Victoria – mit den „ANFA“ – Seitenwagen und den „EFKA“ – Seitenwagen ab 1920…

Victoria-Seitenwagen Teil 1…

Teilweise-Text-Auszüge aus Bericht Victoria IG – Buch, Juni 2016. Buch ist bestellbar: www.victoria-ig.de.

Seitenwagenbericht ab Seite 352, Autor: Gert Reiher.

Es folgt der erste werksseitig angebotene Seitenwagen an einer Victoria KRI von 1920:

 

Ob dieser Seitenwagen von Victoria selbst hergestellt wurde kann nicht 100 % belegt werden. Es ist eher anzunehmen, das Victoria die werksseitig angebotenen Seitenwagen von der Anhaltinischen Fahrzeugfabrik aus Dessau „ANFA“ zugekauft hat und an ihre Motorräder anbaute.

Es folgen frühe Verkaufsunterlagen der Firma „ANFA“ aus Jonitz/Dessau:

Die Motorräder der Zwanziger Jahre begannen bei Victoria mit der K.R.I., ausgerüstet mit einem leistungsstarken Motor von 500 ccm und 3,75 PS. Um drei Personen zu befördern baute man einen Seitenwagen an das Motorrad. Für die Entwicklung eines Seitenwagens wie auch für die Fertigung von Seitenwagenkarosserien waren die Fertigungskapazitäten beschränkt. Bei Victoria bündelte man für die Entwicklung der Motorentechnik, die Anpassung des Fahrgestells und für weitere Neuerungen alle Kräfte. Man kann davon ausgehen, dass Victoria nur in einem beschränkten Maß eigene Karosserien hergestellt hat und auf dem eigenen Fahrgestell montierte. Victoria hat, wie auch viele andere Motorradhersteller, die Angebote von speziellen Seitenwagen-Herstellern genutzt. Wie man aus den Prospekten z.B. von „ANFA“ entnehmen kann, bauten diese Hersteller in Abstimmung mit den Motorradproduzenten die kompletten Fahrgestelle und Karosserien für deren Motorräder. Auch im Transport-Seitenwagen-Bereich war „ANFA“ gut aufgestellt, wie man auf den Prospekten sieht.

Es folgen Bilder eines original aufgefundenen frühen „ANFA“-Seitenwagens:

Das originale Typenschild, Nr.: 4755.

Vormontage inkl. originalem Fahrgestell an eine frühen BMW R 62. An einer frühen Victoria würde aber besser passen.

„ANFA“  (Anhaltinische Fahrzeugwerke-Werke AG) wurde 1901von Robert Krause in Jonitz bei Dessau gegründet. Die Firma war sehr vielfältig tätig und stellte Fahrräder, Motorradmotoren, Kupplungen und sogar von 1906-1910 Automobile mit der Markenbezeichnung „Dessavia“ her. Zu dieser Zeit waren auch Vorsteckwagen für Personen und Transportzwecke im Programm. Ob hier schon eine Zusammenarbeit in frühen Jahren mit Victoria im Vorsteckwagenbereich bestand ist nicht belegt.

Möglich, aber auch nicht:

Die Transport-Seitenwagen, wie der „Reichspostwagen“ in seiner typischen Form, wurden auch von Zulieferern wie ANFA/Dessauer und EFKA bezogen. Diese Gespann-Wagen, wie auch Kranken-Beiwagen, Taxi-Gespanne und weitere Behördenmodelle, wurden von den Motorradherstellern bei den vorgenannten Firmen bezogen. Selbst die Deutsche Industrie Werke AG (D-Rad Motorräder) in Berlin Charlottenburg die solche Gespanne in großer Stückzahl im Großraum Berlin einsetzten, bedienten sich dort.

Folgende Bilder zeigen Transport-Seitenwagen von Victoria:

Dieses Uralt-Foto ist wohl das interessanteste, da die drei auf einer Victoria KRIII von 1924 und einem „ANFA“ Seitenwagen Platz genommen haben:

Weiter folgen originale Aufnahmen von Uralt-Motorrädern mit den verschiedensten Seitenwagen:

Das nächste Bild zeigt einen frühen „EFKA“-Seitenwagen  an einer Victoria KRIII:

Diese als Taxi-Droschken bekannten „EFKA“-Seitenwagen mit geschlossenen Aufbau setzte Victoria bereits Anfang – Mitte der Zwanziger Jahre ein. Der Firmensitz von „EFKA“ befand sich in Berlin-Blankenburg. Begründer der Firma war Fritz Karstens. Auch Lasten-Seitenwagen in verschiedensten Ausführungen wurden dort gefertigt. Neben Victoria hat auch die Nürnberger Firma Triumph bei EFKA geordert.

Folgende Archiv-Aufnahme zeigt die Reichsfahrt von 1924 wo ein Taxi-Gespann mit einem Seitenwagen von EFKA an einer KRI montiert war. Bemerkenswert ist, dass der dritte Fahrer von links, der Victoria Werksrennfahrer Adolf Brudes ist:

Hier nochmal der EFKA-Seitenwagen ohne Taxi-Aufbau:

Bild: Kleine/Vennekate/T. Reinwald.

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