Victoria – Motorrad KR 15 von 1933-1938

Victoria – KR 15 von 1933-1938

Endlich mal ein richtiges Kleinmotorrad mit tollem Design, dazu noch sparsam im Benzinverbrauch und auch durch die Steuerbefreiung für Fahrzeuge bis 200 ccm. Durch das geringe Gewicht konnte die KR 15 locker mit 200er Maschinen mithalten und erreichte 70 km/h. Wie man in den folgenden Bildern sieht, konnte ein Mann, die KR 15 locker tragen:

Beginnend mit der KR 10, über die KR 12, bekam die KR 15 auch einen ILO- Motor, wieder mit Hurth-Getriebe und Schaltung am Tank, welcher 1936 auch fein lackiert und verchromt als Jubiläumsmodell angepriesen wurde:

ILO-Motor mit Getriebeeinheit:

Die Noris-Zündung:

Technische Daten:

KR 10 – Bedienanleitung:



Das Hurth-Getriebe:

Verschiedene KFZ-Briefe:

Originale Bilder:

Victoria – Motorrad KR 12 ab 1932…

Auszug aus dem Buch der Victoria – IG:

Victoria – KR 12

Die neue KR 12, wiederum mit einem ILO-Motor, im Zweitaktprinzip, leistete  4 PS bei 123 ccm Hubraum. Allerdings hatte sie schon ein Dreiganggetriebe. Als grundsolides, kleines Motorrad mit geringen Gewicht, war sie aber sehr lebendig und auch sehr leistungsstark. Sie reagierte auf die geringste Neigung und man konnte mir ihr schnell und unkompliziert im Straßenverkehr zurecht kommen. Die KR 12 gab es nur in schwarzer Emaillierung zu einem Preis von 430 RM, aber auch ohne jeden Schnickschnack. Das Dreiganggetriebe von der Firma „Hurth“ wurde über ein Gestänge an einer Kulisse am Tank bedient. Sehr formschön und auch praktisch war der kleine Leichtmetallkettenschutz mit vorteilhafter Kontrolle und Schmierung der Kette. Der Tank mit dem Victoriaengel wirkte zum Fahrgestell etwas voluminös. Die Vorderradgabel bestand aus Stahlblech Gabelscheiden mit einer straffen Druckfeder. Als Höchstgeschwindigkeit maß man stolze 60 km/h.

Prüfbericht „Motor und Sport“:

 

 

Victoria – KLeinmotorrad – V 80 L 1933

Auszug aus dem Buch der Victoria IG:

Victoria – V 80 L

Ab 1933 gab es für  ein Jahr dieses Herrenmodell mit dem 80 ccm ILO-Motor mit 1,75 PS, Zweiganggetriebe , 40 km/h Höchstgeschwindigkeit, zum Preis von 320 RM. Ein, victoriagrau, gut emailliertes, gut ausgestattetes Fahrzeug, noch unter der Bezeichnung Kleimotorrad, allerdings mit Pedalen ausgerüstet. Ein bruchsicherer Rahmen, Schalautomat und verchromte Blankteile waren die Serie, Schwungradmagnet für Licht- und Zündstrom, großer, eleganter und abblendbarer Scheinwerfer, langgestreckter 6 Liter Satteltank, Vorderrad Felgenbremse und Rücktrittsbremsnabe, sehr kräftiger Hinterradständer, Ballonbereifung 26×2″, extrabreite Schutzbleche, hinten mit Nummernschild und Rückstrahler, dazu komplettes Werkzeug waren Ausstattungsmerkmale dieser hübschen Maschine mit einem Gewicht von ca. 40 kg. Angeboten wurde als Sonderausstattung: einfacher Gepäckträger für 7 RM oder extra starker Gepäckträger mit hoher Galerie für 24 RM, eine lautstarke Hupe, sowie eine federnde F&S Vorderradnabe mit Innenbackenbremse für jeweils 12 RM.

Prospekt Victoria V 80 L:

Auszug „Motor und Sport:

Victoria – Kleinmotorrad – KR 10 ab 1932

Victoria KR 10

Auszug aus Buch der Victoria IG:

Die erste KR 10 erschien 1932 mit dem identischen Fahrwerk und der Ausstattung der KR 12 mit ILO-Motor, mit dem einzigen Unterschied, dass bei der KR 10 der 98er Fichtel & Sachs Motor eingebaut war, welcher hier aber mit einem Kickstarter ausgerüstet wurde.

Modell KR 10 mit F&S Getriebeblock

Der Zweitaktmotor leistete 2,25 PS, hatte ein Zweiganggetriebe, Kickstarter, die Höchstgeschwindigkeit lag bei ca. 55 – 60 km/h.  Mit der KR 10 kam schon im ersten Baujahr des neuen 98 ccm F&S – Motors ein gut konzipiertes Fahrzeug in den Verkauf. Bei der Victoria KR 10 waren jetzt statt der Pedalkurbel Fußrasten und ein Kickstarter vorhanden. Das Erscheinungsbild der KR 10 hat alle Merkmale eines richtigen Motorrades, nur eben etwas kleiner. Die Lackierung war in schwarz erhältlich. Die Draht-Ballon-Reifen maßen 25 x 2,75″. Die Kr 10 erlebte in ihrer Bauzeit einige Änderungen, sie war durch ihr Äußeres immer näher am Motorrad als ihre Geschwister mit den Tretkurbeln. In der letzten Ausführung von 1937 erhielt die jetzt wie üblich in Victoriagrau emaillierte KR 10 mit dem 98er F&S-Motor den schönen gestreckten, 8 Liter Tank, Bereifung in Standardgröße 26 x 2,25″, Doppelfeder-Schwingsattel und den selbstaufklappenden massiven Mittelbockständer.

Auszug aus KFZ-Brief KR 10:

Der dazugehörige F&S-Motor mit 98 ccm:

Der Victoria Patent-Doppelfeder-Schwingsattel:

ILO-Einbaumotoren:

Vor den Toren Hamburgs, in der Kreisstadt Pinneberg gab es von 1913-1990 die ILO-Motorenwerke. Gründer dieser zunächst als „Norddeutsche Maschinenfabrik GmbH“ bezeichneten Firma war Heinrich Christiansen, er lebte von 1876-1949. Der Name „ILO“ stammt aus der Weltsprache Esperanto und bedeutet „Gutes Werkzeug“. Ab 1930 war es die ILO GmbH. Es wurden Werkzeuge gefertigt, sowie Motoren für Fahrzeuge und Stationärmotoren. Motoren für Leichtkrafträder stellte man ab 1922 her. Bis 1926 baute man eigene Motorräder mit Zweitaktmotoren. Diese Produktion stellte man aber wieder ein, weil der Absatz gering war. Der F 80-Zweitaktmotor für Kleinmotorräder wird ab 1932 in Serie gebaut und wird auch bei Victoria im Modell V 80 L eingebaut (nächster Beitrag). Viele Zweiradhersteller bedienten sich ab 1932 bei ILO mit Motoren. Neben verschiedenen Zweitaktmotoren der abgestuften Hubräume, welche in den nächsten Beiträgen dargestellt werden, baute ILO auch größere Viertaktmotoren beispielsweise für die Victoria KR 8 und KR 9 (500 ccm), sowie für die Victoria KR 35 B/G (350 ccm).

Der bekannteste ILO-Motor bei Victoria ist der 150er mit 5 PS in dem kleinen Modell KR 15:


 

 

Victoria – Kleinmotorräder mit 98er Fichtel & Sachsmotor

Victoria Kleinmotorräder mit 98er Fichtel & Sachs Motor ab 1932 – 1938

Victoria – Kleinmotorrad vom Fahrrad kommend mit 98er Fichtel & Sachs und der Leistung von 2,25 PS Zweitakter als Modell V 98 Herrenmodell und V 108 als Damenmodell ab dem Baujahr 1932. Das erste Modell war noch mit dem hängenden Tank, mit der Verzierung des Victoriaengels. Am Anfang mit schwarzer Emaillierung und vorderer Felgenbremse:

Original – Kleinmotorrad mit dem 98er Motor

Mit Walzengeschwindigkeitsmesser und Kilometerzähler am Vorderrad

Das Handbuch von F&S für die 98er Motoren:

Verkaufsprospekt von 1935:

Wie bereits in diesem Prospekt vorgestellt, kamen dann 1936 die Jubiläumsmodelle (50 Jahre Victoria) auf den Markt. Mit einer exzellenten Tanklackierung, viel Chrom und den im Ehrenkranz eingeschlossenen Victoriaengel, oder als qualitativer Rhombus dargestellt:

Jubiläumsmodell V 98 L als Herrenrad 1936

Man konnte auch eine Pendelgabel bestellen, hier als Damenmodell V 108 L mit niedrigen Durchstieg gezeigt:

Nochmal die Pendelgabel im Herrenmodell:

Die Tanks aus der Ersatzteilliste:

Scheidengabel:

Pendelgabel:

Die Kotflügel mit zus. Spritzschutzblech:

Die Gepäckträger für die Transporträder:

Weitere Auszüge aus der Ersatzteilliste:

Viele Hersteller von Motorzweirädern bedienten sich mit den robusten 98er F&S Motoren, hier noch ein Beispiel von einer, auch in Nürnberg hergestellten Herkules, dafür:

Originale Fotos von 98igern:

 

Victoria – Kleinmotorräder mit 74er Fichtel & Sachs-Motor

Victoria – die Kleinmotorräder mit dem 74 ccm Fichtel & Sachs – Motor

Die Weltwirtschaftskrise war da und Victoria, sowie auch viele andere Hersteller mussten sich einiges einfallen lassen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten, denn die hubraumstarken Motorräder verkaufte man weniger. Da kamen die Fichtel & Sachs Motoren mit 74 ccm gerade recht, um diese Lücke zu füllen. Das Fahrrad erfuhr natürlich auch seine Berechtigung und seinen Aufschwung, um mit einem verstärkten Rahmen diese Motoren aufzunehmen, bzw. auch die fahrwerkstechnischen Voraussetzungen zu erfüllen.

Fichtel & Sachs die Einbauvariante für das Fahrrad:

Herrenmodell

Damenmodell

Victoria – 74er Fichtel & Sachs -H- Modell V75 1931:

Mit vorgelegten Fußrasten

Victoria – 74er Fichtel & Sachs -D- Modell V85 1931:ebenfalls mi Fußrasten

Restauriertes Victoria -H- Modell mit moderner Vorderradgabel ab 1934:

Restauriertes Victoria -D- Modell mit moderner Vorderradgabel ab 1934:

Das Damenmodell vor der Restaurierung:

Fichtel & Sachs der 74 ccm Motor und seine Bedienung:

Natürlich wurden die F&S Motoren auch in Victoria Transporträdern verbaut:

Modell V122

Modell V95

Prospekt:

Preisliste:

Victoria Damenmodell im Originalzustand V85:

Mit noch angegossener Auspuffbirne am Zylinder !!!

Viele andere Hersteller von solchen Kleimotorrädern bedienten sich auch mit den 74er Motoren, hier ein Beispiel der Firma Adler:

Victoria – V75L März 1933:

Tank mit Victoriaengel in moderner Ausführung

Schema für die Zündeinstellung:

Ersatzteilliste:

Drosselklappenvergaser

Kolbenschiebervergaser

Originale Bilder mit dem 74 iger:

Das 74er Victoria-Pärchen:

Victoria – Motorrad KR 35 „Pionier“ ab 1938 …

Nach der KR 35 S und dann den erfolgreichen Zweitaktern, welche unter Federführung von Richard Küchen hergestellt wurden, sollte nun eine Weiterentwicklung erfolgen – die KR 35 „Pionier“, als Viertaktmodell. Die neue V-Linie mit dem Logo im Ehrenkranz symbolisierte eine Ära, die nach 1936, also dem 50-jährigen Bestehen von Victoria, einen modernen Weg darstellte:


Der Motor, das gemeinsame Projekt von Richard Küchen und Hermann Reeb, war ein moderner, im Stil einer Tropfenform, mit der Vereinigung von Motor und Getriebe ein sogenannter Blockmotor:

Konstrukteure: Richard Küchen/Victoria – Hermann Reeb/Horex

Aufgrund von Überbeständen vom Vorgängermodell KR 35 S wurden die ersten 270 Modelle der „Pionier“ noch mit der „Tiger“ Trapezgabel ausgerüstet. Weitere Teile verwendete man vom letzten Modell:

  • Rahmen – Lenkkopflager
  • Vorderradnabe mit 190 mm Bremstrommeldurchmesser
  • Lampenhalterung
  • Innenzughebel am Lenker
  • Drehgriffe Gas (rechts) – Zündverstellung (links)
  • Zuführung der Züge zur Zündanlage

Die neue Pioniergabel:

Technische Daten:

Originale KR 35 SN mit Militär – Auspuffanlage:

Die Victoria „Pionier“ KR 35 SN war auch als „SS“ lieferbar, wobei meist angenommen wird, das die „SS“ die Sportversion mit 20PS ist, wie auf folgendem Prospekt:

Die Leistungssteigerung wurde durch bearbeitete Einlasskanäle, Nockenwelle und anderen Kolben erreicht.

Weitere Änderungen:

  • Zukauf der Tigergabel, später aus eigener Herstellung
  • Anfangs Luft- und Zündverstellung mit Hebel am Lenker, später Zündhebel links und Lufthebel rechts
  • zusätzliche Strebe für Hinterradständer
  • 3x verschiedener Werkzeugkastenverschluss (Riemen, 2x Drehverschluss
  • verschieden)
  • Einsparung von Chromteilen durch staatliche Verordnung

Fließbandfertigung:

In den Jahren 1938/1939 hat Victoria ca. 2000 Stück „Pionier“ hergestellt.

Ersatzteilliste Victoria KR 35 SN, KR 35 SS:

Originale Bilder privater Motorräder:

 

Nächste Bilder – Restaurierte Victoria KR 35 SS „Pionier“, man beachte den eigens von Victoria gelieferten Verkaufsständer (hauptsächlich für die Schaufenster der Händler):

Für die Privatkunden hat man wenige „Pionier“ gefertigt. Die große Anzahl von etwa 8000 Motorrädern verschlang die Rüstungsproduktion in den Jahren von 1939 bis 1942. Nach dem Krieg konnte man aus den Restbeständen noch ca. 500 Motorräder zusammenschrauben, somit entstanden rund 10500 KR 35 „Pionier“.

Militäraufnahmen:

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Victoria – Motorrad – Sportmodell KR 35 S mit Columbusmotor

Nach der Ära der englischen Importe von Stuemey-Archer Motoren und der nicht sehr erfolgreichen Victoria KR 8/9 hatte man die Verpflichtung seiner Kunden gegenüber eine neue gefragte Sport- und Geländemaschine zu präsentieren. Die Horex Fahrzeugbau AG mit ihrer Columbus Motorenbau AG aus Bad Homburg schienen der richtige Partner für Victoria zu sein. Für das neue Modell nahm Victoria den 14 PS leistungsstarken OHV-Motor als Einportvariante mit einem Hubraum von 349 ccm, bei einer Bohrung von 69 mm und dem Hub von 92 mm.

Technische Daten:

Neuerungen:

  • Motor völlig gekapselt
  • Trockensumpf-Umlaufschmierung
  • Kolbenölpumpe innenliegend
  • Vierganggetriebe mit Fußschaltung, rechtsgeschaltet
  • Am Lenker Drehgriffe und verstellbarer Steuerungsdämpfer
  • Große Innenbacken Bremsnaben
  • hochgezogene Auspuffanlage
  • Amal-Vergaser Typ 75/011
  • Rollkippständer
  • Rahmenhöhe 20 mm niedriger als KR 35 B/G

Rein äußerlich glich das Modell der Victoria KR35 B/G, was auch mit der Einsparung der Kosten natürlich zu tun hatte.

Baugleiche Teile Victoria KR 35S – KR 35 B/G:

  • Tigergabel
  • Verchromter Tank mit Linierung und Emblem
  • Kotflügel, Werkzeugkästen
  • Lenker mit Bedienungselementen (Drehgriffe, links als Zündverstellung
  • Sättel, Öltank, Tachoanlage

Weitere Änderungen im Baujahr 1936-1937:

  • Radachsen auf von 14 mm (B/G) auf 12 mm, dadurch geänderte Gabelenden
  • geänderte Befestigungsstreben am Batteriehalter
  • Bremspedal der Hinterradbremse von Ballenbremse zu Zehenbremse
  • der linke Werkzeugkasten wurde eingespart

Restaurierte KR 35 S

In der folgenden Darstellung sieht man die Horrx S 35 (S steht vor der Bezeichnung) mit dem werkseigenen Motor:

Auch andere Hersteller, wie zum Beispiel die Firma Standard, vom Begründer Wilhelm Gutbrod, stellten in dieser Zeit Sport- und Geländesportmaschinen her. Ein Highlite war die 350er Sport-Rex mit „Königswellenmotor“:

Gemeinsamkeiten sind unschwer zu erkennen.

Weitere Bilder von der KR 35 S:

 

Victoria -Motorrad – B / G 350 ccm 1935 – 1936

Victoria – B / G mit dem beim Werk ILO  Pinneberg gebauten Motor

Modell G – mit hochgelegter Auspuffanlage

Modell B – mit herkömmlicher Auspuffanlage

Modell „G“

Der Motor ist als seitengesteuerter 350 ccm vom Ingenieur Hans Lackler, stammend aus Wien, konstruiert worden, man bot Sie als durchzugsstarke Autobahnmaschine, mit Ihren 13 PS an:

Die neue Form des Zylinders und des Zylinderkopfes ist sehr wuchtig ausgefallen und man könnte meinen es ist ein OHV-Modell. Die großflächige und zahlreiche Verrippung hatte natürlich einen guten Kühlungseffekt. Manche Betrachter haben anfangs den Motor mit einem Zweitaktmodell verwechselt. In der ersten Serie 1935 wurde nur ein B-Modell vorgestellt, mit einem zusätzlichen Geländemodell, aus dem danach die G, wie Geländesport wurde.

Technische Daten Auszug aus der ersten Bedienungsanleitung:

Weiter Elemente und Hinweise aus der Bedienanleitung:

Schmierstellen-Antriebsseite

Schmierstellen-Auspuffseite

Auf der Abbildung Nr. 13 sieht man deutlich, dass die Geländesport noch einen offenes Kettenabdeckblech hatte.

Hier nochmal die Lenkerarmaturen, in der bereits beschriebenen Bedienanleitung:

Soziussattel:

Der Soziussattel, wie auch der Fahrersattel, waren ein Zukaufteil von Drilastic. Montiert wurde der Soziussattel mit einer eigens für Victoria gefertigten formschönen Halterung. Diese war auch an Modellen, welche zur gleichen Zeit gefertigt wurden, wie KR 8 Und KR 9, wie im nächsten Bil zu sehen:

KR 8 – Drilastic-Sättel, der Kettenschutz war auch zur 350er B/G ähnlich:

Der Benzintank ist verchromt und mit dunkelblauen Farbanteil abgesetzt. Neu ist das Tankemblem mit einer Rautenform, welches dann die nächste Zeit vorwiegend eingesetzt wurde:

Der Victoria-Engel in Rauten-Form

Emailschild aus dieser Zeit.

Auszug aus Buch Victoria-IG:

Änderungen in der Serie:

Die ältere Version der Kurbelwelle hatte glatte Außenflächen auf den Hubscheiben, die spätere Variante hatte rundum Bohrungen, um das Öl aus dem Kurbelhaus besser in die Ölfänger schleudern zu können. Die ersten KR 35 B/G haben sehr weit nach vorne über den Auspufftrakt vorgezogene Kühlrippen, spätere Modelle haben einen etwas kleineren Zylinder und Zylinderkopf. Man montiert also immer Zylinder und Zylinderkopf der gleichen Bauart. In einer Kundendienstmitteilung wurde darauf hingewiesen, das die stark verrippten Zylinder der ersten Serie ausgetauscht werden konnten. Ältere Motorgehäuse haben pro Ventil nur zwei Bohrungen in den Stößelführungen, später wurden vier Bohrungen angebracht. die Angüsse und Verdickungen im Guss, welche man im Nockenwellenantriebsgehäuse sieht, sind kaum an zwei Motoren gleich. Auch die Ölfänger und – Nuten sind oft verschieden. Hier war man sich scheinbar nie wirklich sicher, was das Beste wäre. Ein der IG bekanntes Getriebe hat einen Anschlussdeckel aus Stahlguss. Möglich, das die Getriebedeckel seinerzeit, wie bei vielen anderen Getrieben, oft gerissen waren und man eine verstärkte Version anbieten wollte. Bei der KR 35 B/G gab es Probleme mit dem Kolben/Zylinder und den Ventilen. Der Kickstarterantrieb hat die gleichen Probleme wie viele Hurth-Getriebe und ähnliche Konstruktionen: Bei starken Zurückschlagen oder einem kräftigen Stiefeltritt bei „Zahn auf Zahn“-Stellung des Kickstarter-Freilaufs kann der Druck so stark werden, dass das Gehäuse auseinanderbricht. Die Ölversorgung ist etwas umständlich. Die Einstellerei, die bei der Frischölschmierung immer nur einen gewissen Kompromiss darstellt (wegen Last-Unabhängigkeit), war bei einem Seitenventiler mit etwas mehr Leistung schon stark gefordert.

Hinzu kam dass das Kurbelhaus mit dem Kettengehäuse in Verbindung stand. Durch diese Raumvergrößerung pendelt sich ein sinnvoller Ölstand nur schwer ein. Das in der Kurbelwelle geförderte Öl schmiert das Pleuel und spritzt von hier dann auch auf die Zylinderwand, sammelt sich dann im Kurbelhaus und wird durch die Kurbelwelle in einen Ölfänger geschleudert. Dann läuft es durch eine Bohrung ins Nockenwellengehäuse, sammelt sich dort bis zu einem gewissen Stand und läuft dann wieder ins Kurbelhaus zurück (kleinere Bohrung). Die Nockenwelle ist als Drehventil ausgebildet und entlässt den Kurbelhaus-Überdruck in eine Sammelkammer. Auch hier gibt es wieder eine kleinere Bohrung, die einen Teil des Öls wieder ins Kurbelgehäuse laufen lässt. Der weitere Überdruck mit Ölnebelanteil wird durch eine größere Bohrung mit einem Metallrohr am Ende dann auf die Sekundärkette am Getriebe geleitet. Das Schmierproblem geht an den Ventilen weiter: die hohe Temperatur macht es dem Öl nicht leichter, und das vollkommen gekapselte Ventilhaus bekommt wenig Kühlung. Um einen alternierenden Luftstrom mit Ölnebel zu bekommen, hat man das Ventilhaus zum Zylinder hin mit einer kleinen Bohrung versehen. Ist diese verstopft, so wird kaum Ölnebel transportiert, die Ventile laufen heiß. In späteren Bedienungsanleitungen sind vorn und hinten Aufkleber aufgebracht, die darauf hinweisen, dass man Gemisch tanken soll, und zwar zunächst 1:10 bis 1:12 und später dann auf 1:18 verringern.  Etwas „Obenöl“, wie man das nannte, hatte man ja gerne bei Viertaktern dieser Zeit zugegeben, besonders im Sommer.

Restaurierte Victoria KR 35 G:

Angebot Mannheim 2018:

Originale Bilder:

 

Victoria – Motorrad – KR 50 S die Sportmaschine ab 1931…

Victoria KR 50 S – Sportmaschine Baujahr 1931

Das Motorrad vor der legendären Göltzschtalbrücke im Vogtland:

Der Hingucker der Victoria-Sportmaschine ist auf jeden Fall der hubraumstarke, OHV-Motor von Sturmey-Archer aus Nottingham/England:

Der außerordentlich gelungene Motor war mit einer Doppelport-Auspuffanlage versehen, welche sehr formschön nach hinten geführt wurde, mit eleganten Endtöpfen. Der auf dem Tank eingeätzte Siegesengel ist auch sehr gelungen. Einzig die Gummikniekissen mussten platzierungsgemäß darunter leiden, was für den Fahrer auch Einschränkungen mit sich brachte.

Der Lenker war ebenfalls gestaltet wie die fast gleichlaufende KR 50 SV:

Hier mit den Armaturen, die man als Fahrer sehr gut einsehen konnte.

Der Motorradständer, ebenfalls wie das SV-Modell:

Hier ein originales Werksfoto des Ständers:

Der Ständer wird von Victoria stark beworben, aber man muss dazu sagen, dass man auch einen starken Fuß und gutes Schuhwerk braucht, um die Maschine aufzubocken.

Die Kombibremse:

Kombibremse am Vorderrad.

Der Doppelport-Zylinderkopf/Zylinder:

Technische Daten:

  • 495 ccm aus Bohrung: 79 mm / Hub: 101 mm
  • 18 PS angegeben (eher mehr ca. 20 PS )
  • 4800 U/min
  • Ventilspiel 0,05 mm
  • Dreiganggetriebe ( Sonderbestellung/Vierganggetriebe )

Ersatzteilliste Victoria KR 50 S:

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Modell KR 50 SV und das Sportmodell KR 50 S bis auf den Motor fast baugleich waren. Das hatte natürlich mit Einsparmaßnahmen zu tun, da man in dieser schwierigen Zeit wenig Motorräder in dieser Klasse verkaufen konnte. In der kurzen Bauzeit von 1931- 1933 verkaufte man ca. 1000 Motorräder. Heute sind noch etwa 30 Stück KR 50 S bekannt. Die KR 50 S war und ist eine echt gute Sportmaschine. Der Anzug ist enorm und die Endgeschwindigkeit ist über den angegebenen Wert mit bis zu 120 km/h durchaus überdurchschnittlich. Der 500er Sportmotor wurde auch von anderen namhaften Motorradherstellern geordert. Zum Beispiel: Herkules; Horex; Nestoria aus Deutschland.

In der werkseigenen Motorradmarke „Raleigh“ war natürlich der eigene Sportmotor ein Selbstverständnis:

Einige Bilder von Treffen:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Michael Pricibilski / Gert Reiher 1999

Originale Aufnahmen: