DKW – Rennwagen Sonderausstellung 2. Teil, Sächsisches Fahrzeugmuseum Chemnitz…

Hier im zweiten Bericht wird die Zeit der Vierziger Jahre und später mit den DKW  Rennwagen beleuchtet.  Aber zuerst nochmal die Einladung ins Sächsische Fahrzeugmuseum in Chemnitz zur Sonderausstellung für DKW-Rennwagen:

In diesem Bericht werden sehr viele Bilder gezeigt, die dem wahren Leben entsprechen, da die Personen, welche die Rennwagen noch aktiv fahren, unter uns weilen…

Aber jetzt zum Anfang, Auszug aus der Broschüre der Sonderausstellung des Museums:

Hier war die Endstufe der Karosserieentwicklung fast erreicht, wie man auf dem folgenden Bild erkennen kann:

Die Geschichte:

Der Kraftfahrzeug- und Elektromeister Jacob Lauer (1912) eröffnete 1944 in Eppelborn eine KFZ-Werkstatt. Als 1947 in seiner heimatlichen Umgebung der Motoren-Rennsport widerbelebt wurde, sah er hier seine Chance mit einem zum Rennwagen umgebauten DKW. Aufgrund seiner Ausbildung war es für ihn kein Problem,  die DKW-Technik rennfähig zu machen und mit einer Eigenbaukarosserie zu versehen. 1948 fuhr Jacob in Köln sein erstes Rennen und landete auf dem dritten Platz. Auch auf dem Schottenring war er 1948 schon mit dabei. Wegen des knappen Budgets für seinen Rennsport war die Anschaffung eines Transportfahrzeuges für seinen Rennwagen Utopie. Er versuchte, das Fahrzeug für den Straßenverkehr zuzulassen, was auch gelang. Der Wagen wurde immer wieder verbessert und bis 1958 im aktiven Rennsport eingesetzt. Ab 1976 war Lauer wieder bei den aufflammenden historischen Rennen dabei. Frieder Bach hatte Gelegenheit im Jahr 1989 Jacob Lauer und dessen Sohn Willi auf dem Nürburg-Ring kennen zu lernen. Bei den letzten Einsätzen des Rennwagens konnten mit den 40 PS stolze 164 Km/h gemessen werden, das war im Jahr 1997. Das letzte Rennen von Jacob Lauer war 1998, sein persönliches Lebensrennen ging 2004 zu Ende. Sein Sohn Willi führt das Unternehmen weiter und hält auch den Rennwagen in Ehren und in Schuss !

Jacob Lauer im Jahr 1947/1948.

Das Fahrzeug ist natürlich in der Sonderausstellung zu bewundern:

Technische Daten:

Das folgende Bild zeigt wie Jacob Lauer bereits nach dem Krieg mit einem DKW-Chassis und einem Opel Kühlergrill das Werk anging:

Die vier Ringe symbolisierten für die Auto-Union.

DKW F 8 MSG:

Nach dem Krieg war der Rennsport erst mal am Boden. Zaghafte Versuche wieder mit dem Rennsport gelangen dann im Jahr 1949 unter der technischen Leitung von Walter Stritzl, einem erfahrenen Meister aus der Versuchsabteilung DKW.  Aus dem Mangel heraus konnten natürlich keine Vorkriegs-Silberpfeile entstehen. So musste man sich mit dem begnügen, was vorhanden war. So entstanden vier fas identische Flitzer aus DKW F 8 Fahrgestellen in den Farben – Rot, Gelb, Blau und Grün als zweisitzige Rennwagen, wohl geschuldet, dem Umstand, dass es vorher PkW`s ware. Sie fuhren in der Klasse G bis 1100 ccm. Der erste Rennwagen (Gelb), der hergestellt wurde bestand noch aus einzelnen Blechteilen, die mit Sicken ineinander geschraubt wurden. So konnte man an der Formgebung noch Änderungen vornehmen. Die Motoren hatten keine Serienkurbelwelle, sondern eine Vollwangen-Rennwelle sowie eine geänderte Primärübersetzung, das sie noch mit einem Dreiganggetriebe auskommen mussten. Die Zylinder stammten aus der Serie. Um eine für den Rennsport akzeptable Leistung zu erreichen, wurden die Kanäle geändert und poliert, so dass ca. 29-30 PS möglich waren. Die Verdichtung wurde auch erhöht.

Im folgenden Bild wurden zwei Rennwagen auf dem Sachsenring festgehalten, wobei der erste der rote vor dem gelben den Queckenberg hinauf stürmt:

Alle vier Rennwagen am Vorstart – Sachsenring.

Technische Daten:

Der rote und der gelbe Rennwagen stehen in der Sonderausstellung:

Noch einige Bilder der beiden Rennwagen:

Die Aktivitäten:

Teilnehmer beim Wanderer-Treffen 2015 in Bad Brambach.

Auch bei schlechtesten Wetter…

Der rote Rennwagen war zum letzten Rennen auf der AVUS im Jahr 1999 mit am Start:

Im Jahr darauf wurde der Lausitz-Ring eröffnet, da war er auch wieder dabei:

Ein besonderes Highlight war die Rallye „Gran Premio – Tazio Nuvolari“ vom 17.-19. September 1999 in Italien:

Diese zweitgrößte Rallye nach der Mille Miglia wird jedes Jahr zu Ehren des großen italienischen Rennfahrers Tazio Nuvolari veranstaltet.

Wir sind damals im „Team – Audi“ mitgefahren, hier ein Bild der Teilnehmer mit ihren Rennwagen, links der Blaue Rennwagen:

Die Route:

Einige Bilder von der Fahrt durch die Toskana und viele Orte wie Mantova, Pisa, Florenz und Rimini:

Noch Fotos von Tazio Nuvolari:

Hier im Alfa Romeo Rennwagen.

Eines der letzten Bilder, bevor Tazio verstarb…

Es folgen noch einige historische Fotos der F 8 – Rennwagen:

Nach diesem umfangreichen Bericht folgt im 3. Teil der Sonderausstellung die Rennwagengeschichte der nächsten Generation, die F 9 Fahrzeuge bereits mit Dreizylinder-Motoren vom Typ F 9. Bitte noch etwas Zeit, aber dann viel Spaß beim stöbern…

Auszüge und Bilder stammen zum Teil aus der Broschüre des Museums, diese ist dort für 8.- EUR zu erwerben:

 

 

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