R 32 bei „Silberhorn Classics“.
Drei „Vogtländer“
Nochmal fünf „Vogtländer“
Die fünfte Klein „Victoria“ ist beim Messestress eingeschlafen.
Victoria KR 26 mit Seitenwagen.
Victoria KR 9 „Fahrmeister“.
Jochen Mass auf Victoria KR 6 „Bergmeister“
Sonntag Nachmittag, der Krönende Abschluss…


Victoria – Fahrrad – die Fahrräder der „Vierziger Jahre“

Mit diesem Plakat wurden die Räder der Vierziger Jahre beworben. 
Das neue Schutzblechzeichen für die Räder der „Vierziger Jahre“, noch mit dem Ehrenkranz von 50 Jahre Victoria 1936 versehen, im „V“ mit dem Flügel, zierte das vordere Schutzblech.
Das Prospekt für die Räder der „Vierziger Jahre“.

Folgend die Fahrräder vom Prospekt:

Die Fahrräder freigestellt:

Bereits schon der moderne Doppelrohrrahmen, als Übergang in die „Fünfziger Jahre“

Damenrad von 1937, das Schutzblechzeichen hat der Besitzer, Günter Brattke aus Treuen, aus den „Fünzigern“ angebracht:

Victoria – Retro Klassik – Nürnberg 2018

Sonntag Nachmittag Jochen Mass auf unserem Victoria – Messestand

Nürnberger Nachrichten – Artikel:

Edgar Köhnke und Gert Reiher

 Einige Bilder von „Silberhorn-Classics“. Herr Christian Silberhorn eröffnet im Oktober 2019 ein neues Museum in Fischbach bei Nürnberg, mit der Thematik: BMW und Nürnberger Motorradgeschichte, unter anderem natürlich mit vielen „Victorias“.

Victoria KR 8
Victoria KR I
Victoria 159
Victoria Avanti
Die legendäre 1000er „Weise Mars“

Hier sind nochmals Bilder von unserem Victoria Messestand:

Der Eingang zu unserem Messestand
Vielen Dank nochmal für den umtriebigen Stefan Thomann, welcher die IG immer tatkräftig in jeder Lage unterstützt.

Victoria – Retro – Klassik Nürnberg 2018

Einige Bilder Impressionen vom Victoria-Messestand:

Rechts das erste Hochrad von F&O 1886 bis nach links das Rennrad V101 Jubiläumsmodell von 1936
Ankunft von Manni Sprenger, rechts
Das Christkind auf unserem Messestand
Rechts – Victoria Parilla, Mitte – Victoria Kompressormaschine, links Victoria KR26 Rekordmaschine
Romy, klein Victoria, Gert
Noch beim Aufbau Werner Gert und Günter
Hans, Helmut und Uwe
Vorn die Bi-Fix
Na, Na ?  Schreibfehler oder was ?
Die legendäre Bergmeister aus den „Fünfzigern“
Vorn die Victoria KR 50, dahinter Die Sportversion KR 50S

Victoria – Retro – Klassik Nürnberg 2018

Erster Tag, der Freitag 7.11.2018

Auf der Victoria IG Seite hat unser Uli, der Hellseher einen seiner wöchentlichen Kartons veröffentlicht, aber seht selbst:

Das Christkind auf der Retro Klassik

Ein paar Stunden später, dann das:

Das echte Christkind erscheint uns allen in Natura

Der Uli sagt, als er das Bild sieht:

Da gefriert mir die Tusche in meiner Feder. Was ich zeichne wird wahr! Ich geh Montag zum Arzt. Das ist mir unheimlich !!!


Victoria – Motorrad Modelle KR 20 EN Lux / KR 20 LN Luxus

Victoria KR 20 EN Lux 1937:Mit Schaltung am Tank, also noch Dreigang-Handschaltung, einfacher Sattel mit Druckfedern und einem offenen Kettenschutzblech. Die Lackierung erfolgte komplett in grau, später die Tanklackierung in Dunkelblau/Silber.Diese neue Linie wurde Anfang 1937 auf der internationalen Berliner Fahrzeugausstellung im Zweitaktbereich vorgestellt. Das Design vom formschönen Tank bis zum hinteren Rahmendreieck mit dem tropfenförmigen Motorgehäuse bildeten eine Einheit für den Betrachter und kam natürlich gut an. Vom Design kann man wieder auf Richard Küchen schließen, was denn auch so war. Die Ausstattung war noch relativ einfach gehalten, was sich mit dem Nachfolgemodell verbessern sollte, nämlich der KR 20 LN Luxus:

Victoria KR 20 LN Luxus 1937:

Bereits Viergang-Getriebe, wahlweise mit Handschaltung oder gegen Aufpreis mit Fußschaltung, welche aber auf der rechten Seite angebracht war. Dadurch hat man die Hinterradbremse als Hackenbremse ausgeführt. Die „Luxus“ hatte einen geschlossenen Kettenkasten und einen modernen Schwingfedersattel. Die Tanklackierung in Dunkelblau/Silber. Im Scheinwerfer war der Tacho integriert. Die Zweitaktmotoren hatte man mit Flachkolben ausgerüstet. Der Zylinder besaß einen Einlasskanal, zweimal Auslasskanal, was die Doppelportauspuffanlage nach sich zog und drei Überströmkanäle, beinen Hub von 70 mm und einer Bohrung von 60 mm, brachte ca. 7 PS.

Originale Victoria KR 20 LN:

 

Prüfbericht „Motor und Sport“.

Ersatzteillisten:

Das Rahmenrohr aus 2 Halbschalen verschweißt, sehr ergonomisch im Detail.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Victoria – Motorrad KR 20 Modelle KR 20 Z/ZS/ZB/ZBL/E/LG 1932 – 1936

Victoria KR 20 Z (Zweitaktmodell) und KR 20 ZS (Zweitakt-Schwarz)

Die KR 20 Z gleicht der Vorkriegs-Viertakt-Maschine KR 20 in ihren Merkmalen. Anfänglich verwendete man einen ILO Zweitaktmotor mit dem bekannten Sackzylinder. Die 198 ccm rechneten sich aus einer Bohrung von 63 mm und einem Hub von exakt 64 mm. Die Tanklackierung zeigt noch den Victoria-Engel eingepasst in Farbe und Chrom. Mit Pressstahlgabel und Mittelständer hat man auch schon Neurungen eingeführt. Magura-Lenker mit Außenzughebeln, sowie Tachometer und Lenkeruhr:

Hier die KR 20 Z mit abnehmbaren Zylinderkopf:

Victoria KR 20 ZS:

Die Victoria KR 20 ZS war die abgespeckte Variante der „Z“. Ohne Tachometer und  Lenkeruhr, sowie einen leichteren Sattel sparte man auch am Chrom und das Motorrad war in schwarzer Lackierung erhältlich. Dieses Modell hatte ein Hurth-Getriebe. Gerademal 700 Z-Modelle hatte man aufgelegt.

Victoria KR 20 ZB 1934-1935

Da das Getriebe am Motor rein optisch, aber nicht technisch angeblockt war, bekam das Motorrad doch die Bezeichnung „ZB“, wie Zweitakt-Block. Rein optisch ist auch die Tanklackierung verändert worden, welche sich zeitgemäß in der Victoria B/G einreiht.

Prospekt und Technische Daten:

Victoria KR 20 ZBL 1934-1936

Wie das zusätzliche „L“ schon aussagt handelt es sich hier um die Luxusvariante der „ZB“.

Veränderungen:

  • zwei Werkzeugkästen am Gepäckträger
  • Neuer moderner Scheinwerfer
  • 50 Watt Lichtanlage mit Batteriezündung
  • Sattel mit Zugfedern
  • geschlossener Kettenkasten
  • Vergaser – Ansaugung nach hinten
  • Tachometer und Lenkeruhr – serienmäßig
  • natürlich verchromter Tank beim Luxusmodell

Victoria KR 20 E

Die „E“ ist wiederum die billigere Variante und bekommt einen Tank ohne Chrom, sondern eine Alu-Chrom Lackierung. Der Schalldämpfer wurde schwarz lackiert, die Kniekissen fehlten und ein offener Kettenschutz war die Sparmaßnahme. Der Sattel war einfach gehalten und selbstverständlich fehlten die Luxusanbauteile, wie Tacho und Uhr.

Victoria KR 20 LG 1936

Die Luxus Geländemaschine hatte eine hochgezogene Auspuffanlage: