Victoria – Lorenz – Motor, Fahrrad mit dem seltenen „Lorenz-Motor“…

Wir wünschen den Betrachtern unserer Webseite  – www.victoria-rad.de – folgendes:

Weiterhin bedanken wir uns für das Interesse an den mittlerweile ca. 140 Berichten. Gerne werde ich Hinweise aufnehmen, Kritik verarbeiten, aber auch die vielen Anfragen bearbeiten. Besonders bedanke ich mich für Dinge, die ich noch nicht wusste oder auch z.B. Fotos die ich noch nicht kannte, wie die folgende Aufnahme, die mich über die Feiertage erreichte…

Gefunden von einem netten Herrn auf einem Dachboden im Fehlbodenbereich, in München. Victoria KR 35 mit „Kali“-Seitenwagen, frühe Dreißiger Jahre…

Aber nun zum Artikel: Der erste Artikel im Jahr 2020 soll nun doch mal etwas skurriler ausfallen, aber natürlich mit VICTORIA eng verbunden sein:

Es muss ja nicht immer der Hilfsmotor FM 38 sein…

Der „Lorenz – Motor“ – wer ihn sieht, denkt ja wohl gleich an die Boxer-Varianten unserer Marke „VICTORIA“. Das Motörchen ist mit seinen 126 ccm und lediglich einem PS Leistung, ein Fahrrad-Hilfsmotor der besonderen Klasse, und bestimmt vielen überhaupt nicht bekannt. Ein Produkt der Berliner Firma Gebrüder Lorenz, später Wittig & Co aus den Zwanziger Jahren. Da gibt es vielleicht nicht mal mehr als 20 Stück, wie eingefleischte Fahrrad und Hilfsmotoren Fans behaupten…

Die außenliegende Schwungscheibe verleiht dem Motor sein außergewöhnliches Feeling, ebenso wie Victoria beginnend mit seiner K.R.I. Der unten liegende Vergaser ist sicherlich auch ein Novum des Aggregates…

Die Ansaugseite liegt direkt hinter der Auspuffseite – auc eine sehr interessante Konstruktion…

Nun aber zur Geschichte, wie vielleicht einmalig ein solcher Längsboxer-Motor in ein Victoria – Rad eingebaut wurde:

Habe schon immer Ausschau nach einem solchen Lorenz-Motor gehalten, weil dieser vom Wesen her gut mit Victoria harmoniert als Längsboxermotor. Ein sehr guter Oldie-Freund aus dem Süden von unserer Republik hatte in seiner umfangreichen Sammlung diverser Kleinmotoren ein solches Stück. Aber eingefleischte Sammler geben halt ungern so ein seltenes Teil her. Es kam, wie es kommen sollte, eines Tages rief er mich an und sagte in seiner Nachbarschaft wird eine Victoria K.R.III. verkauft. Nach Terminabsprache landete ich bei ihm um das Motorrad zu sehen, eine kleine Enddeckungsreise ist es allemal Wert, um mal raus zu kommen. Der Lorenz- Motor in ein Rad eingebaut hing immer noch an der Decke im Keller.

Hier hängt er noch an der Kellerdecke…

Es war ja um die Weihnachtszeit, da gab es erst mal Plätzchen, Stollen und Kuchen. Das Gespräch dabei auf die K.R.III. lenkend ergab die Überraschung des Tages. Es stellte sich heraus, das die K.R.III. eine KR35 war, und aus einem Längsboxer nun ein Eintopf wurde. Der Günther musste da wohl was verwechselt haben. Sichtlich am Boden zerstört, fragte er mich, wie er das wieder gut machen kann, mich da 700 km durch die Gegend zu schicken, um das falsche Motorrad anzuschauen. Ich sagte natürlich schlagfertig, na indem Du mir den Lorenz-Motor mit gibst, dann war die Fahrt nicht für die Katz, denn wer fährt schon gerne 700 km zum Kaffee-Kränzchen. Die Stirn runzelnd, nach kurzer Überlegung, willigte er ein. Anstatt mit 500 ccm bin ich dann nicht weniger glücklich, mit schlappen 126 ccm und einem PS statt zwölf PS heim gefahren. Auf der Fahrt hab ich mir dann schon überlegt, in welches Fahrrad ich den schönen Motor einbaue. Da gibt es nicht all zu viele Alternativen, denn er muss auch ins Rahmendreieck reinpassen, da geht es wirklich sehr eng zu. Letztendlich blieb mir nur ein Victoria Rad übrig aus den Dreißigern (1932er Halbrenner-Sport-Rad) übrig, wo alle Komponenten passten.

Das bereits restaurierte Rad von Victoria.

Es ist kein Stilbruch einen 10 Jahre älteren Motor in ein Rad ein zu bauen, anders herum würde es nicht gehen. Leider hatte ich kein Rad aus der Zeit und in Ein Damenrad geht das nun mal nicht.

Gesagt, getan – hier das Ergebnis:

Ich denke das Ergebnis kann sich sehen lassen, auf jeden Fall ist es einmalig…

Wie man unschwer erkennen kann, geht es wirklich sehr eng zu und Millimeter-Arbeit steht auf der Tagesordnung. Mit Hilfe von Umlenkrollen wurde eine Gleitkupplung erzeugt, um auch an einer Kreuzung nicht der Verecker zu sein.  Auch den Gliederriemen auf die hintere Antriebsfelge zu bekommen war eine Herausforderung !

Der große Kupplungshebel, nicht mit einem Schalthebel zu verwechseln, übernimmt die Fahreigenschaften, eines stetig laufenden Motors und war der Vorreiter der heutige Kupplung. Wer schon mal ein Motor-Zweirad aus dieser Zeit getriebelos und ohne moderne Kupplung im Straßenverkehr bewegt hat, weiß von was ich rede. Das Abwürgen des vom Motor und wieder Starten im Verkehr, ist für die Betrachter von außen wohl ein Schauspiel der Superlative, aber für den Driver selber, eine Qual allerhöchster Fahrkunst.

Mit einigen zusätzlichen Accessoires, wie Suchscheinwerfer,VDO- Lenkeruhr, Reibrollen-Tacho von Ennwell und der berühmten Kobralampe mit Doppelscheinwerfer ist das Rad perfekt.

Skizze vom Lorenz-Motor.

 

 

 

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