Victoria – KR 8 / KR 9 – Das Geheimnis der Bedienung des Benzinhahns und Schwimmertupfers ist gelüftet…

Das letzte Geheimnis der Victoria KR 8 / KR 9:

Für die Victoria-Modelle KR 8 und KR 9 existieren zwar Bedienanleitungen, aber Ersatzteillisten sind in der Regel nicht bekannt, liegt wahrscheinlich daran, weil so wenige dieser Motorräder gebaut wurden. Da hat Victoria keinen Aufwand betrieben. An den verbliebenen Maschinen waren bislang auch keine dieser Armaturen zu finden. Aber der Tag ist gekommen und eine fast komplette KR 8 hat die Scheune verlassen. 

Der Scheunenfund:

Eine der letzten Maschinen aus dem Entstehungsjahr mit der Fahrgestell und Motornummer: 150234, Kilometerstand lt. Noris-Tacho: 16007 km, vor Jahrzehnten überlackiert, aber doch wie unberührt…

Die betreffenden Armaturen sind in der Bedienanleitung der KR 9 auf zwei Bilder abgedruckt:

Der Starterknopf (original):

Der Benzinhahn mit Abdeckung (original):

Rechte Seite, eingebauter Zustand des Benzinhahns:

Roter Pfeil zeigt an die Wellenbetätigung.

Der Benzinhahn wird über eine flexible Stahlwelle in seine Stellungen betätigt, „RES – ZU – AUF“:

Die gesamte Einheit der Benzinhahn – Betätigung:

Zwei Gelenkhülsen mit Splinten verbinden Hebel und Hahn.

Die linke Seite ist für den Tupfer zum Schwimmergehäuse reserviert:

Der Schwimmergehäusedeckel ist mit einer waagrechten Druckeinrichtung für die Schwimmernadel eingerichtet.

Victoria KR 8 Bedienanleitung.

Der Tupfer drückt über einen Bowdenzug eine konische Spitze gegen die Schwimmernadel, diese treibt den Schwimmer wie gewohnt nach unten und gibt den Benzin frei.

Hier nochmal der Tupfer am anderen Ende der Mechanik.

Im Grunde genommen ist die Mechanik ganz einfach. Ob diese aber immer den Ansprüchen genügt hat oder ob sie bei meist abgenommenen Seitenblechen von Nöten war kann nicht nachvollzogen werden. Ich gehe davon aus, dass die Funktion über Jahre nicht den Erwartungen – Stand der Technik gehalten hat. Es wurde bestimmt auch die Einschieber – Vergaseranlage oft auf Zweischieber umgebaut, um auch im Winter ein besseres Anspringen zu gewährleisten. Die Umbauten vom ersten Motor – KR 8 auf den zweiten mit mehr Kühlrippen und dann die Umstellung auf den wechselgesteuerten Motor der KR 9 haben auch ihre Spuren hinterlassen. Somit sind die vielen verschwundenen Seitenbleche nur der eine Teil des Handlings. Es ist halt leichter bei einem Motorrad wenn man unkompliziert an Vergaser mit Bedienelementen, Zündung usw. heran kommt. Somit wurden komplizierte Elemente einfach weg montiert. 

Noch ein Bild von der ersten Victoria KR 8:

Der erste Motor:

Werks-Archiv-Bild, Ende 1933, Anfang 1934.


 

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