Victoria – die Motorräder ab 1901 und die Zweizylindermodelle bis zur Victoria K.R.III. im Überblick…

Der Beitrag dient dazu, hauptsächlich von den ersten Motorrädern die Victoria gebaut hat, bis zu den Zweizylinder-Modellen  Victoria K.R.III. einen groben Überblick herzustellen und die Modelle kurz zu beschreiben:

Das folgende Modell zeigt die Anfangsphase ab dem Jahr 1901:

Das nächste Modell stammt aus dem Jahr 1904:

Ab 1905 hat man das nächste Modell hergestellt, wo nach meinen Wissens gerade mal noch zwei Stück existieren:

Ab 1904 wurden die ersten Dreiräder, die sogenannten Vorsteckwagen (der Vorläufer des heutigen Seitenwagens), bei Victoria hergestellt. Im Anschluss ist eine Entwurfszeichnung dieses  Gefährtes zu sehen.

Das nächste originale Werksfoto zeigt den Vorsteckwagen live:

Eine seltene Aufnahme eines Victoria – Vorsteckwagens:

1908 hat Victoria nochmal ein tolles Zweizylinder-V-Modell auf den Markt gebracht, wie das nächste Bild veranschaulicht:

In den letzten Jahren bis 1910 ist es dann still geworden mit der Motorradproduktion bei Victoria. Die richtige Massenproduktion begann dann erst wieder um 1920. Hier noch ein Bild aus dem Katalog von 1910:

Anfang der Zwanziger Jahre, nachdem der Krieg zwei Jahre vorbei war, nahm Victoria wie auch viele andere Hersteller die Produktion von Motorrädern wieder auf.

Mit dem Modell K.R.I. begann eine Ära der Boxermotoren, die Victoria längs in das Fahrgestell eingebaut hat:

Dieses Vorserienmodell ähnelt noch der Inspiration vom Konstrukteur Martin Stolle, der selbst eine englische Douglas fuhr, wo wohl die Ideen für die Modelle von Victoria umgesetzt wurden.

Serienmodell K.R.I.:

Der Motor – ein Produkt von Martin Stolle noch unter der Bezeichnung „M2B15“ von BMW gefertigt.

Nachdem Martin Stolle von BMW zu Victoria gewechselt war und Victoria die gesamte Motorenproduktion, inklusive der Firma Sedlbauer in München übernommen hatte, war der Weg für die eigene Motorenproduktion frei. Stolle konstruierte einen weiteren 500er Motor, diesmal aber mit OHV-Steuerung, was sich natürlich in der Leistung bemerkbar machte.

Serienmodell K.R.II. erstes Modell 1923:

Die K.R.II. noch mit Riemenfelgenantrieb und innen liegenden Vergaser, sowie alter Vorderradgabel.

Serienmodell K.R.II. zweites Modell 1923/24:

Hier ist noch der Riemenantrieb mit Felge zu sehen, aber bereits mit außen liegenden Vergaser und der neuen Vordergabel, wie sie beim Nachfolgemodell K.R.III. verbaut wurde.

Serienmodell K.R.III. erstes Modell 1924:

In den Übergangsphasen bzw. Modellwechsel hat bestehende Sachen beibehalten und mit Neuerungen vermischt, grundsätzlich kann man von drei Grundmodellen der K.R.III ausgehen:

  • Am Motor waren noch die Zylinderköpfe der K.R.II.
  • Der hintere Aufstellständer wurde auch weiter verwendet.
  • Die Riemenfelge wurde noch mit der Keilklotzbremse verwendet.
  • Neu war der Kettenantrieb, noch mit Kettenrad – gekreuzt ohne Innenbackenbremse.
  • Auf die verschiedenen Auspuffausführungen wird an dieser Stelle nicht eingegangen.                                                                                                                            Das erste K.R.III.-Modell nochmal von der Schwungscheiben-Seite.

Serienmodell K.R.III. zweites Modell 1925:

Beim zweiten Modell hat man am Motor als wichtigstes Detail die Zylinderköpfe geändert, es wurden geschraubte Ventilbrücken verbaut. Der Aufbock-Ständer wurde durch einen modernen Hauptständer ersetzt. Da die Keilklotzbremse entfiel, kam eine neue Innenbacken-Trommelbremse zum Einsatz. Mit dem Kettenantrieb war das eine moderne Variante. An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass Victoria im Innenteil der Bremstrommel 8 Stück gebogene Federelemente einbaute – eine sogenannte „Ruckfeder-Dämpfung“.

Serienmodell K.R.III. drittes Modell 1927:

mit veränderten Benzintank, welcher nach hinten schräger abfällt und dadurch eine formschönere Linie erhält. Hier wurde letztmalig die sogenannte Kaffeemühlenschaltung auf der Oberseite des Tanks verwendet.

Modell KRIII-N, 1927:

mit Riemenfelge und Keilklotzbremse im Vorderrad, sowie der am Motorblock am Steuerteil angedockten Schaltkulisse. Die Kupplung war jetzt rechtsseitig angebracht. Dadurch veränderte sich auch der Kettenschutz zu seinem Vorteil im neuen Design:

Modell KRIII 1927 / 1928:

Es wurde ein völlig neuer Rahmen konzipiert, welcher im oberen Bereich zwei sogenannte „Höcker“ hatte. In der Vorstufe wurde der Abstand der „Höcker“ noch schmaler gehalten, als in der Letzten Ausbaustufe, welche bereits danach in der KR VI verbaut wurde.

Bei diesem zweiten schmalen Höckerrahmen sieht man die Gabelklemmung mit der Lenkeraufnahme, bereits wie bei der folgenden KR VI:

Einige Modelle wurden noch mit der „Kaffeemühlenschaltung“ ausgerüstet, man sieht es an der Durchführung des Gestänges am Tank:

Zweite Höckerform mit breiterer Ausladung, 1928er Ausführung, Motor ist nicht für dieses Modell.:

Modell KRIII 1928:

Das Modell war die Vorstufe zur KRVI, bereits mit veränderten Kotflügeln, sowie einigen Neuheiten am Motor. Der Vergaser (AMAC) mit der Ansaugung wurde neu modifiziert. Die Ansaugung erfolgt über einen speziellen Stutzen über dem hinteren Zylinder. Die Fußkupplung erfolgt über den rechten Fuß über die Ferse. Im Vorderrad hat man eine Trommelbremse verbaut, was eine gute Neuerung für die Sicherheit des Victoria Fahrers war.

Die Übergangsphase zum Modell Victoria KR VI war eine kurze, aber man kann die Ähnlichkeiten durchaus bereits erkennen. Die Rahmenbauweise entsprach aber noch nicht dem Höckerrahmen, der später bei der Victoria KR VI verbaut wurde. Diese Rahmen weichen von den Serienrahmen ab – sie dienten hauptsächlich im Rennbereich, wie die folgende Originalaufnahme zeigt:

Die K.R.III. – Rennmaschine war mit dem speziellen Rahmen wie auch die Kompressor-Rennmaschinen ausgerüstet, leider ist kein originaler Rahmen derzeit bekannt ! Die speziellen Rennmotoren mit dem markanten Doppelvergaser ergeben das absolute Design des gezeigten Motorrads. Von den Rennmotoren mit Doppelvergaser sind noch ganze zwei Stück bekannt…
Auf die Rennmaschinen, speziell die Kompressor-Rennmascinen wird in diesem Bericht nicht eigegangen (Bericht – Juli 2018). Bitte beachten Sie das Inhaltsverzeichnis dieser Webseite am Ende des Berichts…
Auf den folgenden Bildern sind diese speziellen Motorrad-Rahmen dargestellt, die den Übergang zum meist gebauten Höcker-Rahmen der späteren KR VI bildeten:

Durch die Rahmenform ergab sich auch ein höherer Benzintank.

Bei dem Vergaser handelt sich um ein Importmodell aus England mit der Bezeichnung: T25, HYDM von Amac Carburetters:

Ungewöhnlich war auch, dass man bei Victoria im Vorderrad noch eine Felge mit der eigentlich veralteten Keilklotzbremse einbaute. Es gibt Verfechter, die behaupten, dass dieses Motorrad die legendäre KR IV wäre. Diese Behauptung kann aber durch kein Werks-Prospekt oder etwa sogar durch eine Bedienanleitung bzw. Ersatzteilliste belegt werden…

Fazit:

In den Jahren von 1923 angefangen, mit der K.R.II. bis zur KR VI gab es so viele Veränderungen, hauptsächlich im Bereich der K.R.III., dass es oft schwierig ist dies aufs genaueste zu verifizieren. Dieser Bericht soll dazu dienen etwas Licht in das manchmal dunkle zu bringen. Sollten aufmerksame Betrachter neue Erkenntnisse bei bringen, so werden diese gerne mit aufgenommen.

Auf dieser Webseite können Sie genauere Details über die gezeigten Erkenntnisse in den Berichten vom Monat „Juli 2018“ nachlesen…

Inhaltsverzeichnis zum nachlesen der speziellen Berichte:

In einen der folgenden Berichte beschäftigen wir uns speziell mit der Victoria KR VI  und „Bergmeister“ von 1927 bis 1938…

 

Gert Reiher…

 

 

 

 

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